Digitaler Impfpass zur Corona-Impfung – das müsst ihr über CovPass wissen

Die Zahl der Corona-Impfungen in Deutschland steigt täglich. Und wer geimpft ist, will das auch nachweisen können. Mit CovPass, einer neuen App, sollen aber nicht nur Geimpfte einen Teil ihrer Grundrechte mit einem Griff in die Hosentasche zurückbekommen, sondern auch Genesene und negativ Getestete. Wir haben alle Infos zum digitalen Impfpass für euch.
CovPass digitaler Impfpass
Foto: Matthias Balk/dpa

Seit die Corona-Impfungen um den Jahreswechsel 2020/2021 angelaufen sind, wurden schon Millionen Deutsche geimpft. Um einen Teil der Grundrechte zurückzubekommen, muss das allerdings nachgewiesen werden. Mit der neuen App CovPass ist der digitale Impfpass immer dabei – auf dem Smartphone.

Doch CovPass soll auch Genesenen und negativ Getesteten dabei helfen, Einlass in Restaurants oder sogar andere Länder zu bekommen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

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Was bringt ein digitaler Impfpass?

Der geplante digitale Impfnachweis in Deutschland soll nicht nur als Bescheinigung eines vollständigen Impfschutzes dienen, sondern auch offizielle negative Corona-Testergebnisse anzeigen können. Außerdem soll die Smartphone-App, die unter dem Namen „CovPass“ veröffentlicht werden soll, auch für Genesene zum Nachweis einer überstandenen Corona-Erkrankung dienen. Genau genommen handelt es sich also gar nicht um einen Impfpass.

Das Projekt unter der Führung des amerikanischen Technologiekonzerns IBM liegt dem Vernehmen nach zeitlich im Plan. CovPass soll demnach noch vor den Sommerferien der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Beteiligt sind auch das Kölner Start-up Ubirch, der schwäbische IT-Dienstleister Bechtle und Govdigital, ein genossenschaftlicher Zusammenschluss von zehn IT-Dienstleistern der öffentlichen Hand.

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CovPass soll den Betroffenen die Möglichkeit geben, schnell und fälschungssicher nachzuweisen, dass sie wieder bestimmte Grundrechte in Anspruch nehmen können, etwa bei Urlaubsreisen. Der Nachweis soll aber auch über andere Apps angezeigt werden können, unter anderem durch die Corona-Warn-App des Bundes, die bereits 27,5 Millionen Mal heruntergeladen wurde. Hier soll ein künftiges Update für eine entsprechende Erweiterung sorgen.

Wie funktioniert der CovPass?

CovPass erstellt einen QR-Code auf dem Smartphone des Nutzers, der gescannt werden kann. Bei der Überprüfung des Status – etwa durch eine Fluggesellschaft oder einen Restaurantbetreiber – wird nur ein Signal „grün“ oder „rot“ mit dem dazugehörigen Namen und Geburtsdatum angezeigt. Ob die Freischaltung durch eine vollständige Impfung, einen negativen Corona-Test oder eine überstandene Corona-Erkrankung erfolgt, sieht die Prüfstelle nicht. Wichtig: immer auch den Personalausweis mitführen.

Die CovPass-App soll allerdings nicht nur den Nachweis des Smartphone-Besitzers speichern können, sondern von mehreren Personen. Ähnlich wie bei digitalen Boarding-Pässen im Flugverkehr könne beispielsweise ein Elternteil die Nachweise für die gesamte Familie von einem Smartphone aus vorlegen.

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Wie registriere ich meine Impfung im CovPass?

Auch hier kommt ein QR-Code zum Einsatz. Diese sollen in Zukunft direkt nach der letzten Impfung vom Impfzentrum ausgegeben werden und sofort eingescannt werden können. Aber Vorsicht: Erst zwei Wochen nach der letzten Impfung ist die Wirkung völlig entfaltet – und der digitale Impfnachweis somit gültig. In diesem Zeitraum könnte ein negativer Test aber Abhilfe schaffen, den man im CovPass registriert.

Wann kommt der digitale Impfpass?

Deutschland will gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen. Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Der gelbe Impfpass ist als international anerkanntes Dokument gültig.

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Der Deutsche Hausärzteverband zweifelt jedoch an der geplanten Einführung eines digitalen Impfpasses bis Ende Juni. Es deute wenig darauf hin, dass der Ausweis bis zum Beginn der Reisesaison im Sommer flächendeckend verfügbar sein werde, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der „Augsburger Allgemeinen“. „Da darf man mit Blick auf bürokratische Vorgaben und weitere leidvolle Verkomplizierungen schon Zweifel haben, ob den vollmundigen Ankündigungen dann auch zeitnah Taten folgen werden.“

Ist der digitale Impfpass Pflicht?

Nein. Die CovPass-App ist laut Herausgeber Robert Koch-Institut freiwillig.

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Kostet CovPass etwas?

Nein, CovPass ist kostenlos.

CovPass: Läuft die App auch auf älteren Smartphones?

Die CovPass-App soll auch auf älteren Smartphones laufen. Bei den iPhones wird das Betriebssystem iOS 12 oder ein neueres vorausgesetzt, so dass alle Apple-Smartphones ab dem iPhone 5s kompatibel sind. Bei den Android-Smartphones läuft die Anwendung ab Version 6, die im Herbst 2015 auf den Markt kam.

Digitaler Corona-Impfpass: Was machen Menschen ohne Smartphone?

Menschen, die kein Smartphone besitzen, erhalten zusätzlich zu dem Eintrag im analogen gelben Impfpass einen Ausdruck der digital einlesbaren Impfbescheinigung als QR-Code auf Papier.

Ich habe mein Smartphone verloren – was nun?

Auch bei einem Verlust oder Wechsel des Smartphones kann das Zertifikat über den ausgedruckten QR-Code erneut ins Handy eingelesen werden.

Ist der CovPass sicher?

Ja. Einerseits ist er – im Gegensatz zum analogen Impfpass – fälschungssicher. Andererseits erfasst er nicht laufend Daten oder muss die Daten teilen, um den Zweck zu erfüllen – wie etwa die Luca- oder Corona-Warn-App. Beim CovPass werden die Daten nur auf dem Smartphone gespeichert. Aber selbst wenn es jemandem gelingen sollte, das Smartphone zu knacken, kann ohne einen passenden Personalausweis nichts mit dem CovPass angefangen werden.

Um Experten von der Sicherheit zu überzeugen, wollten die Entwickler den Quellcode der App veröffentlichen.

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CovPass – welche Alternativen gibt es?

Wer kein passendes Gerät besitzt oder schlicht keine Lust auf die App hat, der kann sich natürlich jederzeit mit dem analogen gelben Impfpass ausweisen. Alternativ kann der QR-Code, den das Smartphone ausspielen würde, auf Papier ausgedruckt werden.

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Für die Gemütlichen unter euch besteht, wie bereits erwähnt, die Möglichkeit, sich auf dem Smartphone einer anderen Person zu registrieren, die den Code dann vorzeigt. Oder aber ihr habt die Corona-Warn-App bereits installiert – denn der CovPass soll als neue Funktion hinzugefügt werden.

dpa