Heuschnupfen: Was hilft wirklich bei einer Pollenallergie?

Besonders in der Hauptblütezeit haben Pollenallergiker mit Fließschnupfen, brennenden Augen oder sogar Atemnot zu kämpfen. Doch welche Behandlung verschafft wirklich Abhilfe bei Allergie-Beschwerden und lohnt sich eine Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen? Wir klären euch über Akupunktur, Cetirizin und weitere Behandlungsmöglichkeiten auf!
Allergiker-Nasenspray
Foto: Diana Polekhina/unsplash

Die Symptome von Heuschnupfen lassen sich auf unterschiedliche Art und Weise eindämmen. In der Apotheke gibt es diverse rezeptfreie Medikamente, die Linderung versprechen. Durch eine Hyposensibilisierung kann das Immunsystem dauerhaft an die Allergene gewöhnt werden. Mittlerweile versuchen sich viele Heuschnupfen-Betroffene auch eine Therapie durch Akupunktur.

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Doch welche Behandlungsmöglichkeiten eignen sich am besten für die Linderung von Allergie-Beschwerden? Lohnt sich eine Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen wirklich? Erfahrt mehr über Allergiker-Nasensprays, Cetirizin und Co. in diesem Beitrag.

Welche Augentropfen bei Pollenallergie?

Allergiker-Augentropfen können vor allem verwendet werden, wenn sich die Pollenallergie durch Beschwerden wie juckende, brennende, tränende oder geschwollene Augen äußert. Da durch unkontrolliertes Berühren der empfindlichen Augenregion Viren oder Bakterien ins Auge gelangen und eine Bindehautentzündung verursachen können, sollten Augentropfen zur Linderung der Symptome bei Heuschnupfen benutzt werden.

Im Wesentlichen lassen sich die Allergiker-Augentropfen auf dem Markt in Augentropfen mit Antihistaminika und Augentropfen mit Cromoglicinsäure unterscheiden.

Bei Ersteren wird das Binden des Histamins verhindert, indem der Wirkstoff sich selbst in die entsprechende Bindungsstelle setzt. Augentropfen mit Antihistaminika haben den Vorteil, dass durch die lokale Anwendung eine schnelle Wirkung erzielt wird und nur sehr wenig Wirkstoff in die Blutbahn gelangt.

Die Behandlung von Augentropfen mit Cromoglicinsäure benötigt eine gewisse Vorlaufzeit. Um eine gute Wirkung zu gewährleisten, sollte ungefähr zwei Wochen vor Beginn der Hochblütezeit mit der Anwendung begonnen werden. Das liegt daran, dass Cromoglicinsäure die Freisetzung von Histamin, das für die allergische Reaktion verantwortlich ist, verhindert. Der Stoff besetzt die Zellen, die das Histamin speichern. Das funktioniert jedoch am besten, wenn die Allergie-Beschwerden nicht bereits aufgetreten sind.

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Welche Nasensprays bei Pollenallergie?

Nasensprays oder -tropfen zeigen eine ähnliche Wirkungsweise wie Allergiker-Augentropfen. Sie eignen sich vor allem bei einem Fließschnupfen oder einer verstopften Nase. Das Besondere an Allergiker-Nasensprays ist, dass sie Wirkstoffe enthalten, welche die Bindung des Histamins oder die Freisetzung des Histamins verhindern. So kann eine allergische Reaktion unterdrückt werden. Dadurch, dass das Allergiker-Nasenspray unmittelbar an der betroffenen Stelle angewendet wird, stellt sich nicht nur eine schnelle Linderung der Beschwerden ein: Anders als bei Nasensprays, die zur Abschwellung der Nasenschleimhäute beitragen sollen, gewöhnt sich der Körper bei Allergiker-Nasensprays nicht an die Wirkstoffe. Daher behalten diese Sprays auch langfristig ihre positive Wirkung.

Die meisten Nasensprays für Heuschnupfen-Patienten enthalten Cortison. Dadurch, dass die Sprays jedoch nur örtlich angewandt werden, gelangt nur eine sehr geringe Menge des Wirkstoffes in die Blutbahn. So ist die Gefahr von Nebenwirkungen relativ gering.

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Welche Tabletten bei Pollenallergie?

Wenn sich durch den Heuschnupfen viele verschiedene Symptome einschleichen, die nicht mehr nur lokal behandelt werden können, eignen sich Allergie-Tabletten, um die Effekte der durch das Histamin hervorgerufenen allergischen Reaktion einzudämmen. Der wohl bekannteste Wirkstoff ist Cetirizin. Dieser Wirkstoff ist ein Antihistaminikum und hindert das Histamin daran, sich an der Bindungsstelle zu binden, indem er sie selbst besetzt.

Durch die Einnahme von Allergietabletten mit Wirkstoffen wie Cetirizin oder Loratadin können viele Allergie-Beschwerden wie Hautausschläge, Niesreiz, eine laufende Nase oder geschwollene Augen gelindert werden. Gut ist, dass Allergietabletten eine lange Wirksamkeit von bis zu 24 Stunden aufweisen. Denn da sich viele Menschen mit Heuschnupfen nach Einnahme dieser Medikamente über Müdigkeit beklagen, können die Antihistaminika bereits abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

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Cortison-Spritzen und -Tabletten bei Pollenallergie

Der Wirkstoff Cortison wird bei diversen gesundheitlichen Leiden eingesetzt. Auch bei einer Pollen-Allergie kann Cortison helfen, die Beschwerden zu unterdrücken. Das Cortison verhindert die Bildung von Botenstoffen und hält so eine Entzündungs-Reaktion des Körpers auf. Da der Wirkstoff das Immunsystem für jegliche allergische Reaktionen lahmlegt, stellen sich die Heuschnupfen-Beschwerden – sobald das Cortison abgebaut ist – wieder ein. Depot-Spritzen können zwar bis zu zehn Wochen ihre Wirkung zeigen, bekämpfen jedoch nicht die tatsächliche Ursache der Pollen-Allergie.

