NRW löst zentrales Impfstofflager auf – keine Corona-Notreserve mehr

Ab 2023 soll es in Nordrhein-Westfalen kein zentrales Impfstofflager mehr geben. Die Reserven sollen anschließend extern verwahrt werden.
Biontech-Impfstoff Spritzen Corona
Fertig aufgezogene Spritzen mit dem Corona-Impfstoff. Foto: Nicolas Armer/dpa
Biontech-Impfstoff Spritzen Corona
Fertig aufgezogene Spritzen mit dem Corona-Impfstoff. Foto: Nicolas Armer/dpa

Die Corona-Pandemie rückt immer weiter in den Hintergrund. So wird das zentrale Impfstofflager des Landes NRW Ende Januar aufgelöst. Das bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums auf dpa-Anfrage. Die Notreserve an Corona-Impfstoffen sei bereits weg, zurzeit lagerten an dem geheimen Ort noch 20.000 Dosen des MPX-Vakzins gegen die sogenannten Affenpocken.

Das Zentrallager war vor genau zwei Jahren eröffnet worden, um zunächst die Logistik für Corona-Impfungen in Pflegeheimen und später Impfzentren aufzubauen. Als es Angst um Lieferengpässe gab, richtete NRW in dem Lager eine Notreserve ein. Zeitweise lagerten mehrere Hunderttausend Impfdosen dort.

Keine Impfzentren mehr ab Januar

Der Vertrag mit dem Logistikdienstleister, der das Lager organisierte, wurde nach Angaben des Ministeriums inzwischen gekündigt. Ab Januar soll es keine Impfzentren mehr geben, die neuen Impfstoffe werden vom Bund direkt über Großhandel und Apotheken zu den Ärzten gebracht. „Eine Impfstoffnotreserve für die Länder ist dabei vom Bund nicht mehr vorgesehen“, so ein Ministeriumssprecher.

Der Betrieb und die Logistik rund um das Zentrallager war teuer: 17 Millionen Euro betrugen die Kosten alleine in 2022, so das Gesundheitsministerium. Die Reserven an MPX-Impfdosen werden laut Ministerium künftig von einem externen Dienstleister verwahrt.