NRW treibt ÖPNV-Ausbau voran: Taktverdichtungen und 100 neue Haltestellen

Vor allem auf dem Land sind Bahnverbindungen oft schlecht, wenn es denn überhaupt welche gibt. Bis 2040 hat sich das Land nun einiges vorgenommen, um das regionale Schienennetz in NRW zu entwickeln.
Ein RE und ein ICE
Ein ICE und eine Regionalbahn stehen nebeneinander. Foto: Boris Roessler/dpa

Die Landesregierung will den regionalen Schienenverkehr in Nordrhein-Westfalen bis 2040 ausbauen: mit neuen S-Bahnnetzen, fast 100 neuen Bahnstationen, Reaktivierungen und Taktverdichtungen. Das Ziel sei, einen aus Fahrgastsicht „idealen“ zukünftigen Fahrplan zu entwickeln, heißt es in einem Bericht von Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) für den Verkehrsausschuss des Landtags am Mittwoch. Vorbild und Ausgangsbasis für eine auch grenzüberschreitende Planung der „Zielnetzkonzeption 2032/2040“ sei der bundesweite Deutschlandtakt, mit dem der Fern- und der Regionalverkehr besser aufeinander abgestimmt werden.

Zum NRW-Konzept gehören Großprojekte wie der Bau neuer S-Bahnnetze im Münsterland (S-Bahn-Münsterland) und in Ostwestfalen-Lippe (S-Bahn-OWL) mit neuen Haltestellen, neuen Direktverbindungen, beschleunigten Fahrzeiten und einer Verdichtung des Takts. Außerdem sollen stillgelegte Bahnstrecken wie die Teutoburger-Wald-Eisenbahn (TWE), die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) oder die Walsumbahn (Duisburg-Wesel) reaktiviert werden.

Neuer Schienenverkehr in NRW sowohl auf dem Land als auch in der Stadt

Insgesamt zwölf Kommunen sollen bis 2032 ganz neu an den regionalen Schienenverkehr in NRW angeschlossen werden. Neue Haltestellen sollen sowohl auf dem Land als auch in Städten entstehen. Allein entlang der Reaktivierungsstrecken sollen 67 neue Stationen gebaut werden. Hinzu kommen dem Bericht zufolge 29 neue Stationen an Bestands- und Ausbaustrecken. Von den landesweit in der Zielkonzeption vorgesehenen 336 Einzelmaßnahmen seien bisher 81 beim Bund für eine Förderung angemeldet worden.

Verdichtet werden soll das Taktangebot unter anderem auf der Strecke Neuss – Düsseldorf – Wuppertal mit zwei S-Bahn-Linien jeweils im 15-
Minuten-Takt. Auf der Strecke Köln – Horrem – Bedburg soll der Takt von 30 auf 20 Minuten mit zusätzlichen Halten erhöht werden. Die Kapazität der S-Bahn-Stammstrecke Münster soll von derzeit drei auf künftig sechs Verbindungen je Stunde ausgeweitet werden. Zwischen Paderborn und Holzminden sollen Züge künftig alle 30 Minuten statt ein Mal pro Stunde fahren.

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Land NRW plant dichteren Betrieb für Eifel und Münsterland

Geplant ist auch die Elektrifizierung von Strecken für einen klimafreundlichen und dichteren Betrieb, etwa auf der Eifelstrecke und der Voreifelbahn. Im Niederrhein-Münsterland-Netz und dem Netz nördliches Westfalen sollen auch Voraussetzungen für einen batterieelektrischen Betrieb geschaffen werden.

Durch das erstmalige Gesamtkonzept für ganz NRW könne der Schienenverkehr landesweit „enorm gestärkt werden“, sagte Ministerin Brandes. Die Angebote würden „signifikant verbessert“ und besser aufeinander abgestimmt. Dem Schienenpersonennahverkehr komme auch beim Erreichen der Klimaschutzziele eine zentrale Rolle zu. Damit mehr Menschen auf die Bahn umstiegen, müsse das Angebot aber attraktiver werden.

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dpa