Booster-Impfung: Wer sie wann braucht – alle Infos zur Auffrischung des Corona-Schutzes

Was ist die Covid-19 Booster-Impfung und wer braucht sie? Ist die dritte Impfung auch jungen Menschen zu empfehlen und wie bekomme ich einen Termin für die Auffrischungsimpfung? Wir beantworten alle Fragen rund um die dritte Impfung für euch.
Dritte Impfung: Alle Infos zur Auffrischung des Corona-Schutzes – wer kann sich wann und wo die Booster-Impfung geben lassen?
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Seit Wochen steigen die Inzidenzen sämtlicher deutscher Bundesländer – inklusive NRW. Experten sind sich einig: Um der vierten Corona-Welle entgegenwirken zu können, ist eine flächendeckende Auffrischung des Impfschutzes vor allem der vulnerablen Gruppen notwendig.

Doch was genau ist die Auffrischungsimpfung, also die sogenannte Booster-Impfung? Und wer sollte sich wann zum dritten Mal impfen lassen? Was gilt für Menschen, die mit AstraZeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden? Wir haben alle Infos zur dritten Impfung für euch im Überblick!

Was ist die COVID-19 Booster-Impfung?

Durch die Impfung gegen einen bestimmten Krankheitserreger wird in den meisten Fällen eine sogenannte Grundimmunisierung erzielt. Diese wird bei den Corona-Impfstoffen durch zwei Impfdosen und bei dem Vakzin von Johnson & Johnson durch eine Dosis erreicht. Da der Impfschutz jedoch sukzessive nachlässt, wird nach einiger Zeit eine Auffrischung benötigt – die sogenannte Booster-Impfung. Der Unterschied zur Grundimmunisierung besteht darin, dass für die Corona-Auffrischungsimpfung nur eine Dosis des jeweiligen Vakzins verabreicht werden muss.

Mit den Booster-Impfungen hat bislang vor allem Israel gute Erfahrungen gemacht: So fanden israelische Forscher heraus, dass das Infektionsrisiko für Menschen über 60 Jahren, die nur zwei Dosen bekamen, zehn Mal höher sei als das derjenigen in dieser Altersklasse, die die Auffrischungsimpfung bereits erhielten.

Wie lange ist das Impfzertifikat gültig?

Prinzipiell bleibt ein digitales Impfzertifikat ein Jahr lang gültig. Die Gültigkeit wird jedoch nicht ab dem Zeitpunkt der Impfung gemessen, sondern ab dem Zeitpunkt, ab dem der Geimpfte den QR-Code beispielsweise für die CovPass-App eingescannt hat.

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Wer braucht eine Booster-Impfung?

Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass alle Menschen eine Auffrischungsimpfung brauchen. So kann der Impfschutz gewährleistet werden. Die STIKO empfiehlt die Booster-Impfung für alle über 18 Jahren. Besondere Empfehlungen spricht die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) folgenden Personengruppen aus:

  • Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und anderen vulnerablen Gruppen
  • Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden
  • Personen mit einer Immunschwäche
  • Personen mit einer schweren Immunschwäche oder Immunsuppression (i.d.R. ab 4 Wochen nach Grundimmunisierung)
  • Menschen ab 80 Jahren
  • Menschen ab 60 Jahren nach individueller Abwägung und ärztlicher Beratung
  • Personal, das regelmäßig in Kontakt mit infektiösen Menschen steht, zum Beispiel in medizinischen Einrichtungen oder Pflegeeinrichtungen
  • Enge Haushaltskontaktpersonen von Personen mit einer schweren Immunschwäche
  • Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden
  • Personen, die ihre vollständige Impfserie mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekommen haben
  • Personen, die nach einer Coronavirus-Infektion eine Impfdosis eines Vektor-Impfstoffs erhalten haben

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Wie viele Menschen müssen geboostert werden?

Berlin hatte nach Angaben des Robert Koch-Instituts Stand Donnerstag 2,51 Millionen Geimpfte mit vollständiger Grundimmunisierung. Rund 311 000 hatten eine Auffrischung – das war ein Anteil von 8,5 Prozent und bundesweit Spitze. In der Gruppe 60 plus waren es 25,7 Prozent. Da im Frühsommer der Höhepunkt der ersten Impfwelle erreicht war, läuft die Fünf-Monats-Frist demnächst für Hunderttausende ab. Der Berliner Hausärzteverband ist zuversichtlich, dass bis Ende Januar alle Interessierten die Auffrischung bekommen könnten. „Man kann es schaffen, aber es müssen sich alle anstrengen“, sagte der Vorsitzende Wolfgang Kreischer der Deutschen Presse-Agentur.

