Zwillinge machen Experiment: Drei Monate vegan gegen Ernährung mit Fleisch – was ist anders?

Zwei eineiige Zwillinge haben ein Ernährungsexperiment unternommen. Während sich einer nur von veganen Produkten ernährte, nahm der andere weiter Fleisch zu sich. Das ist das Ergebnis nach zwölf Wochen.

Zwei eineiige Zwillinge haben sich einem besonderen Experiment unterworfen. Die Brüder Hugo und Ross Turner wollten wissen, wie sich vegane Ernährung, also Ernährung ganz ohne tierische Produkte, im Gegensatz zu fleischhaltiger Ernährung auf den Körper und die Gesundheit auswirkt. „Wir können es wissenschaftlich angehen, weil wir Zwillinge sind und genetisch identisch sind“, erzählte Ross dem „Business Insider“.

Zwölf Wochen ernährten sich die Brüder daher völlig unterschiedlich. Hugo verzichtete gänzlich auf tierische Produkte, Ross nahm weiter Fleisch zu sich. Zudem absolvierten sie ein Ausdauer- und Fitnesstraining, das Ross, der auch als Personal Trainer tätig ist, entwickelte. Darüber hinaus achteten sie darauf, die gleiche Anzahl an Kalorien zu sich zu nehmen. Der Versuch wurde von Forschern des King’s College in London begleitet. Dabei wurden Faktoren wie Gewicht, Cholesterinwerte und Muskelmasse beobachtet und festgehalten.

Nach den zwölf Wochen wurde teils krasse Unterschiede bei den Brüdern festgestellt. So reduzierte sich etwa Hugos Körperfettanteil von 13 auf 12 Prozent, sein Gewicht ging von 84 Kilogramm zeitweise um vier Kilo zurück, am Ende des Experiments wog er 82 Kilogramm. Auch der Cholesterinspiegel sank.

Ganz im Gegensatz zu Ross, dessen Körperfettanteil von 13 auf 15 Prozent anstieg. Seine Muskelmasse stieg um 4,5 Kilogramm, allerdings legte er auch zwei Kilogramm Fett zu, er wog am Ende 85,7 Kilogramm. Sein Cholesterinspiegel hingegen blieb gleich und veränderte sich nicht.

Experiment wohl nur ein Anfang

Auch die Darmflora der beiden Zwillinge wurde beeinflusst. Bei Hugo kam durch die vegane Ernährung hinzu, dass er Lebensmittel aß, an die sein Körper nicht wirklich gewöhnt war. Die Forschungsstiftung Atlas Biomed analysierte seine Stuhlproben und kam zu dem interessanten Schluss, dass sich Hugos Widerstandsfähigkeit gegenüber chronischen Krankheiten verbessert habe. Gleichzeitig sank das Risiko für Übergewicht und Diabetes Typ 2. Damit wurden bereits vorangegangene Forschungen belegt, dass eine pflanzenbasierte Ernährung das Risiko solcher Krankheiten senkt.

Im Nachhinein bedauerten die Brüder aber, das Experiment nur auf zwölf Wochen ausgedehnt zu haben. Denn für aussagekräftigere Ergebnisse müsse man einen längeren Zeitraum anlegen. Daher wollen sie das Experiment wiederholen, diesmal aber soll es mindestens sechs Monate, im besten Fall ein Jahr andauern.

 

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Dennoch nahmen beide viel Positives aus dem Experiment mit. Die Ernährungsvielfalt wurde durch die Auseinandersetzung mit veganen Lebensmitteln gesteigert, zudem wollen die Brüder nun weiter vegane Ernährung testen und deren Beeinflussung auf die Fitness beobachten. Ihr Fazit aber lautet: Optimale Ernährung besteht aus einer Mischung aus pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln. „Eine vegane Ernährungsweise hat gewisse Vorteile, gleiches gilt für den Fleischkonsum. Ich denke nicht, dass die eine Ernährungsweise die andere während des Versuchs in den Schatten gestellt hat“, so Ross.

„In Zukunft werden wir eine Mischung aus beidem machen, indem wir fleischlose Tage festlegen und mehr vegane Lebensmittel in unsere Ernährung integrieren, qualitativ hochwertigeres Fleisch kaufen und weniger Fleisch essen. Wir wollen das Beste aus beiden Welten.“

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