Im Winter wird es eng: NRW rüstet sich für mehr Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine

Erste Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind bereits dicht, für andere wird es ein harter Winter. Um für Entlastung beim Zuzug von Flüchtlingen zu sorgen, sollen jetzt die Plätze in den Landesunterkünften erweitert werden.
Flüchtlinge Krieg Ukraine Lviv
Menschen im Bahnhof der westukrainischen Stadt Lwiw warten auf die Weiterreise. Foto: Shutterstock.com / Bumble Dee
Flüchtlinge Krieg Ukraine Lviv
Menschen im Bahnhof der westukrainischen Stadt Lwiw warten auf die Weiterreise. Foto: Shutterstock.com / Bumble Dee

Wird es bald sehr eng in NRW? Der Krieg in der Ukraine tobt weiter – und es ist noch immer kein Ende in Sicht. Trotz der jüngsten Erfolge seitens der Ukraine gehen Experten von einer steigenden Anzahl weiterer Kriegsflüchtlinge in den Herbst- und Wintermonaten aus.

Auch das nordrhein-westfälische Flüchtlingsministerium bereitet sich auf einen vermehrten Zuzug von Ukraine-Kriegsflüchtlingen im Herbst und Winter vor. Bislang sei noch keine flächendeckende Überlastung zu verzeichnen, teilte das Ministerium am Montag in Düsseldorf mit. Einzelne Kommunen hätten aber bereits signalisiert, dass sie keine weiteren Menschen aufnehmen könnten.

Zurzeit gibt es für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine 4040 Plätze in den Landesunterkünften. Diese Zahl soll kurzfristig spürbar erhöht werden, um die Kommunen zu entlasten, wie es aus der Behörde von Flüchtlingsministerin Josefine Paul (Grüne) hieß. Infolge des anhaltenden Krieges in der Ukraine müsse mit weiteren Flüchtenden gerechnet werden – auch aufgrund der kalten Jahreszeit.

Nordrhein-Westfalen will auch weiterhin Flüchtlinge aufnehmen

Bislang sind den Angaben zufolge knapp 215 000 Personen aus der Ukraine in NRW registriert. In Landesunterkünften befinden sich demnach aktuell 2174 Ukrainer. „Die Personen werden im Schnitt eine bis zwei Wochen in den Landesunterkünften untergebracht“, berichtete das Ministerium. Die derzeitige Aufnahmequote von rund 21 Prozent entspricht dem Soll Nordrhein-Westfalens im bundesweiten Verteilsystem.

In einem Brief an das Bundesinnenministerium (BMI) hatte das NRW-Flüchtlingsministerium vor einigen Wochen kritisiert, dass sich einige Länder trotz Unterquote für die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine hätten sperren lassen und die Menschen nach NRW weiterschickten. Inzwischen gebe es aber eine Verständigung zwischen Bund und Ländern, gemeinsam wieder zu einer regulierten und koordinierten Verteilung zu kommen, berichtete das Düsseldorfer Ministerium. Klar sei: „Nordrhein-Westfalen hat immer Geflüchtete aufgenommen und will weiter aufnehmen, steht also ganz klar zu seiner humanitären Verpflichtung.“

dpa