Verkehrskontrolle überrascht Beamte: Über 100 gefälschte Impfausweise gefunden!

Zunächst sah es nach einer ganz normalen Routinekontrolle eines Autofahrers aus. Doch dann machten die Beamten einen überraschenden Fund: Im PKW fanden sie 119 gefälschte Impfausweise.
Gefälschte Impfpässe Corona
Das Bild zeigt einen Teil der von der Polizei sichergestellten Impfpässe. Foto: Polizei Minden-Lübbecke

Es ist die bisher größte gleichzeitig sichergestellte Menge an Impfpässen im Kreis Minden-Lübbecke (NRW): 119 falsche Pässe hatten die beiden polizeibekannten Fahrzeuginsassen dabei. Beide Männer wurden zunächst festgenommen.

Bei einer Routine-Fahrzeugkontrolle hat die Polizei in Porta Westfalica (NRW) 119 gefälschte Impfausweise in einem Auto gefunden.

Die Polizeistreife hatte den PKW am späten Montagabend gegen 21.50 Uhr im Umfeld eines Schnellrestaurants anlässlich einer Verkehrskontrolle gestoppt. Aus dem Fahrzeug kam ihnen bereits Marihuanageruch entgegen. Der Verdacht bestätigte sich dank eines positiven Drogentests beim 30 Jahre alten Fahrer.

Bei der weiteren Durchsuchung des Wagens kam es dann zum Fund einer Tüte mit einer geringen Menge an Drogen – und den gefälschten Impfausweisen. Diese waren teilweise mit Namen, Stempeln eines Impfzentrums sowie Aufklebern samt Chargennummern versehen. Erst am Folgetag konnte der Verdacht der Fälschung durch Anschlussermittlungen bestätigt werden.

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Gefälschte Impfausweise sind kein Kavaliersdelikt

Mit der Corona-Pandemie hat sich der Impfpass zu einem immens wichtigen Ausweisdokument entwickelt. Dass derzeit gefälschte Impfausweise im Umlauf sind, ist den heimischen Ermittler hinlänglich bekannt. So landen aktuell durchschnittlich ein bis zwei derartige Verfahren pro Tag auf den Schreibtischen des zuständigen Kriminalkommissariats. Nach bisherigen Erkenntnissen werden derartige Fälschungen für rund 150 bis 250 Euro verkauft.

Zudem haben die Ermittler den Eindruck, dass die Nutzer solcher Fälschungen dies offenbar als Kavaliersdelikt ansehen. Hier hat der Gesetzgeber jedoch klare Regelungen getroffen. Impfpass-Fälschungen sind Straftaten. Wer gemäß § 276 Strafgesetzbuch einen unechten oder verfälschten amtlichen Ausweis unter anderem gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Daher warnt die Polizei eindringlich vor dem Ankauf und der Nutzung gefälschter Impfpässe.

Die beiden 30 und 36 Jahre alten Männer sind derweil wieder auf freiem Fuß: Die Polizei musste sie aufgrund fehlender Haftgründe ziehen lassen. Neben dem laufenden Verfahren ergeben sich aus den aufgefundenen Daten in den Impfpässen, insbesondere den Namen, nun weitere Ermittlungsverfahren.

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