Wann empfiehlt die STIKO eine COVID-19 Booster-Impfung?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre ersten Empfehlungen zu der dritten Impfung gegen COVID-19 erst veröffentlicht, als die Impfkampagnen für Auffrischungsimpfungen bereits angelaufen waren. Das Gremium empfiehlt die sogenannte Booster-Impfung frühestens sechs Monate nach der zweiten Corona-Impfung und besonders für folgende Personengruppen:

  • Menschen ab 70 Jahren
  • Bewohnerinnen und Bewohner unter 70 Jahren in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen
  • Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt zu den zu Pflegenden in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der Pflege
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt

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Können auch junge, gesunde Menschen eine Booster-Impfung erhalten?

„Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden, nicht die Ausnahme“, sagt Gesundheitsminister Spahn. Das bedeutet, dass in Zukunft auch junge Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten könnten. Vorab solltet ihr euch mit eurem Hausarzt kurzschließen und klären, ob das sinnvoll ist.

 

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Für Menschen unter 30 Jahren hat die STIKO inzwischen eine neue Empfehlung für die Wahl des Impstoffherstellers ausgesprochen: Laut der Impfkommission soll diese Personengruppe künftig nur noch das Vakzin von Biontech/Pfizer erhalten. Das gilt sowohl für Erst-, als auch Auffrischungsimpfungen. Grund für die Empfehlung der STIKO seien neueste Analysen, die ergaben, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Jungen und jungen Männern sowie bei Mädchen und jungen Frauen nach der Impfung mit „Spikevax“ von Moderna häufiger beobachtet wurden, als nach der Biontech-Impfung.

Benötigen Genesene eine Auffrischungsimpfung?

Genesene gelten als besonders gut geschützt gegen eine erneute Erkrankung. Ihnen empfiehlt die STIKO momentan die Verabreichung lediglich einer Impfdosis etwa sechs Monate nach einer symptomatischen Corona-Erkrankung und etwa vier Wochen nach einer asymptomatischen Corona-Erkrankung. Auch Personen, die nach der ersten Impfung an Corona erkrankt sind, legt die Ständige Impfkommission nahe, sich frühestens vier Wochen nach dem Ende der Symptome erneut impfen zu lassen.

Was sagt die EMA über die COVID-19 Booster Impfung mit dem Moderna-Impfstoff?

Auch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die dritte Impfung gegen das Coronavirus mit dem Impfstoff von Biontech genehmigt. Laut der EMA kommen für Booster-Impfungen Menschen ab 18 Jahren in Betracht. Auch die EU-Behörde rät ab sechs Monaten nach Verabreichung der zweiten Impfdosis zu einer Auffrischung des Impfschutzes.

Gleiches gilt für den Impfstoff „Spikevax“ von Moderna. Hierfür wird jedoch nur die Hälfte der Dosis, die für die Grundimmunisierung verwendet wird, verabreicht. Lediglich für Patienten mit schwerer Immundefizienz gilt: Die Auffrischung sollte nach vier Wochen und auch mit Moderna mit einer vollen Dosis erfolgen.

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Wann wird eine Booster-Impfung nach einer Grundimmunisierung durch Astrazeneca oder Johnson & Johnson empfohlen?

Für Menschen, die mit einem der Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, gelten gesonderte Empfehlungen. Das liegt daran, dass der Impfschutz dieser beiden Vakzine nicht so hoch ist wie der anderer Hersteller wie Biontech oder Moderna. Aus diesem Grund werden Dritt-Impfungen nur noch mit den Stoffen dieser beiden Hersteller angeboten. Die Gesundheitsministerkonferenz hat für Astrazeneca- oder Johnson-&-Johnson-Geimpfte folgende Zeiträume empfohlen, um einen hohen Infektionsschutz gewährleisten zu können:

  • Astrazeneca-Geimpfte sechs Monate nach der zweiten Impfung
  • Johnson-&-Johnson-Geimpfte vier Wochen nach der Impfung (vorangegangen war eine entsprechende Empfehlung der Stiko)

Wann sollte man sich ein drittes Mal impfen lassen?

