49-Euro-Ticket in NRW: VRR plant ab 1. Mai – wichtige Infos für Fahrgäste!

Schon länger haben sich Bund und Länder geeinigt: Das 49-Euro-Ticket wird kommen. Der VRR plant das Ticket nun ab dem 1. Mai.
Bahn Fahrkarte Automat
Foto: Shutterstock/Filmbildfabrik
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Der Nachfolger für das 9-Euro-Ticket ist gefunden: Das bundesweite 49-Euro-Ticket wird kommen. Doch es gibt noch viele offene Fragen. Wir beantworten euch die wichtigsten Fragen zum 49-Euro-Ticket in NRW sowie dem Starttermin.

49-Euro-Ticket: Bund und Länder endgültig einig – offene Finanzfragen geklärt

Der Weg für die Einführung des 49-Euro-Tickets für Millionen Fahrgäste im Nahverkehr mit Bussen und Bahnen ist geebnet. Nach langem Gezerre zwischen Bund und Ländern klärten Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten am Donnerstag (8. Dezember 2022) letzte Finanzfragen. „Das Deutschlandticket wird jetzt kommen, auch sehr zügig“, sagte Scholz. Wann genau es im neuen Jahr startet, ließ er offen. Inzwischen rechnet der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) mit einem Start zum 1. Mai.

Was ist das 49-Euro-Ticket in NRW?

Das 9-Euro-Ticket war mit 52 Millionen verkauften Tickets ein absoluter Erfolg. Doch nicht nur, dass das Ticket unschlagbar günstig war, es war das ultimative Ticket gegen den Tarifdschungel. Ein Ticket, mit dem bundesweit von Sylt bis München, von Düsseldorf bis Dresden im Nah- und Regionalverkehr gefahren werden durfte. Seit Ende August wurde daher über ein Nachfolger diskutiert. Dieser soll nun mit dem bundesweiten 49-Euro-Ticket gefunden sein.

Wann startet das 49-Euro-Ticket in NRW?

Fahrgäste in ganz Deutschland sollen ab Anfang 2023 von einem 49-Euro-Monatsticket profitieren. Es wird für alle Busse und Bahnen im Nahverkehr gelten. Darauf einigten sich die Länder gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz am 2. November 2022. Eingeführt werden sollte das Ticket ursprünglich am 1. Januar 2023, danach strebten die Länder den 1. April 2023 an. Bereits vorher war dieser Termin aber fraglich. Nun bereitet der VRR den Start in Nordrhein-Westfalen für den 1. Mai 2023 vor. Verkauft werden soll das Ticket vier Wochen vor dem Start.

Wie wird das 49-Euro-Ticket in NRW finanziert?

Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten haben sich auf eine gemeinsame Finanzierung des 49-Euro-Tickets geeinigt. Beide Seiten werden jeweils 1,5 Milliarden Euro in den Finanzierungstopf zufließen lassen. Zusätzlich wird der Bund dauerhaft eine weitere Milliarde für den Ausbau des ÖPNV bereitstellen.

Zudem seien in Fragen der Finanzierung in der letzten Spitzenrunde von Bund und Länder (8. Dezember 20229 „alle Hürden beseitigt, so dass die Verantwortlichen in den Ländern und den Verkehrsunternehmen jetzt alles daran setzen können, dass das auch schnell und zügig vorangeht“, erläuterte Scholz. Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Stephan Weil (SPD) aus Niedersachsen, erklärte, dass etwaige Mehrkosten, die den Unternehmen 2023 entstehen, von Bund und Länder je zur Hälfte getragen werden sollen.

In den Folgejahren solle dann gemeinsam vereinbart werden, wie die Finanzierung weiter sichergestellt werden kann. Er machte zugleich deutlich, dass die Länder einen Start bis zum Ende des ersten Quartals 2023 anstreben. Es dürfe „kein Sommerthema“ werden.

49-Euro-Ticket in NRW: Ab wann ist es gültig?

Der Start des neuen Tickets ist vom VRR für den 1. Mai 2023 geplant. Das 49-Euro-Ticket soll es in digitaler Form und als Plastikkarte geben. Es hat eine Gültigkeit von einem Monat und wird innerhalb eines monatlich kündbaren Abos erwerbbar sein.

Wie lange soll das 49-Euro-Ticket in NRW gelten?

Idealerweise soll das 49-Euro-Ticket im Jahresabo erhältlich sein. Man kauft es daher für 12 Monate und bezahlt monatlich die Rate von 49 Euro. Im Jahr kommt man so auf 588 Euro, die man für die Nutzung des Nah- und Regionalverkehrs bezahlen muss.

Wo kann ich das 49-Euro-Ticket in NRW kaufen?

Das Ticket soll sowohl digital als auch analog angeboten werden. Nur übertragbar soll es nicht sein. Heißt im Umkehrschluss, dass es personalisiert angeboten wird. Das bedeutet, dass ihr das Ticket keiner Freundin oder Kumpel leihen dürft. Zu kaufen wäre es damit aber an allen Stellen, wo ihr Fahrkarten kaufen könnt. Ob nun am Automaten oder in einer Verkaufsstelle, das bleibt euch überlassen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), der Westfalentarif und der Kölner Nahverkehr Rheinland (NWR) wollen den Verkauf des Tickets vor allem digital über ihre Apps abwickeln.

