Gastronom kontrolliert Ordnungsamt – und bekommt viel Zuspruch

Ein Gastronom aus Haan (NRW) wollte die Impfausweise von Mitarbeitern des Ordnungsamtes sehen – und sorgte damit landesweit für Diskussionen. Jetzt äußerte sich sogar die Bürgermeisterin zu dem Fall.
2G-Regel Kneipe Schild Coronavirus
Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Müssen Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei einer Gastronomie-Kontrolle auch ihren Impfausweis vorzeigen? Diese Frage sorgt jetzt landesweit für großes Aufsehen. Anlass dafür ist ein Vorfall Anfang Dezember in einem Restaurant in Haan (NRW). Hier verlangte der Servicemann beim Einlass der Ordnungskräfte auch deren Impfausweise.

Wie die „Rheinische Post“ berichtete, hatte der Restaurantleiter des „Palazzo im Wiedenhof“ vier Mitarbeitern des Haaner Ordnungsamtes zunächst den Zutritt ins Restaurant verweigert: Diese wollten ihre Impfausweise nicht vorzeigen. Die Kontrolleure kamen dann mit der Polizei wieder – schließlich legten zwei Mitarbeiter ihre Zertifikate vor. Daraufhin durften alle ins Restaurant.

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Dominik Winter, der das Restaurant Palazzo im Wiedenhof in Haan-Gruiten betreibt, spricht gegenüber der RP von „einer unglaublichen Resonanz“. Er erhalte von vielen Seiten Zuspruch, das Feedback sei sehr positiv. Vor allem in den sozialen Medien werden die Maßnahmen des Gastronomen gelobt. „Mit Verlaub: Hut ab für Euer Verhalten“, schreibt ein Nutzer. Und eine andere meint: „Chapeau, die uniformierten Damen/Herren glauben wohl, dass sie sich über die gängigen Regeln hinwegsetzen dürfen.“

Die Diskussion über den Fall kochte so hoch, dass sich jetzt auch die Bürgermeisterin der Stadt gegenüber der RP äußerte. Demnach haben die Mitarbeiter der Ordnungsamtes alles richtig gemacht. Sie unterliegen nicht der 2G-, sondern der 3G-Regel. Ob ein Kontrolleur seinen Impfnachweis zeigt – wie im Fall Wiedenhof –, könne er selbst entscheiden. Und so sei es auch in der Coronaschutz-Verordnung geregelt, dass die Sicherheitsbehörden zu Ermittlungen und zur Überwachung der angeordneten Maßnahmen jederzeit dazu berechtigt sind, Räumlichkeiten zu betreten.

Der Restaurant-Betreiber hält seine Entscheidung jedoch für richtig und sieht hier noch Klärungsbedarf. Es bleibt also abzuwarten, wie Dominik Winter bei einem erneuten Besuch des Ordnungsamtes reagieren wird.