Eine dritte Impfung sollte mit einem Abstand von mindestens sechs Monaten zur Zweitimpfung (oder bei Genesenen zur Erstimpfung) verabreicht werden.

Welche COVID-19-Impfstoffe gibt es in Deutschland als Auffrischungsimpfung?

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben sich darauf geeinigt, dass für die dritte Impfung gegen Corona ausschließlich mRNA-Impfstoffe (Biontech/Pfizer oder Moderna) verwendet werden. Dabei ist es unerheblich, welcher Impfstoff für vorherige Impfungen injiziert wurde.

Kann die Booster-Impfung gleichzeitig mit der Grippe-Impfung verabreicht werden?

Laut STIKO muss zwischen der dritten Corona-Impfung und anderen Totimpfstoffen (wie dem gegen die Influenza-Grippe) kein zeitlicher Abstand eingehalten werden. Sie können gleichzeitig durchgeführt werden, wenn die nötige Indikation besteht. Dabei erfolgt die Injektion an unterschiedlichen Gliedmaßen.

Dritte COVID-19-Impfung im Impfzentrum oder der Arztpraxis?

Auffrischungsimpfungen erhaltet ihr insbesondere bei Haus-, Fach- und Betriebsärzten. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach plädiert jedoch dafür, die Impfzentren wiederzueröffnen, um das Impftempo zu erhöhen und somit der vierten Corona-Welle entgegenzuwirken. Inzwischen haben in vielen NRW-Städten auch die Impfzentren wieder geöffnet.

Wie bekomme ich einen Termin für die dritte Impfung?

Da Ärzte die Hauptanlaufstelle für die dritte Impfung sind, wendet ihr euch für eure Auffrischung am besten direkt an euren Arzt. Für Bewohner von Pflegeheimen und ähnlichen Einrichtungen wird das Angebot organisiert. Auch mobile Impfteams werden wieder im Einsatz sein.

Besteht Aussicht, dass die Terminsuche für Booster-Impfungen leichter wird?

Die Kapazität soll ausgebaut werden. Die Malteser, die unter anderem das Impfzentrum Messe in Berlin betreiben, haben nach eigenen Angaben die Zahl der täglichen Impfungen dort von 1200 auf 2500 gesteigert. Weitere kurzfristige Erhöhungen seien geplant. Eigentlich ein gutes Zeichen, wenn nicht die Zahl der Arztpraxen stetig zurückgehen würde: Hausärzte-Verbandschef Kreischer sagte, hätten im Sommer noch 3000 Praxen in Berlin geimpft, so seien es heute nur noch 2000. Der Verwaltungsaufwand sei zu groß und das Honorar zu niedrig. Würde die Vergütung von 22 auf mindestens 30 Euro pro Impfung aufgestockt, ließen sich bestimmt wieder viele Ärzte zum Impfen motivieren.

Was kostet die dritte Corona-Impfung?

Sämtliche COVID-19-Impfungen, die nach der Impfverordnung erfolgen, sind für Bürgerinnen und Bürger kostenlos. Das bezieht sich auch auf die dritte Impfung.

Corona-Auffrischungsimpfung: Ist ein Antikörpertest vorher sinnvoll oder gar notwendig?

Für den Laien klingt die Idee, vor der dritten Impfung einen Antikörpertest zu machen um den Impfschutz zu testen, logisch.

Wie Dr. Klaus Rembrink, Vorsitzender der KVWL in Gelsenkirchen, der „WAZ“ sagte, ist das jedoch nicht so sinnvoll wie man meinen könnte: „Diese Tests reichen nicht aus, um bestimmen zu können, ob jemand ausreichend gegen das Coronavirus geschützt ist. Mit den Antikörpertest kann man zwar gut feststellen, ob es eine stille Infektion gab, aber als Methode um den Impfschutz bestimmen zu können, ist dieser Test allein ungeeignet.“ Man sei gut darin beraten, sich bei Drittimpfungen und Antikörpernachweisen an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu halten.

mit Agenturmaterial (dpa)