Mann mit Gold-Mercedes zieht wegen 162 Euro Strafe vor Gericht

Dass ein Mercedes C63 AMG mit Goldfolie für Aufsehen sorgt, dürfte seinem Besitzer nicht nur klar, sondern auch beabsichtigt gewesen sein. Nachdem die Polizei und der TÜV ihn nun aber gleich mehrmals aus dem Verkehr gezogen haben, ging der Halter mit dem Fall vor Gericht.

Immer wieder was zu meckern: Ein Besitzer eines mit Goldfolie überzogenen Mercedes C63 AMG mit nicht übersehbarem Heckspoiler war es offenbar leid immer wieder von der Polizei kontrolliert zu werden. Bereits Ende 2020 wurden der Mann und sein bestes Stück binnen weniger Wochen aus dem Verkehr gezogen, der Mercedes aufgrund illegaler Umbauten stillgelegt.

Das erste Mal sei laut einem Bericht auf RP Online auch für den Besitzer noch nachvollziehbar gewesen: Bei einer Kontrolle in Dortmund wurden neben einer defekten Airbag-Leuchte vor allem die grell-goldene Spiegelfolie des luxuriösen Mercedes moniert. Spiegelfolien sind hierzulande verboten, da sie im wahrsten Sinne des Wortes stark spiegeln und somit andere Verkehrsteilnehmer irritieren können. Mit dem Tausch der spiegelnden Goldfolie in eine nur noch glänzende Folie sei der Fall für den 62 Jahre alter Geschäftsmann aus Dortmund dann erstmal abgeschlossen gewesen.

Kontrolle in Düsseldorf-Derendorf

Bis es zur nächsten Kontrolle kam: Nur wenige Wochen später hielt die Polizei den goldene Wagen mit stolzen 476 PS nachts im Düsseldorfer Stadtteil Derendorf an. Diesmal wurde die Liste der Mängel länger, darunter fielen ein ausgetauschter Kühler-Stern, eine elektronische Klappensteuerung (regelt die Lautstärke der Abgasanlage) und ein illegaler Heckspoiler. Wohlgemerkt alles Teile, die beim letzten Mal nicht angemahnt wurden.

Kein Wunder also, dass sich der Fahrer des „Proll-Benz“ nun gerichtlich gegen 162 Euro als Bußgeld (plus 681 Euro fürs Abschleppen) sowie Punkte in Flensburg zur Wehr setzte. Das überraschende Ergebnis: Die Richterin konnte nach Anhörung eines Sachverständigen nur den Heckspoiler als nachweisbar illegal bewerten. Demnach strich sie die Punkte in Flensburg und reduzierte die Geldbuße von 162 auf 55 Euro. Wirklich günstiger wird der Mann bei der Sache nicht davongekommen sein: Gerichts- und Anwaltskosten musste er aus eigener Tasche zahlen.

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