Das kleine Schielauge und die 22 Schönen

Der Bachelor 2016 geht in die erste Runde

Das kleine Schielauge und die 22 Schönen: Der Bachelor 2016 geht in die erste Runde Das kleine Schielauge und die 22 Schönen: Der Bachelor 2016 geht in die erste Runde Foto: Pablo Garcia Saldaña

Wenn schon in der ersten Folge Tränen fließen, Freundschaften zerbrechen und man sich als Frau ein bisschen für sein eigenes Geschlecht schämt, dann kann das nur eins heißen: Der Bachelor ist zurück! Seit Mittwochabend ist der Kampf um Leonard Freier aus Berlin eröffnet und die 22 liebeswütigen Kandidatinnen aufeinander losgelassen. Und man muss sagen: Da war schon viel Schönes dabei!

Der Bachelor

Dass der Mann, der mit 22 halbnackten Frauen in Glitzerkleidern in einer Villa hockt und Champagner säuft, ausgerechnet Freier mit Nachnamen heißt, ermöglicht natürlich an sich schon eine Vielzahl von geschmacklosen Wortwitzen. Die werden wir uns allerdings erstmal verkneifen und für schlechte Zeiten aufheben, denn sie werden Bachelor Leonard eigentlich gar nicht gerecht. Wie erwartet ist nach dem blonden Schmalzlöckchen Oliver Sanne im letzten Januar dieses Jahr wieder ein adrettes Brünettchen als menschlicher Hauptpreis gecastet worden.

Und „Hauptpreis“ ist bei Leonard wirklich nicht zu hoch gegriffen: Der Bachelor ist 30 Jahre alt, Versicherungs... äh... Unternehmensberater, hat einen Körper wie Conan, der Barbar, Augen wie Heidi, das schielende Opossum und eine Aussprache, wie Katja Burkard nach zwei Aperol Spritz. Er hat eine kleine Tochter, ein gemeinsames Haus mit seiner Exfreundin und ganz ganz viel soziale Kompetenz, wie seine Eltern stolz berichten. Extrem sportlich und aktiv ist er natürlich auch (wir bereiten uns schon mal stöhnend auf die kommenden Wochen der Bungee-Jumping-Helikopter-Jetski-Dates vor) und in seiner Freizeit betreut er nebenbei noch massenhaft soziale Projekte. Ein echter Fang eben!

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Die Kandidatinnen

Die Mädels sind da ähnlicher Meinung, das lassen zumindest die Schreie erahnen, die sie von sich geben, als sie ihren Freier..eehm..Bachelor das erste Mal sehen. Frisch rausgeputzt im Olivia Jones-Understatement-Look werden sie traditionsgemäß in Zweiergrüppchen zur ersten Nacht der Rosen chauffiert, um Leonard in einem peinlichen zweiminütigen Smalltalk von sich und ihren Qualitäten zu überzeugen. Und oh Gott, war das wieder peinlich!

Da gäbe es zum Beispiel Kandidatin Dina, die im Burlesque-Tänzerinnen Karnevalskostüm kam und besonders viel Wert darauf legt „authentisch zu sein“, um endlich die große Liebe zu finden. Sowas ähnliches hatte sie letztes Jahr auch schon bei „Catch the Millionaire“ gesagt, es muss also stimmen! Studentin Franziska möchte vor allem mit Köpfchen punkten. Als Beweis hat sie sich zum knappen Glitzerkleid eine Fensterglas-Nerdbrille von Primark aufgesetzt und sieht damit aus wie Bonnie Rotten auf einem Sekretärinnen-Dreh. Also, sowas tragen kluge Studentinnen doch, oder?

Ein paar weitere Namen, die man sich mal vorsorglich merken könnte, sind Anni (die jeden Mann kriegt und zuhause eine Vitrine mit 1300 Fläschchen Nagellack stehen hat), Cindy (die Marine-Offizierin ist und uns als einzige Kandidatin nicht die Schamesröte ins Gesicht getrieben hat) und Leonie Rosella (einfach nur wegen dem Namen). Mit Marisa und Saskia haben diese Staffel außerdem das erste Mal zwei Freundinnen um den Bachelor gekämpft. Nach nur einer Folge war damit aber auch schon wieder Schluss (mit der Freundschaft, nicht mit dem Kampf).

Der erste Rausschmiss

Die allererste Rose des Abends ging an Leonie, mit der Leonard sich schon von Anfang an tief verbunden fühlte, weil ihre Namen fast gleich klingen. Und diese Rose ist nicht rot, sondern weiß. Say whaaat?! Weil die Hasen sich sonst immer viel zu gut verstehen, hat RTL dieses Jahr händereibend die neue weiße Bitchfight-Blume eingebaut. Mit der kann Leonie sich jederzeit in ein Date eintauschen und dafür eine andere Dame rausschmeißen, die dann zuhause bleiben und Leonies Klamotten mit einer Nagelschere zerfetzen muss. Respekt, RTL. Was für ein kluger Schachzug!

Außer Leonie bekommen noch 16 weitere Emanzen eine (rote) Rose und dürfen noch etwas länger im Fernsehen bleiben. Die übrigen fünf können noch einen letzten Blick auf Leonards Meister-Proper-Ärmchen werfen und müssen Miami dann unverrichteter Dinge verlassen. Wie ein betrunkener Dackel schaut er ihnen nach und man beginnt sich zu fragen, was sich wohl so in seinem Kopf abspielt. Vermutlich nicht viel. Es ist ja immer noch der Bachelor.