Essen: Terrorverdächtiger Schüler wegen Anschlagsplänen angeklagt

Im Sommer plante ein Schüler aus Essen an seinem Gymnasium eine Bluttat. Nun hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben.
Foto: Shutterstock/ Andy Dean Photography
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Im Sommer hielt ein Schüler aus Essen mit einem geplanten Terroranschlag die Behörden in Atem. Nun hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen ihn erhoben. Er soll einen rechtsextremistisch motivierten Anschlag an seinem Gymnasium in Essen geplant haben. Die Bundesanwaltschaft wirft dem heute 17-Jährigen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Terrorismusfinanzierung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz vor, wie die oberste Anklagebehörde in Deutschland am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Der Staatsschutzsenat am Oberlandesgericht Düsseldorf muss entscheiden, ob er die Anklage zulässt. Zuerst hatte die „WAZ“ (Dienstag) darüber berichtet.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der damals 16-Jährige am 13. Mai dieses Jahres am Essener Don-Bosco-Gymnasium ein Blutbad anrichten wollte. Er war einen Tag vorher nach dem Hinweis eines Mitschülers im Elternhaus festgenommen worden. Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen wegen der „besonderen Bedeutung“ des Falls von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf übernommen. Es hätten „Lehrer sowie eine größere Anzahl von Schülern getötet werden“ sollen.

In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) vom August heißt es: „Die gefestigte rassistische Gesinnung des Beschuldigten, seine massive Gewaltbereitschaft und der von ihm über mehrere Jahre für die Tat betriebene Aufwand sprechen in hohem Maße für seine schädlichen Neigungen und die Schwere der Schuld.“ Polizisten hätten bei dem Deutschen unter anderem Armbrüste, Messer, Macheten, Luftdruckpistolen und Materialien für Rohrbomben gefunden – „alles, was für den Bau einer Sprengvorrichtung (…) wesentlich ist“.

Die Einzelheiten des geplanten „Massakers“ habe der Jugendliche in einem Tagebuch und einem „Manifest“ ausgearbeitet. Für Nachahmer habe er umfangreiche Handlungsanweisungen verfasst und Videobotschaften aufgezeichnet. Im Gefängnis habe er gegenüber Bediensteten „offen von seinem Anschlagsplan, seinen Mordfantasien, seinem Ausländerhass“ und seiner Bewunderung für frühere rechtsextremistische Attentäter gesprochen und „hiervon bisher keinen Abstand genommen“.

dpa