Corona-Drama: 27-Jährige stirbt in Essener Krankenhaus – hätten Sanitäter ihr früher helfen können?

Sie zählt zu den jüngsten Corona-Opfern in Essen. Eine 27-Jährige ist im Krankenhaus verstorben – allerdings wird darüber diskutiert, was vorher passiert ist.
Rettungswagen Krankenwagen
Ein Rettungswagen im Einsatz. Foto: Marcel Kusch/dpa
Rettungswagen Krankenwagen
Ein Rettungswagen im Einsatz. Foto: Marcel Kusch/dpa

Eine 27-Jährige stirbt an Corona – allerdings gab es im Vorfeld des tragischen Todes Probleme. Offenbar musste sie von ihren Eltern ins Krankenhaus gebracht werden. Und das, nachdem bereits versucht wurde, sie mit einem Krankenwagen abholen zu lassen. Das aber scheiterte aus diversen Gründen.

Im Eingangsbereich des Krankenhauses kollabierte die junge Frau schließlich, Ärzte eilten zu Hilfe. Nur zwei Stunden später konnten die Ärzte aber nur noch den Tod der Frau feststellen. Sie starb auf der Intensivstation. Mit 27 Jahren ist sie das drittjüngste Corona-Opfer in Essen. Allerdings hatte sie Vorerkrankungen, das berichtet die „WAZ“.

Der Blick richtete sich nach dem Fall auf das Klinikum. Denn es entstand der Eindruck, dass dort kein Krankenwagen in einer Notsituation ausrückte. Dies sei nicht richtig, erklärt der Sprecher der Essener Feuerwehr Mike Filzen bei „WAZ„. Vielmehr sei es an den Sprachschwierigkeiten der Anruferin gescheitert.

Zudem gebe es eine Aufnahme des Anrufs. Dort sei aber nicht im Ansatz auf die Notlage zu schließen gewesen sein, so der Sprecher. Stattdessen gab es die Auskunft, das zwei Corona-Tests positiv gewesen seien. Das Gespräch wurde in der Folge offenbar nicht einfacher und der Kollege, der den Notruf entgegennahm, ging irrtümlicherweise von einer symptomlosen Corona-Infektion aus. Daraufhin verwies er die Frau, die wohl die Mutter des Opfers war, an die Stadt und erklärte, dass die Familie sich in Quarantäne begeben soll.

Dies alles hätte nicht den Eindruck erweckt, dass die junge Frau in Lebensgefahr war. „Zumal die Anruferin auch keine anderen Symptome nannte oder von der Vorerkrankung ihrer Tochter sprach, weder konkret noch allgemein“, erklärte Filzen. Dass die junge Frau im Anschluss so schnell im Klinikum verstarb, kann er sich nicht allein durch Corona erklären. „Wir haben keinen anderen Fall, in dem ein Covid-19-Patient so schnell nach der Einlieferung ins Krankenhaus gestorben ist.“

Ob sie überlebt hätte, wenn der Krankenwagen sie abgeholt hätte, die Frage wird man nie final beantworten können. Es ist bekannt, dass die 27-Jährige als „vorerkrankt“ galt, mehr ist aufgrund des Datenschutzes nicht bekannt. Der Feuerwehr-Sprecher hebt dabei hervor, dass man die junge Frau selbstverständlich versorgt und vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gefahren hätte – wäre die schlimme Situation ersichtlich gewesen. Bei 300 bis 350 Notrufen pro Tag gebe es aber schon mal Fälle, wo eine Sprachbarriere das Erkennen der Notfälle deutlich erschwere. „Nur geht das selten so dramatisch aus“, gibt er aber auch zu.

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