Einsatz in Siegburg war zur Gefahrenüberprüfung nötig

Nachdem in Siegburg am Mittwoch Amok-Alarm bestand, erklärte die Polizei nun ihr Vorgehen und begründete ihre Schritte.
Gefahrenlage an Siegburger Bahnhof
Fahrzeuge und Einsatzkräfte der Polizei stehen am Bahnhof in Siegburg. Angeblich wurde ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Foto: Henning Kaiser/dpa
Gefahrenlage an Siegburger Bahnhof
Fahrzeuge und Einsatzkräfte der Polizei stehen am Bahnhof in Siegburg. Angeblich wurde ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Foto: Henning Kaiser/dpa

Die Polizei hat am Donnerstag zu einem stundenlangen Einsatz nach einem Amok-Alarm in Siegburg am Mittwoch Stellung genommen. „Die Sicherheit der Bevölkerung hat absolute Priorität für uns. Deshalb haben wir alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um eine Gefahr auszuschließen“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes in Köln. „Dass die Meldung einer Schussabgabe nahe einer Schule und der unter einem Auto versteckte Rucksack nichts miteinander zu tun haben, stand erst am Nachmittag fest. Bis dahin haben wir alles getan, was man als Polizei auch im Ernstfall tun muss.“

Zeugen hatten am Mittwochvormittag einen Verdächtigen gemeldet, der an einer Realschule mit einer Langwaffe in die Luft geschossen haben sollte. Außerdem hatte die Polizei Reste von Feuerwerkskörpern gefunden. Dies löste einen Großeinsatz an der Schule aus. Zusätzlich tauchten im Internet-Netzwerk Tiktok Videos auf. Sie zeigten einen Mann, der zunächst auf einem Teppich betete und dann einen Rucksack unter einem Auto zurückließ.

Schüler der benachbarten Schule hatten den Mann gefilmt. Hier habe man den Verdacht ausräumen müssen, dass der Rucksack Sprengstoff enthielt, sagte Baldes. Letztlich habe sich der Rucksack als ungefährlich herausgestellt. Er sei zuvor in einem Zug gestohlen worden. Wer der Mann gewesen sei, der ihn zurückgelassen habe, habe die Polizei bisher nicht herausfinden können.

Während der Überprüfung war auch der Bahnhof Siegburg/Bonn mehrere Stunden gesperrt, was zu erheblichen Problemen im Regional- und Fernverkehr der Deutschen Bahn geführt hatte. „Anwohner, Geschäftsleute und Reisende mussten starke Einschränkungen hinnehmen, aber das ließ sich bei den Erkenntnissen, die wir hatten, nicht vermeiden“, sagte Baldes. „Nach unserem Dafürhalten gab es zu unserem Vorgehen keine Alternative, denn die öffentliche Sicherheit muss immer Vorrang haben. Man muss sich nur vorstellen, was los gewesen wäre, wenn der Rucksack tatsächlich Sprengstoff enthalten hätte.“

dpa