NRW: Diese 14 Modellkommunen dürfen bald trotz Corona lockern

Endlich wieder ins Theater oder ins Fußballstadion gehen – solche Wunsche sind groß in der Bevölkerung. Im Rahmen von Modellprojekten könnte das bald möglich werden in Nordrhein-Westfalen. Mit dabei sind zunächst die Nachbarkreise Coesfeld und Warendorf als gemeinsames Projekt, Ahaus, die Städte Münster und Mönchengladbach, der Kreis und die Stadt Paderborn sowie der Kreis Soest mit Soest und Lippstadt. Später folgen der Kreis Düren sowie die Städte Essen, Hamm, Köln, Krefeld, Lennestadt und Siegen.
Coronavirus - Modellprojekte der Kommunen Nordrhein-Westfalen Theater
Foto: Fabian Strauch/dpa

Ob Theater oder Cafés mit Außenbereich: Trotz hoher Corona-Infektionszahlen soll in 14 Kommunen in Nordrhein-Westfalen das öffentliche Leben bald wieder im kleinen Stil hochgefahren werden.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) stellte am Freitag in Düsseldorf Modellprojekte vor, in deren Rahmen Sportstätten, Kultureinrichtungen oder Gastronomie-Terrassen wieder öffnen dürfen. Mit Schnelltests und digitalen Hilfsmitteln soll sichergestellt werden, dass sich das Infektionsgeschehen durch die Öffnungen nicht intensiviert. Das Vorhaben wird wissenschaftlich begleitet, um Rückschlüsse für das ganze Land ziehen zu können.

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Es geht in zwei Schritten los. Am 19. April ist planmäßig eine erste Gruppe dran: die Nachbarkreise Coesfeld und Warendorf als gemeinsames Projekt, Ahaus, die Städte Münster und Mönchengladbach, der Kreis und die Stadt Paderborn sowie der Kreis Soest mit Soest und Lippstadt. Am 26. April geht es um den Kreis Düren sowie die Städte Essen, Hamm, Köln, Krefeld, Lennestadt, Siegen. Außerdem ist der Hochsauerlandkreis mit den Städten Schmallenberg und Winterberg mit dabei.

Der Start dieser Modellprojekte ist an die Bedingung geknüpft, dass die jeweilige Kommune dann unter einer Wocheninzidenz von 100 liegt – es dürfen sich also nicht mehr als 100 Menschen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Sollte dieser Wert nach dem Beginn auf mehr als 100 steigen und dies mehr als sieben Tage bleiben, wird abgebrochen – es sei denn, die Kommune legt schlüssig dar, dass der geöffnete Teil des öffentlichen Lebens „nicht wesentlich“ zum Infektionsgeschehen beigetragen habe.

Am Freitag lag Münster laut Robert Koch-Institut bei einer Wocheninzidenz von 56,5, Mönchengladbach bei 76,2, Hamm bei 92,8, Essen bei 110,5 und Köln bei 135,2. Die Zahlen machen deutlich, dass es noch unklar ist, ob tatsächlich alle 14 Kommunen mit ihren Modellöffnungen wie geplant loslegen können – nur wenn ihre Inzidenz zweistellig ist, dürfen sie starten.

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Ursprünglich war geplant, nur sechs bis acht Kommunen mit Modellprojekten grünes Licht zu geben. Dass es nun etwa doppelt so viele sind als zunächst geplant, begründete Pinkwart mit der hohen Qualität der insgesamt 46 Bewerbungen und mit dem Verweis auf andere Bundesländer – in Niedersachsen sollen es beispielsweise 13 sein. Zudem sollen die NRW-Kommunen etwas später starten als gedacht. Man gehe das Vorhaben „wohlbedacht und gut vorbereitet“ an und brauche die kommende Woche noch für Gespräche mit den Kommunen.

Pinkwart betonte, dass mit den Modellprojekten wichtige Erkenntnisse gesammelt würden. „Es geht uns um eine verantwortliche und pandemiesichere Umsetzung begrenzter Vorhaben mit klaren Kriterien“, sagte er. „Es haben nicht die Kommunen insgesamt geöffnet, sondern sehr gezielt in vorab definierten Projekten, die dann auch mit entsprechenden Testungen und Nachverfolgungen begleitet werden.“

Borussia-Park Borussia Mönchengladbach Stadion

Dürfen hier bald wieder Zuschauer rein? Auch der Borussia-Park in Mönchengladbach ist Teil des Modellprojekts. Foto: Fabian Strauch/dpa

Im Modellantrag von Köln geht es zum Beispiel um die Bereiche Sport- und Kulturstätten. In Mönchengladbach geht es um die Freigabe von Publikum im Fußballstadion des Bundesligisten Mönchengladbach, im städtischen Theater sowie in einem für Konzerte und andere Events umgebauten Hockeystadion, in dem 500 Strandkörbe stehen und die Abstände unter den Besuchern somit gut eingehalten werden können.

„Wir freuen uns, dass das geklappt hat und fangen jetzt an, mit den Partnern und dem Ministerium an den Details zu feilen“, sagte ein Sprecher der Stadt Mönchengladbach. Ob tatsächlich erstmals seit langer Zeit bald wieder Zuschauer zu einem Fußball-Bundesligaspiel dürfen, konnte er zunächst aber nicht eindeutig sagen. Dies sei zumindest Teil des Antrags gewesen.

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dpa