Was versteht man unter Hyposensibilisierung bei Heuschnupfen?

Bei der spezifischen Immuntherapie – oder auch Hyposensibilisierung – handelt es sich um eine Art Allergie-Impfung. Bei dieser Behandlung steht nicht die Linderung der Symptome im Vordergrund, sondern die Bekämpfung der Ursache der Pollenallergie. Die Reaktion des Immunsystems auf die allergenen Stoffe soll sukzessive verringert werden. Das bedeutet, dass in regelmäßigen Abständen eine kontrollierte Menge des jeweiligen Allergens verabreicht wird, um eine Toleranz zu erreichen.

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Über einen längeren Zeitraum von etwa drei Jahren werden dem Heuschnupfen-Patienten so entweder Tropfen, Tabletten (sublinguale Immuntherapie) oder Spritzen (subkutane Immuntherapie) mit dem bestimmten Allergen verabreicht. Abhängig von der Verabreichungsart wird die Anwendung täglich oder vier- bis sechswöchentlich durchgeführt. Bei der sublingualen Immuntherapie können Nebenwirkungen wie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz auftreten. Auch bei bei der subkutanen Immuntherapie mit Spritzen können Patienten Nebenwirkungen wie ein Gefühl der Abgeschlagenheit am Behandlungstag, Juckreiz an der Einstichstelle, Rötungen oder Schwellungen bemerken. Diese klingen jedoch schnell ab und bedürfen keiner weiteren Behandlung.

Hilft Akupunktur wirklich bei Heuschnupfen?

Auch wenn chinesische Akupunktur keine allgemein anerkannte Methode der Schulmedizin ist, so schwören dennoch manche Heuschnupfen-Geplagte auf die Behandlung ihrer Pollenallergie durch Akupunktur. Die chinesische Heilkunde betrachtet Heuschnupfen als eine „Windkrankheit“ und begründet so, dass im Zuge einer Therapie der „Wind ausgeleitet“ werden müsse. Um das zu erreichen, wird an bestimmten Akupunktur-Punkten angesetzt.

Diese klassische Akupunktur-Behandlung wird meistens in den Wintermonaten begonnen, in denen keine Heuschnupfen-Beschwerden bestehen.

Durch das Setzen feiner Nadeln an bestimmten Punkten sollen selbstregulierende Prozesse im Körper stimuliert werden. Um dem Prozess genug Zeit zu geben, seine Wirkung entfalten zu können, verbleiben die Nadeln 15 bis 20 Minuten in der Haut. Das klingt schmerzhaft, soll es jedoch gar nicht sein.

Die Behandlung mit Nadeln soll erreichen, dass die Freisetzung von allergieauslösenden Botenstoffen wie Histamin verhindert wird. Die Heuschnupfen-Behandlung durch Akupunktur stellt jedoch nur eine Behandlung der Symptomatik und keine Bekämpfung der Ursache dar.

Ob die Akupunktur Wirkung zeigt oder nicht, hängt mit Sicherheit auch von dem individuellen Glauben an diese Methodik ab. Schaden kann sie in jedem Fall nicht, denn es sind keine Nebenwirkungen durch die Akupunktur bei Pollenallergie bekannt.

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Wie verhalten bei Pollenallergie? Tipps und Tricks zum Umgang mit Heuschnupfen

Heuschnupfen-Geplagte können auch unabhängig von Medikamenten Maßnahmen ergreifen, um ihre Beschwerden zu lindern. Ziel dabei ist es immer, den Kontakt mit Pollen möglichst zu minimieren. Dabei können ein paar einfache Tricks helfen, die Allergie erträglicher zu gestalten.

So sollten Menschen mit Heuschnupfen besonders in der Hauptblütezeit darauf achten, Teppiche und Polstermöbel häufig zu saugen – am besten mit einem Staubsauger, der einen integrierten Pollenfilter besitzt.

Darüber hinaus kann durch das Waschen der Haare vor dem Schlafengehen eine Linderung der Strapazen erzielt werden. Auch die getragene Kleidung sollte weder im Schlafzimmer ausgezogen noch gelagert werden. Um den Kontakt mit Pollen zu verhindern, sollte gewaschene Wäsche nicht draußen getrocknet werden.

Außerdem ist es bei warmem, windigem oder trockenem Wetter ratsam, auf lange Aufenthalte im Freien – insbesondere auf Wiesen oder Feldern – zu verzichten. Auch die (Auto)-Fenster sollten bei diesem Wetter geschlossen gehalten werden.

Beim Lüften können wenige einfache Regeln helfen, um die Pollenlast zu minimieren: Das Lüften empfiehlt sich vor allem, wenn es regnet. In städtischen Kreisen sinken die meisten Pollen vor allem abends nach unten, weshalb hier bevorzugt morgens gelüftet werden sollte. In ländlichen Umgebungen ist die Pollen-Konzentration morgens am höchsten. Hier sollte das Lüften also auf den Abend verschoben werden. Pollenschutzgitter vor den Fenstern halten zusätzlich bis zu 85 Prozent der Flugsamen ab.

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