Düsseldorf Heerdt Feuerwehr Januar 2020
Foto: Christoph Reichwein/dpa

143.336 – das ist die Zahl der Einsätze, zu denen die Feuerwehr in Düsseldorf im Jahr 2020 ausrücken musste. Das sind 10.000 Einsätze weniger als im Jahr zuvor. Der Grund ist vor allem die Pandemie.

Denn durch sie war auf den Straßen im Jahr 2020 insgesamt weniger los. Brandeinsätze und technische Hilfeleistungen sanken um bis zu zehn Prozent. Auf der anderen Seite stieg die Zahl der Krankentransporte. Am markantesten aber dürfte die Zahl der Infektionstransporte sein. Diese hat sich nämlich versechsfacht – von 2365 auf 15.221 Fahrten.

Feuerwehrdezernent Christian Zaum lobte die rund 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Geschäftsbericht für ihre Leistungen: „Die Broschüre ‚Zahlen, Daten und Fakten 2020‘ Feuerwehr, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz zeigt die Bilanz einer schlagkräftigen, modernen und für die Zukunft gut aufgestellte Feuerwehr. Nur so war es möglich, innerhalb kürzester Zeit auf die kontinuierlichen Anpassungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu reagieren und damit einen wichtigen Beitrag bei der Bewältigung der Krise innerhalb der Landeshauptstadt zu leisten.“

Auch Feuerwehrchef David von der Lieth hob das Engagement der Angestellten hervor: „Im Rückblick auf das Jahr 2020 schätze ich als Leiter der Feuerwehr Düsseldorf besonders das persönliche Engagement aller Mitarbeitenden sowie allen Freiwilligen Feuerwehrleute in unserer Stadt. Insbesondere in Krisenzeiten, die durch die Pandemie das vergangene Jahr bereits prägte und alle in ihren einzelnen Bereichen forderte, rückt die tägliche Einsatzbereitschaft unserer Feuerwehr in den Fokus.“

Die schwierigsten Einsätze der Düsseldorfer Feuerwehr 2020: 

  • Explosionen in Heerdt
    Bei einem Großbrand in Heerdt am Abend des 16. Januar wurden bis zu 120 Feuerwehrleute zusammengezogen. Das Feuer konnte sich rasch ausbreiten, im Verlauf gab es mehrere Explosionen. Dabei wurden zwei Feuerwehrmänner dermaßen schwer verletzt, dass sie bis heute als arbeitsunfähig gelten. Insgesamt dauerte der Einsatz ca. 20 Stunden.
  • Bombenfund 
    Nur wenige Stunden nach dem Einsatz in Heerdt wurde auf der Ulmenstraße eine 10-Zentner-Bombe gefunden. Dafür mussten 11.650 Menschen ihre Wohnungen verlassen, weitere 19.245 durften sich nicht im Freien aufhalten. Es war die größte Evakuierung im Rahmen eines Kampfmittelfundes innerhalb der Landeshauptstadt Düsseldorf nach dem Zweiten Weltkrieg. über 500 Einsatzkräfte waren bis zur Entschärfung der Bombe insgesamt rund 16 Stunden im Einsatz.
  • Medizinische Versorgung auf dem Baukran 
    In 35 Meter Höhe musste ein medizinischer Einsatz durchgeführt werden. Während der Versorgung wurde durch Spezialisten der Feuerwehr die Rettung über eine Schleifkorbtrage vorbereitet. 19 Einsatzkräfte brachten den Mann nach 90 Minuten sicher zu Boden.
  • Wald- und Heidebrand im Kreis Viersen
    Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet in der Gemeinde Niederkrüchten brannte auf einer mehreren Kilometer langen Flanke die Vegetation. Insgesamt 125 Feuerwehrleute aus dem Kreis Mettmann und Düsseldorf kamen über drei Tage zusammen, um die Bereitschaften aus NRW zu unterstützen. Zudem kamen Spezialkräfte der Feuerwehr Düsseldorf mit einer Hochleistungspumpe für mehrere Tage zum Einsatz, um die benötigten Mengen an Löschwasser zusammen mit drei weiteren baugleichen Pumpen über eine Strecke von rund 8.000 Meter zu fördern.
  • Hauseinsturz Friedrichstadt 
    Ende Juli stürzte bei Bauarbeiten ein Gebäude ein. Dabei wurden zwei Bauarbeiter verschüttet, die nach Tagen nur noch tot geborgen werden konnten. Insgesamt waren 500 Feuerwehrleute drei Tage damit beschäftigt, Gebäude zu sichern, Trümmer wegzuschaffen und die Toten zu bergen.