Volksbank zweifelt Impfzertifikat an – fristlose Kündigung für Azubi

In Emmerich hat die Volksbank einem Azubi fristlos gekündigt, weil seine Impfdaten angeblich gefälscht waren. Inzwischen sind die Daten aber beglaubigt.
Volksbanklogo
Das Logo der Volks- und Raiffeisenbanken hängt über einer Geschäftsstelle. Foto: Markus Scholz/dpa
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Das Logo der Volks- und Raiffeisenbanken hängt über einer Geschäftsstelle. Foto: Markus Scholz/dpa

In Emmerich (NRW) im Landkreis Kleve hat die Volksbank einem 18 Jahre alten Auszubildenden fristlos gekündigt, weil sie glaubte, einen gefälschten Impfpass vorgelegt bekommen zu haben. Seit November dürfen Arbeitgeber den G-Status ihrer Mitarbeiter abfragen und überprüfen. So auch bei dem Auszubildenden.

Der Teenager hatte der Volksbank seine Impfpass-Daten vorgelegt, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Für ihn war die Sache damit erledigt, doch dann wurde er zu einem Gespräch mit dem Vorstand eingeladen. Nichtsahnend nahm er den Termin wahr und musste feststellen, dass sein Arbeitgeber der Meinung war, er habe gefälschte Daten übermittelt. Am Ende des Gesprächs wurde dem Jungen die Freistellung mitgeteilt.

Freistellung und Anzeige

Das Misstrauen gegenüber den Daten liegt wohl darin begründet, dass die Impfung nicht in Kleve oder gar am Niederrhein, sondern in Hamburg durchgeführt wurde. Der Grund dafür ist aber so banal wie einfach: Die Familie des Auszubildenden pflegt viele Kontakte in die Hansestadt und will auch nach der Ausbildung des Sohnes an die Elbe ziehen. Weil es in Kleve aber im Sommer nicht genug Impftermine gab, nahm man kurzerhand die Möglichkeit in Hamburg wahr und ließ sich dort das Vakzin verabreichen. Der erste Eintrag ist von Juni, der zweite dann von August.

Hinzu kam wohl, dass der Impfpass des Azubis noch nicht digitalisiert war. Denn so warf ihm sein Arbeitgeber vor, die Impf-Chargen würden gar nicht existieren. Die Volksbank argumentierte in diesem Fall damit, dass dies von mehreren Apotheken beglaubigt wurde. Auch der Hinweis des Auszubildenden, das digitale Zertifikat nachzureichen, stimmte den Betrieb nicht mehr um. Neben der Freistellung gab es dann auch noch zu guter Letzt Post von der Polizei, die den Jungen zu einer Anhörung vorgeladen hatte.

Nach Freistellung folgt fristlose Kündigung

Der Vater des 18-Jährigen hat null Verständnis für das Verhalten der Bank. Sein Sohn werde wie ein „Verbrecher“ behandelt, obwohl er sich nichts habe zu Schulden kommen lassen. Zudem warf er der Volksbank vor, der Fürsorgepflicht seines Azubis nicht nachgekommen zu sein. Der Junge sei daheim „regelrecht zusammengebrochen“.

Das digitale Impfzertifikat, welches inzwischen vorliegt, wurde bereits von der Apotheke in Emmerich bestätigt, der Azubi ist beim RKI als geimpft registriert. Auch ist das Zertifikat an die Volksbank übermittelt worden, diese hat aber nicht mehr reagiert. Trotz mehrerer Nachfragen kam keine Antwort mehr von dem Institut. Nach der Androhung rechtlicher Schritte, sollte die Bank weiterhin nichts dazu sagen wollen, flatterte schließlich die fristlose Kündigung herein. Das war nur vier Tage nach der Freistellung. Die Familie hat inzwischen die Anwälte eingeschaltet und fordert, dass der Sohn seine Ausbildung zum Abschluss bringen darf. Die Bank hat sich dem Bericht zufolge nicht mehr geäußert.

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