Pollenallergie Hauptblütezeit
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Vor allem in den Industrieländern sind Millionen von Menschen von Heuschnupfen betroffen. Dabei macht die lästige Pollenallergie auch vor Kindern und Jugendlichen keinen Halt. Besonders im Frühjahr und Sommer haben Pollenallergiker mit häufigem Niesen, Abgeschlagenheit oder geröteten Augen zu kämpfen.

Anders als sein Namen vermuten lässt, ist der Heuschnupfen nicht auf eine Allergie gegen Heu oder eine Erkältung zurückzuführen, sondern auf eine Sensibilität des Immunsystems auf die in Pflanzenpollen enthaltenen Eiweiße.

Was genau versteht man unter Heuschnupfen, wie fühlt sich eine Allergie gegen Pollen an und was hilft wirklich gegen die Allergiebeschwerden? Wir haben für euch alle wichtigen Infos, Tipps und Tricks rund um die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Heuschnupfen zusammengestellt.

Was ist eine Pollenallergie?

Als Heuschnupfen (Pollinosis) wird eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Pollen bezeichnet. Die meisten Allergiker reagieren besonders auf Pollen, also Blütenstaub, von Frühblüher-Bäumen wie Hasel, Birke und Erle. Auch die Pollen verschiedener Gräser-, Kräuter- und Getreidesorten können für Allergiker zu Strapazen führen.

Auf Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden, reagieren die wenigsten Allergiker, da sie in der Regel eine geringere Menge an Pollen produzieren, die wesentlich klebriger sind. Pflanzen, die hingegen durch Wind bestäubt werden, stoßen eine wesentlich größere Menge an Pollen aus.

Besonders in der Hauptblütezeit (Frühling und Sommer) beklagen sich viele Allergiker über lästige Symptome wie eine verstopfte Nase oder gereizte Augen. Dieses Phänomen nennt sich im Fachjargon „saisonal ausgelöste allergische Rhinitis“. Dennoch ist eine Mehrzahl der Allergiker gegen mehr als nur eine Pollenart allergisch. Das bedeutet, dass durch die verschiedenen Blütezeiten auch Beschwerden in weiteren Jahreszeiten auftreten können.

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Was sind Ursachen für Heuschnupfen?

Die typischen Beschwerden einer Pollenallergie treten durch eine Überreaktion des Immunsystems auf Blütenstaub auf. An den Schleimhäuten, die mit dem Blütenstaub in Kontakt kommen, entstehen Rötungen, Juckreiz oder Schwellungen. Das liegt daran, dass das Immunsystem die in dem Staub enthaltenen Eiweiße fälschlicherweise als Bedrohung einstuft und versucht, sie abzustoßen. Dadurch entsteht eine Entzündungsreaktion.

Diese Übersensibilität des Immunsystems kann durch bestimmte Faktoren wie Erbanlagen oder Rauchen in der Schwangerschaft begünstigt werden.

>> Alles über die Ursachen und Möglichkeiten zur Vorbeugung einer Pollenallergie <<

Was sind die Symptome von Heuschnupfen?

Viele Heuschnupfen-Geplagte berichten über typische Beschwerden wie eine verstopfte Nase, gereizte Augen, Niesattacken oder Husten. Aber auch schwerwiegendere Symptome wie Atemnot sind keine Einzelheit. In der Tat kann eine Pollenallergie sogar allergisches Asthma hervorrufen.

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Neben Empfindungen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Lichtempfindlichkeit kann die Pollen-Allergie auch Hautkrankheiten wie Neurodermitis und Nesselsucht verschlimmern.

>> Checkliste: Alle Heuschnupfen-Symptome im Überblick <<

Heuschnupfen-Betroffene sind außerdem einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. Das liegt daran, dass die Belüftung und der Abfluss von Sekret durch die geschwollenen Schleimhäute blockiert werden.

Wie kann man feststellen, ob man Heuschnupfen hat?

Grundsätzlich wird eine Pollenallergie durch einen Facharzt, also einen Allergologen, festgestellt. Hierfür bezieht der Experte die Krankengeschichte des Patienten und seiner direkten Vorfahren ein. Tatsächlich haben Kinder von Allergiker-Eltern nämlich ein erhöhtes Risiko, ebenfalls unter einer Allergie zu leiden.

Auch die Dokumentation der Allergie-Beschwerden hilft dem Mediziner dabei, die Allergie in ihrem Kern zu erfassen. Was bei der Erfassung der Heuschnupfen-Symptome zu beachten ist, könnt ihr hier nachlesen.

Neben einer körperlichen Untersuchung führt der Allergologe bei Verdacht auf Heuschnupfen auch einen Allergietest durch. Hierfür eignet sich besonders gut der sogenannte Pricktest. Für diesen Test werden allergenhaltige Lösungen direkt auf die Haut, in die zuvor mit feinen Nadeln gestochen wurde, aufgetragen. Im Anschluss wird beobachtet, ob und wie die betroffenen Stellen auf die allergenen Stoffe reagieren.

Auch ein Provokationstest oder ein – oftmals für Kinder verwendeter – Bluttest können zur Heuschnupfen-Diagnose dienen.

>> Findet hier alle Infos über Testverfahren zur Diagnose einer Pollenallergie <<

Was kann man gegen Heuschnupfen tun?

