NRW: Verdachtsfälle auf Kindeswohlgefährdung um 40 Prozent gestiegen

Die Anzahl der Fälle, wo eine Kindeswohlgefährdung geprüft werden musste, ist in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent gestiegen.
Kindeswohl
Ein Teddy liegt auf dem Boden. Foto: Andrea Warnecke/dpa
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Ein Teddy liegt auf dem Boden. Foto: Andrea Warnecke/dpa

Die Jugendämter in Nordrhein-Westfalen hatten im vergangenen Jahr viel zu tun. Über 55.000 Fälle wurden geprüft, bei dem ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung im Raum stand. Wie das Statistische Landesamt (IT.NRW) am Dienstag berichtete, sind das 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor (2020: 54.347 Fälle). Im Fünf-Jahres-Vergleich beträgt die Steigerung sogar rund 40 Prozent (2017: 39.478 Fälle).

In den vergangenen Jahren hat die Sensibilisierung für Kindeswohlgefährdungen zugenommen. Auch dadurch könnten Fallzahlen steigen. Das Statistische Landesamt erforscht keine Ursachen, sondern erfasst lediglich Fallzahlen.

Demnach wurde im vergangenen Jahr in rund einem Viertel der Verfahren eine akute beziehungsweise latente Kindeswohlgefährdung festgestellt. „Bei Letzterer konnte die Frage, ob gegenwärtig eine Gefahr besteht, nicht eindeutig beantwortet, eine Kindeswohlgefährdung jedoch nicht ausgeschlossen werden“, erläuterte IT.NRW.

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In gut einem Drittel aller Fälle sei zwar keine Kindeswohlgefährdung, jedoch ein Hilfebedarf festgestellt worden. „Den größten Anteil machten mit 40,6 Prozent die Verdachtsfälle aus, bei denen weder eine Kindeswohlgefährdung noch ein Hilfebedarf bestanden.“

dpa