Wie bitte? NRW-Polizei gründet Arbeitsgruppe für Toilettenwagen

Die Polizei in NRW fordert bessere Toiletten bei Einsätzen und gründet nun eine Arbeitsgruppe für Toilettenkraftwagen.
Dixi-Klo
Dixi-Klo. Foto: Bernd Thissen/dpa
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Dixi-Klo. Foto: Bernd Thissen/dpa

Notdurft macht erfinderisch: Die NRW-Polizei gründet eine Arbeitsgruppe für Toilettenkraftwagen und Toilettencontainer. Die „AG Toikw/Toicon“ soll zum 1. Oktober ihre Arbeit aufnehmen, wie eine Sprecherin des Innenministeriums sagte. Hintergrund: Die Bereitschaftspolizisten des Landes sollen künftig bei ihren Einsätzen – wie bei Demos – einen eigenen Toilettenwagen oder Container dabei haben. Bislang werden meistens mobile Klohäuschen angemietet.

Die Initiative ging von einer anderen Polizei-Arbeitsgruppe aus, die Ende letzten Jahres einen fast 400 Seiten dicken Bericht zum Thema „Versorgung“ vorgelegt hatte. Neben der Verpflegung der Bereitschaftspolizei geht es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, auch um die Klo-Situation bei Einsätzen. So wurden zum Beispiel 2020 bei Demos am Kraftwerk Datteln IV Toilettencontainer gemietet – Gesamtkosten für zwei Tage: 24.000 Euro. In anderen Fällen müssen sich Beamte förmlich in die Büsche schlagen. Aber Achtung: Wildpinkeln ist in Deutschland verboten. Bei „Erregung öffentlichen Ärgernisses“, wie das Delikt im Fachjargon heißt, drohen saftige Bußgelder.

Polizei NRW will keine „Baustellen“-Klos mehr

Die erste Arbeitsgruppe empfahl daher die Anschaffung eigener Toilettenfahrzeuge und Container für jede Polizeihundertschaft. Mit Platz genug, um die Ausrüstung auszuziehen, sowie mit Kabinen „männlich/weiblich/divers“. Die neue Gruppe unter Leitung der Polizei Wuppertal soll nun klären, was man genau braucht, wie man die Wagen leeren und reinigen könnte, was es auf dem Markt gibt. Der Abschlussbericht soll in einem Jahr vorliegen.

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Mertens, begrüßt das Projekt: „Unsere Einsatzkräfte verdienen auch in unwegsamen Gelände saubere, sanitäre Angebote“, so Mertens. „Baustellen-Klos“ sollten künftig nur noch in „begründeten Ausnahmefällen“ eingesetzt werden, so der Gewerkschafter.

dpa