Lützerath: Polizisten räumen besetztes Dorf

Die einen wollen aus Protest bleiben, die anderen sie dazu bringen, zu gehen. Seit Mittwochmorgen räumt die Polizei den Ort Lützerath. Wie geht sie bei so einer Räumung vor?
Polizisten räumen besetztes Dorf
Klimaaktivisten sitzen im besetzten Braunkohleort Lützerath auf einem Hausdach. Foto: Oliver Berg/dpa
Polizisten räumen besetztes Dorf
Klimaaktivisten sitzen im besetzten Braunkohleort Lützerath auf einem Hausdach. Foto: Oliver Berg/dpa

Der Kampf um das besetzte Dorf Lützerath am Niederrhein ist in vollem Gange. Aktivisten stemmen sich dagegen, dass das Dorf dem Erdboden gleichgemacht wird.

Menschen sitzen auf Dächern oder auf selbst gebauten Plattformen in der Höhe. Sie wollen es der Polizei extra schwer machen, an sie heranzukommen. Viele Polizistinnen und Polizisten sind am Mittwochmorgen in das Dorf Lützerath gekommen, um es zu räumen.

Lützerath liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Unter dem Ort befinden sich große Mengen Braunkohle in der Erde. Deswegen sollen Häuser abgerissen und die Kohle abgebaut werden. Das wollen Aktivistinnen und Aktivisten verhindern. Denn wenn in Kraftwerken mit Braunkohle Strom erzeugt wird, entstehen bei der Verbrennung auch umweltschädliche Gase. Deshalb haben die Klimaschützer das Dorf besetzt.

Polizisten setzte Gerichtsentscheid durch

Viele haben Zelte aufgestellt, sind in leere Häuser gezogen oder haben Baumhäuser gebaut. Allerdings dürfen sie das nicht. „Die Leute halten sich da rechtswidrig auf“, sagt Markus Thiel von der Deutschen Hochschule der Polizei. Das Gelände gehört dem Energie-Konzern RWE, und der möchte mit den Arbeiten beginnen. Gerichte haben entschieden, dass sich die Menschen dort nicht aufhalten dürfen. „Die Polizei setzt diese Rechtsbeschlüsse durch“, sagt Herr Thiel.

Deswegen kamen am Mittwochmorgen viele Polizistinnen und Polizisten nach Lützerath. Der Bereich wurde umzäunt. Die Einsatzkräfte forderten die Menschen zunächst auf, den Ort freiwillig zu verlassen.

So etwas wird Platzverweis genannt, sagt Markus Thiel. „Wenn sich die Personen nicht entfernen, kann die Polizei sogenannte Zwangsgmittel einsetzen. Dann werden Personen zum Beispiel weggetragen.“ Sie dürften auch mit auf die Wache genommen werden, um etwa die Identität zu überprüfen, sagt der Experte.

Am Mittwoch gingen einige Menschen freiwillig. Die Polizei entfernte Barrikaden und riss einige der selbst gebauten Hütten ab. Die Einsatzkräfte brachten Menschen aus dem abgesperrten Bereich. Einige Aktivisten wollen jedoch weiterhin Widerstand leisten. „Die Menschen sind fest entschlossen dazubleiben, auszuharren, die Bäume und die Gebäude zu schützen“, sagte eine Sprecherin.

dpa