„Fahrt zur Hölle, ihr Bastarde“: Wermelskirchener attackiert schlafende Eltern mit Axt

Heute beteuert der Wermelskirchener, er habe seine Eltern "nur verletzen" wollen. Doch am 1. Oktober 2021 attackierte er sie mit einer Spaltaxt. Nun saß er wegen versuchten Mordes auf der Anklagebank.
Foto: Peyker / shutterstock.com
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Zwölf Jahre Haft für den Axt-Killer aus Wermelskirchen (NRW)! Das Landgericht sprach ihn am Dienstag (6. September) wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung schuldig. Zur Begründung hieß es, dass es an seiner Täterschaft überhaupt keine Zweifel gebe. Der Mann hatte die Hiebe mit einer Spaltaxt auf seinen Vater und seine Mutter im Prozess eingeräumt.

Dem Urteil zufolge hatte es in dem Haus der Familie in Wermelskirchen immer wieder Streitigkeiten gegeben. Der Vater habe seinen Sohn, der sich in seinem Zimmer abgekapselt habe und keiner Arbeit nachgegangen sei, immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie er leben und arbeiten wolle. Der Angeklagte habe sich wiederum „gegängelt“ gefühlt. Für seine Eltern habe er Verachtung und Hass empfunden.

Zur Tat kam es dann am frühen Morgen des 1. Oktobers 2021, wie das Gericht feststellte. Der Sohn habe beschlossen, seine Eltern zu töten, sich mit der Axt in deren Schlafzimmer geschlichen und zugeschlagen. Auf einem Zettel habe er unter anderem noch die Botschaft hinterlassen: „Fahrt zur Hölle, ihr Bastarde.“

Die Eltern überlebten den Angriff trotz schwerer Verletzungen. Der Sohn sprang nach der Tat von einer Brücke auf eine Autobahn. Auch er überlebte. Die Urteilsverkündung am Dienstag verfolgte er in einem Rollstuhl. Im Prozess hatte er beteuert, er habe seine Eltern nur verletzen, nicht töten wollen.

Der Richter redete dem Deutschen ins Gewissen. Es sei eine Freiheitsstrafe, aber es gebe auch die Möglichkeit auf Bewährung – bei entsprechendem Verhalten. „Es ist jetzt an Ihnen, aus Ihrem Leben etwas zu machen“, sagte der Richter. Der 29-Jährige habe weite Teile seines noch jungen Lebens „auf Tauchstation“ verbracht. „Sie müssen in der Mitte des Lebens ankommen. Und das bedeutet, für sich selber sorgen. Das bedeutet, arbeiten.“

dpa