Essen: Prozess gegen terrorverdächtigen Schüler startet

Am 9. Dezember startet der Prozess gegen einen Jugendlichen, der einen Terroranschlag auf ein Essener Gymnasium plante.
Oberlandesgericht Düsseldorf
Das Oberlandesgericht Düsseldorf. Foto: Marius Becker/dpa
Oberlandesgericht Düsseldorf
Das Oberlandesgericht Düsseldorf. Foto: Marius Becker/dpa

Ein halbes Jahr ist es her, dass ein Jugendlicher einen Terroranschlag auf ein Gymnasium in Essen plante. Nachdem dieser Plan vereitelt wurde, soll in der kommenden Woche der Prozess gegen einen rechtsradikalen Schüler starten. Das hat eine Sprecherin des Düsseldorfer Oberlandesgerichts am Montag mitgeteilt. Demnach beginnt der Prozess am 9. Dezember, zehn Verhandlungstage seien geplant.

Da der angeklagte Schüler zur Tatzeit minderjährig war, ist mit einem Ausschluss der Öffentlichkeit zu rechnen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der damals 16-Jährige am 13. Mai dieses Jahres am Essener Don-Bosco-Gymnasium ein Blutbad anrichten wollte. Einen Tag vorher war er nach dem Hinweis eines Mitschülers im Elternhaus festgenommen worden.

Die Bundesanwaltschaft hatte die Ermittlungen wegen der „besonderen Bedeutung“ des Falls übernommen. Es hätten „Lehrer sowie eine größere Anzahl von Schülern getötet werden“ sollen. Die Bundesanwaltschaft wirft dem 17-Jährigen die Vorbereitung eines Terroranschlags, Terrorismusfinanzierung und Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz vor.

Einzelheiten in „Manifest“ dargelegt

In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom August heißt es: „Die gefestigte rassistische Gesinnung des Beschuldigten, seine massive Gewaltbereitschaft und der von ihm über mehrere Jahre für die Tat betriebene Aufwand sprechen in hohem Maße für seine schädlichen Neigungen und die Schwere der Schuld.“

Polizisten hatten bei dem Deutschen unter anderem Armbrüste, Messer, Macheten, Luftdruckpistolen und Materialien für Rohrbomben gefunden – „alles, was für den Bau einer Sprengvorrichtung (…) wesentlich ist“. Die Einzelheiten des geplanten „Massakers“ habe der Jugendliche in einem Tagebuch und einem „Manifest“ ausgearbeitet.

Für Nachahmer habe er umfangreiche Handlungsanweisungen verfasst und Videobotschaften aufgezeichnet. Im Gefängnis habe er gegenüber Bediensteten „offen von seinem Anschlagsplan, seinen Mordfantasien, seinem Ausländerhass“ und seiner Bewunderung für frühere rechtsextremistische Attentäter gesprochen und „hiervon bisher keinen Abstand genommen“.

dpa