"Germany’s Next Topmodel" geht in Runde 6

Von crackenden Knochen und müffelnden Male-Models

"Germany’s Next Topmodel" geht in Runde 6: Von crackenden Knochen und müffelnden Male-Models "Germany’s Next Topmodel" geht in Runde 6: Von crackenden Knochen und müffelnden Male-Models Foto: Pablo Garcia Saldaña

Splitternde Knochenbrüche, rote Latex-Fummel und Krieg zwischen zwei Gruppen: die 6. Folge Germany’s Next Topmodel hätte auch ein Tarantino-Film sein können - wäre sie nicht so langweilig gewesen.

Ist das Einbildung oder war Heidi Klum diese Woche noch nerviger als sonst? "Rankin-Shooting", "Catwalk-Challenge", "Marionetten-Walk": die in perfektem Hayo-Lackaffen-Denglisch verfassten Programmpunkte der Sendung waren für sich schon ein beherztes Kopfschütteln wert. Doch auch der Rest der Show warf immer wieder die große Frage auf: Ist das eigentlich euer Ernst?

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Gymnastik-Bälle und müffelnde Male-Models

Für das Foto-Shooting wurde wieder der großartige und in jeder Staffel obligatorisch angepriesene Fotograf Rankin organisiert. „Geshootet“ wurde dann in Dreiergruppen mit verschiedenen „heißen Accessoires“. Accessoires, Models, Blicke, Pose - sowieso war bei diesem Shooting alles heiß und Heidi fiel bereits hier mit ihrem pausenlosen Hotness-Gebrabbel ein wenig negativ auf.

Als Requisiten fungierten je nach Gruppe eine Handvoll orangener Sitzbälle, eine Stahlkette, ein paar Rollschuhe oder „Male Model“ Gil, der zwar unter starkem Mundgeruch litt, dafür aber ein von Heidi Klum persönlich nachgezähltes und freigegebenes Sixpack vorweisen konnte.

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So weit, so lame. Fehlende Motivation hier, „ich kann das nicht, weil ich hab’n Freund“ da und zwischendurch ein paar in die Menge gekreischte Anweisungen von Heidi – mehr als ein gelangweiltes Augenrollen ist da bei dem Drama-verwöhnten ProSieben-Zuschauer noch nicht drin. Das änderte sich jedoch schlagartig mit der „Catwalk-Challenge“, die der Beginn einer wunderbaren Feindschaft zwischen Team Michael und Team Thomas werden sollte. (Dass wohl genau das der initiale Gedanke der Team-Aufteilung gewesen war, hätte uns natürlich auch früher bewusst werden können).

Camillas Knochen cracken

Schleim-Shootings und fatale Stürze bei Germany’s Next Topmodel: Willkommen im ewigen Heidi-Trott Schleim-Shootings und fatale Stürze bei Germany’s Next Topmodel Willkommen im ewigen Heidi-Trott Zum Artikel » In 1-gegen-1-Duellen müssen die „Models“ vor den strengen Augen von Topmodel Willie Harlow eine Treppe herunter walken, dem Gewinner-Team winkt als Preis ein Maybelline-Casting, ein Maybelline-Koffer mit ganz vielen Maybelline-Produkten und ein Autogramm von Boris Entrup. Um den Fun-Faktor noch zu erhöhen, findet die Stöckel-Challenge in luftiger Höhe auf 15cm-Absätzen und in zu großen Schuhen statt. Im Model-Leben ist sowas nämlich Alltag!! Wie zu erwarten geht das Stolperfest nicht allzu lange gut. Dieses Mal trifft es Kandidatin Camilla, die nach ein paar beunruhigend unnatürlich aussehenden Knöchelbewegungen zu Boden segelt und abtransportiert werden muss.

Beim gegnerischen Team sorgt Camillas dramatischer Sturz für heimliche Schadenfreude, was bei ihren Kameradinnen wiederum große Wut auslöst: „Da sieht man, welches Team real ist und welches Team unreal“, fasst Jasmin den Konflikt nochmal treffend zusammen. Später kommt raus: Camilla hat sich den Zeh angecrackt!!! Was genau sich hinter diesem medizinischen Fachausdruck verbirgt, können wir jetzt auch nicht sagen, aber es hat sicher etwas mit Knochensplittern und viel Blut zu tun.

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"Bad Attitude" beim Leichen-Walk

Beim Entscheidungslauf kann Camilla aber zum Glück trotzdem mitmachen. Der ist dieses Mal nämlich gar kein Lauf, sondern eine wunderbare Metapher: Bleich geschminkt und als leblose Puppen verkleidet werden die Mädchen an Seilen über den Laufsteg gezogen - wie Kleidersäcke in der Reinigung. Eine tolle Idee!

Kandidatin Yusra, die schon beim Fotoshooting durch schlechte Laune und Langeweile aufgefallen ist, kann beim Leichen-Walk wieder nicht überzeugen: „Yusra is fabulous, the only thing is: she’s got BA“, analysiert Michael Michalsky fachmännisch. BA, was kann das nur bedeuten? Sie arbeitet für British Airways? Sie schreibt grad an ihrer Bachelorarbeit? Sie muss zum Betriebsarzt? Doch noch bevor UrbanDictionary.com vollständig geladen ist, bekommen wir die Antwort: She’s got bad attitude! Sie ist also eine Zicke. Das will natürlich niemand, deswegen wird Yusra kurzerhand rausgeworfen und muss ihre BA jetzt woanders ausleben.

Dafür gibt Heidi ihr aber noch einen wertvollen Tipp mit auf den Weg: „Ich weiß, dass man nicht immer jedem gefallen kann – aber man muss es wenigstens versuchen!“, und beweist damit mal wieder eindrucksvoll, wieso sie so ein tolles Vorbild für junge Mädchen ist und ihre Sendung so wahnsinnig inspirierend.

Happy belated International Women’s Day, Heidi!

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