Erneuter ÖPNV-Streik in NRW – diese Verkehrsunternehmen sind betroffen

Die Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr von Nordrhein-Westfalen setzen sich fort. Verdi hat erneut zu Arbeitsniederlegungen in den kommunalen Verkehrsbetrieben für diesen Dienstag und Mittwoch aufgerufen.
Auch in Köln wird gestreikt. Foto: Henning Kaiser/dpa
Auch in Köln wird gestreikt. Foto: Henning Kaiser/dpa

In Nordrhein-Westfalen bleiben aufgrund eines zweitägigen Warnstreiks in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben seit dem frühen Dienstagmorgen (5. März) vielerorts die Straßenbahnen und U-Bahnen in den Depots stehen. Lediglich ein kleiner Teil der Linienbusse fährt erfahrungsgemäß in den betroffenen Regionen, die von privaten Subunternehmen betrieben werden.

Die Gewerkschaft Verdi NRW hat zu den Arbeitsniederlegungen am Dienstag und Mittwoch aufgerufen. Millionen Fahrgäste im bevölkerungsreichsten Bundesland sind von den Streiks betroffen und müssen sich alternative Wege zur Arbeit oder zur Schule suchen.

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Der zweitägige Warnstreik begann planmäßig mit dem Schichtbeginn, der meist zwischen 3 und 4 Uhr liegt, wie Dennis Kurz vom Verdi-Bezirk Ruhr-West am Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Streikbeteiligung der Beschäftigten sei erneut hoch, bestätigte auch Sebastian Schnöpf, Verdi-Vertrauensmann bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB). Der Warnstreik endet am Mittwochabend oder in der Nacht zu Donnerstag mit dem jeweiligen Schichtende.

KVB, Rheinbahn, DSW21 und viele mehr vom Streik betroffen

Von den Streiks betroffen sind nahezu alle großen Nahverkehrsbetriebe in NRW, wie die KVB (Köln), die Rheinbahn (Düsseldorf), DSW21 (Dortmund), die Stadtwerke Münster oder moBiel (Bielefeld). Sie informieren über die Auswirkungen im Internet und in ihren Apps. Eine Ausnahme bildet das Aachener Verkehrsunternehmen ASEAG, für das ein Haustarifvertrag gilt, sowie einige andere Verkehrsbetriebe. Seit Februar gab es bereits zwei eintägige Warnstreiks und einen zweitägigen Warnstreik Ende Februar/Anfang März.

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Hintergrund des zweitägigen Warnstreiks in NRW sind die Tarifverhandlungen über die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in den kommunalen Verkehrsbetrieben. Zwei Verhandlungsrunden waren ergebnislos geblieben.

Verdi NRW fordert unter anderem zusätzliche freie Tage, um die Beschäftigten zu entlasten und die Berufe attraktiver zu gestalten, da ein dramatischer Arbeitskräftemangel herrscht. Der Arbeitgeberverband KAV NRW betont den engen Finanzspielraum und verweist darauf, dass die Gehälter zum 1. März bereits deutlich gestiegen seien. Zusätzliche freie Tage könnten die verbleibenden Fahrer übermäßig belasten. Die Tarifverhandlungen sollen am 11. und 12. März fortgesetzt werden.

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Linien der Deutschen Bahn nicht vom Streik betroffen

Der Bahnverkehr mit den RE-, RB- und S-Bahn-Linien ist nicht von den Warnstreiks in den rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben von Nordrhein-Westfalen betroffen. Jedoch plant die Lokführergewerkschaft GDL einen 35-stündigen Streik im Personenverkehr der Deutschen Bahn, der von Donnerstag, 2 Uhr, bis Freitag, 13 Uhr, dauern soll.

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mit dpa