Die Behandlungsmöglichkeiten für Pollenallergiker sind sehr vielseitig. Dabei gibt es die meisten Medikamente rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen.

Abhängig davon, wie sich die Allergie-Beschwerden äußern, können Allergiker-Nasensprays oder -Augentropfen Linderung bei gereizten Schleimhäuten verschaffen. Vor allem bei Augentropfen unterscheidet sich die Anwendung je nach Wirkstoff. Was bei der Wahl von Allergiker-Augentropfen zu beachten ist, könnt ihr hier nachlesen.

Viele Allergie-Geplagte entscheiden sich für die Einnahme von Medikamenten gegen ihre Heuschnupfen-Symptome. Diese wirken nämlich nicht nur lokal auf eine Schleimhaut, sondern verbessern allgemein das Wohlbefinden. Da sich viele Patienten, die Antihistaminika wie Cetirizin oder Loratadin verwenden, über Müdigkeit beklagen, empfiehlt es sich, die Tabletten vor dem Schlafengehen zu nehmen.

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Da sowohl Antihistaminika als auch Kortison die Symptome einer Pollenallergie nur kurzzeitig aufhalten können, raten immer mehr Ärzte zu einer Hyposensibilisierung. Diese gewöhnt das Immunsystem sukzessive an den allergenen Stoff, bis es nicht mehr überreagiert, sobald es mit ihm in Kontakt kommt. Eine solche Hyposensibilisierung kann durch Spritzen, Tabletten oder Tropfen geschehen und dauert ungefähr drei Jahre.

Neben diesen anerkannten Methoden der Schulmedizin zur Behandlung oder Therapie von Heuschnupfen versuchen sich auch immer mehr Allergie-Patienten an Alternativ-Behandlungen wie einer Akupunktur. Hierbei werden feine Nadeln in die Haut gesetzt, um selbstregulierende Prozesse hervorzurufen, die den Körper stimulieren sollen.

>> Alle Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten bei Heuschnupfen findet ihr hier <<

Welche Hausmittel helfen bei Heuschnupfen?

In den meisten Haushalten gibt es viele unterschätzte Wunderwaffen zur Behandlung von Heuschnupfen-Symptomen. Dabei können Honig, Ingwertee und Co. teilweise nicht nur eine Linderung der Beschwerden bezwecken, sondern auch wie eine natürliche Desensibilisierung wirken!

>> Übersicht: Das sind die besten Hausmittel bei Pollenallergie <<

Was kann man gegen Heuschnupfen bei Kindern tun?

Wenn das Kind von Heuschnupfen geplagt ist, leiden viele Eltern mit. Die lästigen Allergie-Symptome schränken die Kleinen nämlich nicht nur beim Freizeitspaß ein, sondern können auch in der Schule für Ärger sorgen. Denn durch die Beschwerden kann die Leistungsfähigkeit beeinträchtigt werden.

Eltern sollten daher nicht nur die Behandlung mit Medikamenten in Erwägung ziehen, sondern auch den Kontakt ihres Kindes mit Pollen möglichst minimieren. Welche einfachen Tipps und Tricks dabei helfen können, die Pollenlast zu verringern, lest ihr hier.

Um die Ursache des Heuschnupfens an der Wurzel zu packen, kann auch bei kleinen Patienten mit dem behandelnden Arzt über die Vorzüge einer Hyposensibilisierung beratschlagt werden.

>> Hilfreiche Tipps zum Alltag mit einem Allergiker-Kind <<

Pollenflugkalender 2021: Was fliegt zur Zeit an Pollen?

Viele Pollenallergiker kämpfen mehrere Monate im Jahr mit den Strapazen ihres Heuschnupfens. Das liegt daran, dass die Mehrheit der Allergiker auf mehr als ein Allergen reagiert und die Blütezeiten der einzelnen Bäume, Gräser und Kräuter unterschiedlich sind.

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Um sich dennoch auf die Pollensaison einstellen zu können, ist es sinnvoll, den sogenannten Pollenflugkalender im Auge zu behalten. Dieser gibt einen ungefähren Überblick darüber, wie stark der Pollenflug der jeweiligen Pflanzen über das Jahr verteilt sein wird.

>> Was blüht wann? Hier geht es zum Pollenflugkalender <<

Was müssen Pollenallergiker in Bezug auf Corona beachten?

Durch die Corona-Pandemie sind immer mehr Pollen-Geplagte verunsichert, ob ihre Allergie eine Infektion begünstigen oder gar verschlimmern könnte. Fakt ist, dass Menschen mit Heuschnupfen zwar für bestimmte Allergene eine Übersensibilität des Immunsystems aufweisen, jedoch keine geschwächte Immun-Abwehr. Deswegen besteht für Pollenallergiker kein erhöhtes Risiko, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren oder an Covid-19 zu erkranken.

>> Warum FFP2-Masken nicht nur bei Corona, sondern auch bei Heuschnupfen helfen können <<

Auch ein erhöhtes Risiko einer allergischen Reaktion auf die Impfstoffe ist für Heuschnupfen-Patienten laut Experten nicht gegeben. Lediglich für Menschen, die bereits Allergie-Reaktionen auf gewisse Medikamente, Röntgen-Kontrastmittel oder Abführmittel gezeigt haben, könnte ein höheres Nebenwirkungsrisiko bestehen.

>> Alle wichtigen Infos, die Pollenallergiker in Corona-Zeiten wissen sollten <<