Coronavirus - Digitaler Impfnachweis
Foto: Stefan Puchner/dpa

Der digitale Impfass ist da – seit dem 1. Juli. Allerdings schauten Genesene lange in die Röhre. Denn: Personen, die bereits eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, sollen nur eine Booster-Impfung statt zwei Impfungen erhalten. Digital ließ sich das allerdings bislang noch nicht erfassen. Ab dem 9. Juli ist es endlich soweit sein. Das ist der Stand der Dinge.

UDPATE 8. Juli: Digitale Corona-Impfnachweise sollen von diesem Freitag (9. Juli) an in Apotheken auch für Genesene zu bekommen sein, die ergänzend eine Impfung bekommen haben. Dafür ist nun die notwendige technische Lösung umgesetzt worden, wie der Deutsche Apothekerverband am Donnerstag in Berlin mitteilte.

Was müssen Genesene machen, um den digitalen Impfnachweis zu erhalten?

Um den digitalen Nachweis zum Vorzeigen auf dem Handy zu bekommen, müssten Genesene drei Dokumente in der Apotheke vorlegen: einen Ausweis mit Foto, den Nachweis eines positiven PCR-Tests und den Nachweis über die einmalige Impfung, etwa im gelben Impfbuch. „Es gibt immerhin mehr als 3,7 Millionen Genesene im Land, von denen viele zwischenzeitlich geimpft sind“, sagt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Deutschen Apothekerberandes. „Ihnen kann das Impfzertifikat helfen, den Sommer und die Urlaubszeit unbeschwerter zu genießen“.

Was bringt der digitale Impfpass eigentlich?

Der digitale Impfpass ermöglicht es, erhaltene Corona-Impfungen digital zu dokumentieren. Mittels QR-Codes werden die Impfungen in der Corona-Warn-App oder der CovPass-App des Robert-Koch-Instituts im Smartphone eingetragen, welches dann bequem vorgezeigt werden kann. Auch für Reisen innerhalb der EU ist dieser digitale Impfnachweis nützlich.

Digitaler Impfpass: Was war das Problem für Genesene?

Lange profitierten nur Personen, die zweifach geimpft wurden und jeweils einen QR-Code bekommen haben, einen digitalen Impfnachweis. Genesene schauten lange in die Röhre. Und das obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, dass Personen, die bereits eine Covid-19-Infektion durchgemacht, eine einmalige Impfung nach frühestens sechs Monaten erhalten sollen. Aufgrund der bestehenden Immunität nach Corona-Erkrankung wird durch die sogenannte „Booster-Impfung“ eine sehr gute Immunantwort erwartet. Eine zweite Impfung wird als nicht nötig erachtet.

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Personen, die eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, gelten nach einer Spritze somit als vollständig geschützt. Das hat die Bundesregierung sogar per Verordnung festgelegt. Dennoch ließ der Impfnachweis für diese Personen lange auf sich warten. Jedoch: Wer den Nachweis einer Corona-Infektion (PCR-Test) und den gelben Impfausweis mit der Eintragung einer Impfung vorlegt, sollte genauso behandelt werden wie eine Person mit doppelter Impfung.

Warum erhielten Genesene lange keinen digitalen Impfnachweis?

Dass Genesene ihre durchgemachte Infektion nicht digital erfassen konnten, lag daran, dass dafür noch nicht die technischen Voraussetzungen geschaffen wurden. Man habe nicht mit der ganzen App warten wollen, bis auch dieser Teil vollends ausentwickelt ist, wird Gesundheitsminister Jens Spahn von der „Ärztezeitung“ zitiert. Spahn sei selbst als Covid-19-Genesener betroffen gewesen.

Wann sollen Genesene auch vom digitalen Impfpass profitieren können?

Das Bundesministerium für Gesundheit teilt auf seiner Homepage mit: „Auch negative Tests oder eine durchgemachte Infektion werden sich zukünftig in der CovPass-App und auch der Corona-Warn-App als Testzertifikat bzw. Genesenenzertifikat hinterlegen lassen.“

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Mitte Juni stellte Gesundheitsminister Spahn jedoch in Aussicht, dass die technischen Voraussetzungen für Genesene bis Ende Juni geschaffen werden. Wie „tagesschau.de“ berichtet, gab es anschließend noch technische Probleme. Apothekenseitig seien noch Anpassungen am Webportal notwendig, so das Bundesgesundheitsministerium. Nun ist klar: ab dem 9. Juli gibt es den digitalen Impfausweis auch für Genesene (siehe Update oben).