Geltungsbereich: Wo gilt das 49-Euro-Ticket in NRW?

Das 49-Euro-Ticket gilt in allen Bussen und Bahnen für den Nah- und den Regionalverkehr, nicht aber für den Fernverkehr der Deutschen Bahn oder andere Unternehmen wie FlixTrain. Es soll ähnlich wie das 9-Euro-Ticket funktionieren. Möglich daher, dass man Zusatztickets kaufen kann, um auch den IC oder ICE benutzen zu dürfen. Die Benutzung alleine mit dem 49-Euro-Ticket aber ist nicht möglich. Daher solltet ihr vorsichtig sein, bevor es zu empfindlichen Strafen kommt.

49-Euro-Ticket: Was gilt für Studenten, Schüler und Rentner?

Wie sich das bundesweite 49-Euro-Ticket für Studierende auswirken wird, ist aktuell noch offen. Aktuell zahlen diese innerhalb des Semesterbeitrages bereits für den ÖPNV, welches regional auf das jeweilige Bundesland begrenzt ist. Möglicherweise könnte das im Semesterbeitrag inkludierte ÖPNV-Ticket künftig genau wie beim 9-Euro-Ticket einfach auf ganz Deutschland ausgeweitet werden. Aktuell ist unklar, ob es für Studenten, Schüler, Rentner oder Sozialleistungsempfänger ein günstigeres Angebot geben wird.

49-Euro-Ticket: Was passiert mit dem Jobticket?

Wer bereits ein Jobticket besitzt, für den wird es sogar günstiger und das Nutzungsgebiet wird größer. So können Jobticket-Inhaber bald den Nah- und Regionalverkehr in ganz Deutschland nutzen. Durch das 49-Euro-Ticket sinkt dann auch automatisch der Preis für das Jobticket.

Ab dem Mai 2023 haben Arbeitgeber dann die Möglichkeit, das Deutschlandticket auch als Jobticket auszustellen. Busse und Bahnen sind somit für die entsprechenden Arbeitnehmer bundesweit nutzbar. Der Arbeitgeber, der mindestens 25 Prozent der Kosten des Jobtickets übernimmt, wird vom Staat dafür sogar belohnt, indem Bund und Länder ebenfalls fünf Prozent bezahlen. Als Arbeitnehmer spart man so 30 Prozent der Gesamtkosten des 49-Euro-Tickets.

Somit würde das Jobticket für Arbeitnehmer im günstigsten Fall nur noch 34,30 Euro pro Monat kosten.

Ausflugsziele: Wohin kann ich mit dem 49-Euro-Ticket in NRW fahren?

Wie auch mit dem 9-Euro-Ticket stehen euch auch mit dem 49-Euro-Ticket sämtliche Ziele, die ihr mit dem Nah- und Regionalverkehr erreichen könnt, offen. Wir haben euch eine Liste zusammengestellt mit den schönsten Reisezielen in Nordrhein-Westfalen sowie auch in ganz Deutschland. Ihr müsst lediglich entsprechend viel Zeit einplanen, wenn ihr beispielsweise in die Alpen oder an die Ostsee fahren möchtet.

Kann ich mein Fahrrad mit dem 49-Euro-Ticket in NRW mitnehmen?

Für die Fahrradmitnahme soll es ein Zusatzticket geben. Innerhalb des VRR soll es 29 Euro im Monat extra kosten. Wirklich günstig ist das Zusatzticket aber nur für Vielfahrer. Denn aktuell kostet ein Zusatzticket 3,80 Euro im VRR. Man bräuchte daher schon mindestens acht Fahrten pro Monat, damit sich das Zusatzticket rechnet.

Aber es gab auch bereits Schlupflöcher beim 9-Euro-Ticket. So konnte man mit einem Trick bereits sein Fahrrad auch beim 9-Euro-Ticket mitnehmen. Möglich daher, dass es auch beim 49-Euro-Ticket wieder funktionieren wird.

Fernverkehr: Gilt das 49-Euro-Ticket auch im ICE?

Nein, das 49-Euro-Ticket ist ausschließlich für den Nah- und Regionalverkehr gedacht. Das bedeutet, dass ihr damit Busse und Regionalbahnen nutzen dürft, nicht aber den Fernverkehr, der IC und ICE beinhaltet. Hierfür müssen nach wie vor Sondertickets gelöst werden, sonst kommen empfindliche Strafen auf euch zu. Daher solltet ihr schon genau darauf achten, welche Verbindungen ihr nutzen wollt und aufpassen, nicht in den falschen Zug zu steigen.

49-Euro-Ticket in NRW: Was machen die anderen Bundesländer?

Es gibt noch andere Gedankenspiele, wie beispielsweise das 29-Euro-Ticket in Berlin, welches in den jeweiligen Bundesländern genutzt werden soll. Das 49-Euro-Ticket wiederum soll bundesweit gelten. Habt ihr euch also ein 49-Euro-Ticket gegönnt, müsst ihr eigentlich nicht mehr auf Tarif- oder Bundeslandgrenzen achten, sondern könnt ganz entspannt durch die Republik tingeln.