"Mia Madre"

Die Neurosen von Nanni Moretti

"Mia Madre": Die Neurosen von Nanni Moretti "Mia Madre": Die Neurosen von Nanni Moretti Foto: Screenshot Trailer
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Italiener und ihre Mama: eine besondere Beziehung. Jetzt kommt der Film "Mia Madre" - "Meine Mutter" in die Kinos und man könnte Selbstbekenntnisse des italienische Starregisseur Nanni Moretti (62, "Das Zimmer meines Sohnes") erwarten.

Die gibt es auch, aber Moretti stellt eine Frau in den Mittelpunkt seines Films, spiegelt seine Erfahrungen in sie hinein: Margherita, gespielt von Margherita Buy, die in Italien ein Star ist, arbeitet als Regisseurin und dreht gerade einen Film, wobei sie sich mit den Allüren ihres Hauptdarstellers (John Turturro) herumärgern muss. Daneben kümmert sie sich um ihre Mutter (Giulia Lazzarini), die sterbenskrank in einer Klinik liegt. Auch Margheritas pubertierende Tochter erfordert Aufmerksamkeit, und sei es nur fürs Latein-Lernen. Vom Vater der Tochter lebt Margherita getrennt; ihre neue Beziehung ist in die Brüche gegangen.

Bei Margherita liegen bald die Nerven blank. Gleichzeitig beginnt sie, über sich selbst nachzudenken, als ihr Ex-Freund Klartext mit ihr spricht. Ihr dämmert, wie ignorant sie manchmal ist und dass sie für die Menschen in ihrer Umgebung unerträglich sein kann. So erfährt sie erst spät, dass ihr Bruder Giovanni seinen Job aufgegeben hat, um für die kranke Mutter da sein zu können, während Margherita vor allem mit sich selbst beschäftigt ist.

Moretti hat mit "Mia Madre" einen leisen, sehr persönlichen Film geschaffen. Er verarbeitet darin den Tod seiner eigenen Mutter. Mehr noch: "Anhand der Figur, mit der er Margherita Buy betraut, spricht er von sich selbst und erzählt von seinen Neurosen und Arbeitsmethoden", heißt es in den Infos zum Film. Moretti tritt auch selbst in "Mia Madre" auf. Er verkörpert Margheritas Bruder Giovanni, der sich um die Mutter kümmert und seiner Schwester den Spiegel vorhält. "Mia Madre" ist ein herzergreifender, lebensbejahender Film.

Quelle: RP