Nach Explosion in Eschweiler: Mann (21) wegen versuchten Mordes festgenommen

Nach einer Explosion in Eschweiler führten Ermittlungen der Polizei zu einem 21-jährigen Verdächtigen. Er wurde nun wegen versuchten Mordes festgenommen.
Eschweiler: Ein Fahrzeug der Polizei steht in der Neustraße vor dem beschädigten Gebäude. Nach der schweren Explosion in Eschweiler gehen die Ermittlungen der Polizei zur Ursache weiter. Foto: Thomas Banneyer/dpa
Eschweiler: Ein Fahrzeug der Polizei steht in der Neustraße vor dem beschädigten Gebäude. Nach der schweren Explosion in Eschweiler gehen die Ermittlungen der Polizei zur Ursache weiter. Foto: Thomas Banneyer/dpa

Nach der Explosion in einem Haus in Eschweiler mit 15 Verletzten ist ein 21 Jahre alter Tatverdächtiger festgenommen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Aachen am Samstag mit. Gegen den Beschuldigten sei Haftbefehl unter anderem wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes erlassen worden. Zu Hintergründen und möglichen Motiven dauerten die Ermittlungen an. Der Beschuldigte ist laut Staatsanwaltschaft Deutscher und wurde bereits am Freitag, einen Tag nach der Explosion, festgenommen.

Durch die Druckwelle der Explosion am Donnerstagabend wurde nach Angaben der Ermittler eine Vielzahl von Gebäuden erheblich beschädigt. 15 Personen wurden verletzt. Davon mussten vier stationär behandelt werden. Zwei erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Mit Verweis auf die Privatsphäre der Betroffenen machte die Staatsanwaltschaft keine weiteren Angaben.

Explosion in Eschweiler: 15 Verletzte, zwei Monate altes Baby schwer verletzt

Von den 15 Verletzten seien vier in Krankenhäuser gekommen, zwei von ihnen mit lebensgefährlichen Verletzungen. Einem schwer verletzten zwei Monate alten Baby gehe es inzwischen besser, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Die Detonation in dem vierstöckigen Wohn- und Geschäftsgebäude hatte schwere Verwüstungen angerichtet. Ein ganzer Straßenzug war mit Scherben von Schaufenstern und Trümmern übersät. Menschen mussten aus oberen Stockwerken gerettet werden. Bis zu 25 Ladenlokale sind betroffen. «Die Straße ist für Fußgänger freigegeben, die Anwohner können wieder in Ihre Häuser zurück», sagte ein Stadtsprecher am Sonntag.

Für die Eschweiler ist die Explosion das zweite Unglück in kurzer Zeit. Das Juli-Hochwasser 2021 hatte die Innenstadt hoch unter Wasser gesetzt, auch die Straße mit der Explosion war betroffen. Teils hatten Geschäftsleute ihre Läden erst vor kurzem wieder geöffnet. «Die Stadt steht wirklich unter Schock», berichtete Bürgermeisterin Nadine Leonhardt im Sender WDR 5. Nach der Hochwasserkatastrophe sei man nun in der nächsten Krise. Die 56 000-Einwohner-Stadt richtete zwei Hotlines ein: eine für Geschäftsleute, die andere für Betroffene und Helfer.

Am Ort der Explosion zog die Feuerwehr am Samstagabend die letzten Kräfte ab. Es werde geprüft, ob das betroffene Haus einsturzgefährdet sei, sagte ein Sprecher. Das Erdgeschoss wurde mit Stützen gesichert. Zahlreiche Läden im Umfeld waren mit Holzbrettern zugenagelt. Für die Entsorgung von Trümmern stand ein Container bereit.

Kein Anwohner sei obdachlos, erklärte der Stadtsprecher. Teils seien Verletzte noch im Krankenhaus. Die anderen Anwohner seien alle untergekommen. Die Staatsanwaltschaft machte mit Verweis auf die Privatsphäre der Betroffenen keine weiteren Angaben zu Verletzten.

dpa