Essen: Terror-Teenie in U-Haft – war ER sein Komplize?

Nur vier Tage nach dem versuchten Terror-Anschlag an zwei Essener Schulen macht der nächste Teenager in der Ruhrmetropole mit einem gefährlichen Verdacht von sich reden.
SEK-Einsatz in Mehrfamilienhaus in Essen
Festnahme! SEK nimmt mutmaßlichen Terror-Teenie in Gewahrsam. Foto: Justin Brosch/dpa
SEK-Einsatz in Mehrfamilienhaus in Essen
Festnahme! SEK nimmt mutmaßlichen Terror-Teenie in Gewahrsam. Foto: Justin Brosch/dpa

Nachdem am Freitag ein 16-jähriger Schüler eines Essener Gymnasiums wegen Terror-Verdachts festgenommen wurde, gerät nun ein 18-Jähriger ins Visier der Ermittler. Der Teenager befinde sich mittlerweile aber zunächst wieder auf freiem Fuß, sagte am Dienstag eine Sprecherin der Essener Staatsanwaltschaft.

Bei der Auswertung von Chat-Protokollen des 16-Jährigen, der einen rechtsextrem motivierten Bombenanschlag vorbereitet haben soll, sei man auf einen Chat mit dem 18-Jährigen gestoßen, bei dem es um Waffen gegangen sei.

Deshalb habe am Montagabend ein Spezialeinsatzkommando (SEK) die Wohnung durchsucht, in der der 18-Jährige lebt. Dabei sei es um mögliche Verstöße gegen das Waffengesetz gegangen. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst berichtet.

Essen: Weiterer Teenie unter Terror-Verdacht

Der Verdacht einer Mittäterschaft bei den Anschlagsvorbereitungen bestehe nicht, betonte Staatsanwältin Anette Milk. Die bei dem Zugriff entdeckten vier Waffen seien zudem nicht scharf gewesen. Es handele sich um sogenannte „Anscheinswaffen“. Nun werde noch geprüft, ob etwa eine Ordnungswidrigkeit vorliegen könnte.

In der vergangenen Woche hatte die Polizei nach einem Zeugenhinweis den 16 Jahre alten Schüler festgenommen, weil er einen Bombenanschlag auf sein Essener Gymnasium geplant haben soll. Dabei sollten Lehrer sowie eine größere Anzahl von Schülern getötet werden. Bei dem Jugendlichen war umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden. Er befindet sich in Untersuchungshaft.

Die Bundesanwaltschaft hatte in seinem Fall am Montag die Ermittlungen übernommen. Dies geschehe wegen der besonderen Bedeutung des Falls, hatte die Behörde mitgeteilt.

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dpa