Uni Duisburg-Essen: Lehre nach Hackerangriff weiter massiv gestört

Die Universität Duisburg-Essen wurde vor wenigen Tagen gehackt. Seither ist der Lehrbetrieb stark gestört. Es wurde Anzeige erstattet.
Universität Duisburg-Essen
Das Foto zeigt Gebäude der Universität Duisburg-Essen. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Universität Duisburg-Essen
Das Foto zeigt Gebäude der Universität Duisburg-Essen. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Die Universität Duisburg-Essen (UDE) wurde am vergangenen Wochenende Opfer eines Hackerangriffs. Seither ist der Lehrbetrieb in der Hochschule mit über 40.000 Studierenden weiter massiv behindert. Die gesamte IT einschließlich Festnetztelefonie stünden weiter nicht zur Verfügung, sagte Universitätssprecherin Birte Vierjahn am Mittwoch.

Die Hochschule hat für ihre Studierenden und Mitarbeiter eine neue Webseite aufgebaut, die langsam mit Inhalten gefüllt wird, wie die Sprecherin sagte. Telefonische Kontakte etwa zwischen Dozenten und Studenten liefen häufig über dienstliche und private Handys. Außerdem informiere die Universität über soziale Medien. Der Präsenz-Vorlesungsbetrieb laufe weiter, der digitale Zugriff auf Unterrichtsmaterial, An- und Abmeldungen zu Prüfungen oder das Hochladen von Arbeiten funktioniere derzeit aber noch nicht.

Bei dem Angriff waren Hacker in die internen Systeme eingedrungen, hatte große Teile verschlüsselt und Lösegeld gefordert, wie es hieß. Die Hochschule hatte die IT heruntergefahren, die zuständigen Sicherheitsbehörden informiert und Anzeige erstattet.

Langes Verfahren erwartet

Die Ermittlungen hat die Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) bei der Staatsanwaltschaft Köln übernommen. Die Ermittlungen wegen Computersabotage und Erpressung stünden noch ganz am Anfang und richteten sich gegen Unbekannt, sagte der dortige Sprecher Christoph Hebbecker. Er rechne mit einem monatelangen Verfahren, vermutlich auch mit internationalen Bezügen.

Von Lösegeldzahlungen rate die Behörde grundsätzlich ab, schon, um das Geschäftsmodell der Erpresser nicht zu unterstützen. Verlangt worden seien in früheren Fällen sechsstellige Summen oder Zahlungen bis zu einer mittleren zweistelligen Millionenhöhe.

Wie lange es bis zur Behebung der Schäden noch dauern werde, lasse sich derzeit nicht überblicken, sagte die Hochschulsprecherin. „Wir arbeiten unter Hochdruck.“

dpa