Dortmund: 16-Jähriger durch fünf Schüsse aus Polizei-Maschinenpistole getötet

Die Schüsse auf den nach einem Polizeieinsatz in Dortmund gestorbenen 16-Jährigen sind aus einer Maschinenpistole eines Polizisten abgefeuert worden.
Dortmund Toter Polizei Schüsse Kerzen
Kerzen erinnern an den Tod eines 16-Jährigen in Dortmund, der am 8. August durch mehrere Schüsse von Polizisten tödlich verletzt worden war. Foto: Bernd Thissen/dpa
Dortmund Toter Polizei Schüsse Kerzen
Kerzen erinnern an den Tod eines 16-Jährigen in Dortmund, der am 8. August durch mehrere Schüsse von Polizisten tödlich verletzt worden war. Foto: Bernd Thissen/dpa

Das Obduktionsergebnis ist da: Die Schüsse auf den nach einem Polizeieinsatz gestorbenen 16-Jährigen sind aus einer Maschinenpistole eines Polizisten abgefeuert worden. Der Jugendliche sei laut dem vorläufigen Obduktionsbefund von fünf Schüssen getroffen worden, sagte der zuständige Oberstaatsanwalt Carsten Dombert am Dienstag.

Die Schüsse trafen den 16-Jährigen am Montag in Dortmund demnach in den Bauch, in den Kiefer, in den Unterarm und zweimal in die Schulter. Laut Dombert wurden sechs Projektilhülsen gefunden, also sind wohl sechs Schüsse abgegeben worden – einer verfehlte den Angeschossenen.

Laut Polizei hatte der Jugendliche bei dem Einsatz die Beamten mit einem Messer angegriffen. Es seien 11 Polizisten vor Ort gewesen, einer von ihnen habe die Schüsse aus der Maschinenpistole abgegeben, sagte Oberstaatsanwalt Dombert. Er werde zunächst – wie in solchen Fällen üblich – als Beschuldigter geführt. Es gehe um den Anfangsverdacht der Körperverletzung mit Todesfolge.

>> Hintergrund: Mit Messer bewaffnet: Dortmunder Polizei schießt auf 16-Jährigen – Tod im Krankenhaus <<

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen verwendet Maschinenpistolen vom Typ MP5 von Heckler und Koch. Frank Schniedermeier aus dem Vorstand der Gewerkschaft der Polizei NRW sagte, es gebe regelmäßig Schießtrainings mit allen bei der Polizei eingesetzten Waffen.

Die Polizei war am Montagnachmittag zu einem Innenhof zwischen einer Kirche und einer Jugendhilfeeinrichtung im Dortmunder Norden gerufen worden. Dort soll der 16-Jährige seit kurzer Zeit betreut worden sein. Laut Oberstaatsanwalt rief einer der Betreuer die Polizei, weil er den Jugendlichen mit einem Messer sah. Seine genaue Motivation müsse noch geklärt werden, es stehe unter anderem Suizidalität im Raum. Laut Polizei starb er am Montag nach den Schüssen bei einer Notoperation im Krankenhaus. Mit den Ermittlungen ist aus Neutralitätsgründen die Recklinghausener Polizei betraut.

>> „Mehrere Schüsse abgegeben“: Polizei befragt Zeugen nach tödlichem Polizei-Schuss auf 16-Jährigen <<

dpa