Betrugsfälle in NRW häufen sich: Immer mehr gefälschte Impfpässe im Umlauf

Der Gebrauch von gefälschten Impfpässen in NRW häuft sich. Dabei ist der Betrug kein Kavaliersdelikt, sondern strafbar. Die Fälschungen sind dabei oft nicht auf dem ersten Blick zu erkennen.
gefälschte Impfpässe
Sichergestellte Impfpässe Foto: Polizei Köln

Wie die NRW-Polizei festgestellt hat, sind immer mehr gefälschte Impfpässe im Umlauf. So wurden in den vergangenen Wochen immer mehr Betrugsfälle registriert, bei denen es um nicht gültige Dokumente ging, mit denen die 2G-Regeln umgangen werden sollten.

Der Anstieg lässt sich auch in Zahlen belegen. So waren es im Sommer lediglich zwei Fälle pro Monat, im Oktober hingegen waren es 15 Fälle, im November 14. Insgesamt wurden in Nordrhein-Westfalen bislang 1041 Fälle registriert. Allerdings wird nicht im Detail festgehalten, wo gefälschte Papiere letztlich nachgewiesen wurden.

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Apotheken registrieren imemr mehr gefälschte Impfpässe

Auch aus dem Apothekerwesen gibt es jedoch Stimmen, die davon sprechen, dass die Fälschungen spürbar mehr geworden seien. Sie sind es, die die digitalen Nachweise erstellen, wenn ein Impfpass kontrolliert und als gültig abgesegnet wird. So sollen auch in den Apotheken immer mehr ungültige Dokumente aufgetaucht sein, mit denen sich Ungeimpfte einen digitalen Nachweis erschleichen wollen.

Die einzelnen Indikatoren, die auf eine Fälschung im Impfpass hindeuten, wurden im Detail nicht benannt – auch, um Betrügern nicht die Gelegenheit zu geben, diesen Malus „auszubessern“. Die Strafen für den Gebrauch eines gefälschten Impfpasses aber sind deutlich angehoben worden – dank einer Gesetzesänderung, die deutlich mehr Handlungsfähigkeit erlaubt.

So ist der Gebrauch nun auch „im Rechtsverkehr“, wie es heißt, strafbar. Wer also mit einem gefälschten Impfpass gegen die geltenden Regeln verstößt, muss mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder mit einer Geldstrafe rechnen.

Die Polizei bittet darum, keine Fotos von Impfpässen mit erkennbaren Chargennummern der Impfstoffe öffentlich zu posten, um es den Betrügern nicht noch leichter zu machen. Wer wiederum Angebote für gefälschte Impfdokumente entdeckt, solle dies der Polizei melden.

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