Sturm „Ylenia“ fegt über NRW: Zugausfälle, umgestürzte Bäume – Feuerwehr im Dauereinsatz

Sturmtief "Ylenia" hat in NRW für zahlreiche Feuerwehr- und Polizeieinsätze in der Nacht gesorgt. Es kam zu Zugausfällen, umgestürzten Bäumen und Stromausfällen. Der ganzen Tag über kann es noch zu Sturmböen kommen.
Sturmtief Ylenia Nordwestbahn
In NRW bei Dorsten räumen Feuerwehrleute unter dem Triebwagen der Nordwestbahn einen Baum weg. Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms "Ylenia" den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. Foto: Bludau Foto/dpa
Sturmtief Ylenia Nordwestbahn
In NRW bei Dorsten räumen Feuerwehrleute unter dem Triebwagen der Nordwestbahn einen Baum weg. Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms "Ylenia" den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. Foto: Bludau Foto/dpa

Stürmische Zeiten in NRW und ganz Deutschland: Nach „Xandra“ zeigte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Sturmtief „Ylenia“ seine stürmischen Seiten. Dabei kam es vielerorts zu umstürzenden Bäumen und herumfliegenden Gegenständen, im Kreis Borgen mussten zehntausende Menschen bis zum Morgen ohne Strom auskommen.

Die glückliche Nachricht gleich vorab: Schwere Unfälle mit Toten wurden vorerst noch nicht gemeldet. Anstelle dessen sorgt das Sturmtief „Ylenia“ am frühen Donnerstagmorgen in Nordrhein-Westfalen mit Orkanböen bis 110 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Polizei und Rettungskräfte befinden sich im Dauereinsatz.

Vielfach fielen Bäume auf die Fahrbahn oder Straßenschilder wurden umgeweht. Die Schülerinnen und Schüler in NRW durften am Donnerstag wegen des Sturms zu Hause bleiben. Der Deutsche Wetterdienst warnte bis zum Morgen (7.35 Uhr) für große Teile des Landes vor Unwetter.

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Stromausfall in Borken, Corona-Teststation in Kleve zerstört

In Wuppertal stürzte ein etwa 40 Meter hoher Baum um und fiel auf die Schienen der Wuppertaler Schwebebahn, wie die Feuerwehr mitteilte. Der Baum wurde noch in der Nacht zersägt. Im Kreis Borken fiel gegen 3 Uhr morgens für Zehntausende Menschen der Strom aus, weil Bäume auf ein Umspannwerk gestürzt waren. Laut dem Netzbetreiber Westnetz waren zwischenzeitlich etwa 54 000 Haushalte ohne Strom. Am Donnerstagmorgen sei die Störung behoben worden.

In Kleve am Niederrhein hielt eine Corona-Teststation dem Sturm nicht stand. Der Wind zerstörte am Mittwochabend das Zelt des Drive-in-Testzentrums, wie die Feuerwehr mitteilte. Zwei Dutzend Feuerwehrleute mussten ausrücken, um die Stangen und Planen einzuräumen.

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Ein Schwerpunkt des Sturms lag im Münsterland und in Ostwestfalen. In Paderborn verursachte eine vom Dach gewehte Photovoltaikanlage einen Schaden von rund 30.000 Euro. Teile der Anlage hätten dabei ein parkendes Auto getroffen, sagte ein Sprecher der Polizei Paderborn.

Nordwestbahn stellt Betrieb ein

Die Nordwestbahn stellte am Donnerstagmorgen wegen der Sturmschäden den Zugverkehr komplett ein, wie das Unternehmen am Morgen mitteilte. Betroffen ist unter anderem die Senne-Bahn zwischen Paderborn und Bielefeld (RB 74) sowie der Niers-Express zwischen Kleve und Düsseldorf (RE 10). Schienenersatzverkehr werde vorerst nicht angeboten, sagte Nordwestbahn-Sprecher Steffen Högemann.

Starke Behinderungen gab es auch auf einzelnen Regionalstrecken der Bahn. So wurde der Zugverkehr etwa auf der Linie RB 64 (Münster-Gronau-Hengelo), RE 17 (Hagen-Schwerte-Warburg), RE 57 (Dortmund-Winterberg) und RB 51 (Dortmund-Enschede) vorübergehend eingestellt. Der Fernverkehr durch NRW in Richtung Süden laufe aber weiter, sagte eine Bahnsprecherin am Morgen. Auch die meisten S-Bahnen in NRW verkehrten weiter.

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Auch im Tagesverlauf sollte der Sturm kaum abflauen. „Das Gröbste ist erstmal durch, aber Richtung Mittag gibt es nochmal ein zweites Windmaximum vor allem im Norden und Osten NRWs“, sagte Jan Kärger, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in Essen.

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dpa