"Ich bin so voll innerlich zerfressen!"

Der Bachelor vergibt im dramatischen Floskel-Finale die letzte Rose

"Ich bin so voll innerlich zerfressen!": Der Bachelor vergibt im dramatischen Floskel-Finale die letzte Rose "Ich bin so voll innerlich zerfressen!": Der Bachelor vergibt im dramatischen Floskel-Finale die letzte Rose Foto: Pablo Garcia Saldaña

Es ist geschafft. Nach acht Wochen anbiedern, rumsabbern und Prosecco saufen hat der Bachelor nun endlich die Blondine seines Herzens auserkoren. Acht Wochen, die sich besonders durch ein erfrischend idiotisches Phrasen-Ping-Pong auszeichneten, und nun in einem fulminanten Final-Feuerwerk der Behämmertheit gipfelten. Leonard Freiers Auserwählte ist übrigens Leonie. Aber wen interessiert das schon noch. Sehen ja eh alle gleich aus.

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Der Inhalt des Bachelor-Finales hätte sich eigentlich auf gute fünf Minuten Sendezeit zusammenkürzen lassen: Beide sind verliebt, Leonard ist zerrissen, Leonard nimmt Leonie, Leonie ist glücklich, die andere ist traurig – Zack fertig. Kein Informationsverlust und sogar noch genug Zeit für eine ausgiebige Amarula-Anpreisung. Aber RTL wäre ja nicht RTL, wenn es sich von so lächerlichen Details wie inhaltlicher Relevanz beeinflussen ließe. Der Mangel an Information wird einfach durch eine stupide Aneinanderreihung dumpfbackiger O-Töne kompensiert. Und durch Leonards Mutter.

Mami und Papi sind mit Rat und Tat zur Stelle

Wie es die Tradition nun mal vorschreibt, müssen vor der endgültigen Entscheidung die Eltern des Bachelors konsultiert werden und eine Empfehlung aussprechen, welche der Damen das Bett des Filius künftig zieren sollte – blond oder blond, dünn oder dünn, dumm oder dümmer. Auch Leonards Eltern kommen für diese wichtige Aufgabe natürlich gerne nach Miami gebraust. Zuerst muss Leonie sich den kritischen Augen von Papa Ronald, der aussieht wie ein Fuerteventura-Auswanderer von "Goodbye Deutschland", und Mama Claudia, die sich leider die Handgelenke gebrochen hat, stellen.

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Das Kennlern-Gespräch ist zum Glück so langweilig, dass man genug Zeit hat, darüber zu sinnieren, wie es wohl möglich ist, sich beide Handgelenke auf einmal zu brechen. Wahrscheinlich hat Claudia beim Erblicken ihres peinlichen Sohnes im Fernsehen einfach etwas zu energisch die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Oder irgendwas beim Sex. Dann schnappt man plötzlich mit halbem Ohr auf, dass Leonie von ihrem großen Hobby "Discofox auf Dorffesten" berichtet, und wird jäh aus seinen Gedanken gerissen.

Zwischen crazy Schleimerei und fetziger Dorfdisco

Discofox, das finden die Freiers toll und auch Leonard guckt schon ganz verliebt und hat ein "heftiges Kribbeln im Bauch". Aber es gibt ja auch noch Daniela, also husch husch ins Körbchen mit dir, Leonie! Statt auf sympathischen Dorfdisco-Charme setzt Dani eher auf hemmungslose Schleimerei und wirft sich direkt Papa Ronald McDoofnald (höhö) an den Hals: "Jetzt weiß ich wo Leonard seine Augen her hat." Dabei schielt Ronnie überhaupt nicht. Ist also gelogen. Trotzdem kann auch Daniela mit ihrer "rasanten, begeisterungsfähigen und ein bisschen crazy" Art bei den Freiern punkten. Und auch Daniela ist schon total verliebt und öffnet bereitwillig das kleine Zuckermäulchen für erneute Spucke-Spielchen.

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Leonard ist jetzt natürlich total verwirrt, hat aber eine gute Idee, wie man das Dilemma lösen könnte: "Ganz rational gesehen könnte es mit beiden funktionieren". An sich ein netter Vorschlag, Polyamorie als alternatives Lebensmodell ist schließlich längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen, allerdings gibt es ja leider nur noch eine Rose, die kann man ja nun auch schlecht zerteilen. Und so wird Daniela dann in einer Limousine zu ihrer finalen Abweisung gefahren, wie ein Huhn zur Schlachtbank, und ist dabei "so voll innerlich zerfressen."

Freud und Leid und die letzte Rose

Leonard erwartet sie bereits mit seinem allersüßesten Hundeblick, um noch mal all die schönen gemeinsamen Momente aufzuzählen und Dani dann nach Hause zu schicken. Die alljährliche Hoffnung auf furiose Spuck-Attacken oder sonstige Handgreiflichkeiten wird auch dieses Mal wieder zerstört, als Daniela sich höflich bedankt und widerstandslos umarmen lässt. Menno! Erst im Auto beginnt dann das große Wimmern: "Alles, was ich mir gewünscht habe, alles wovon ich geträumt habe, alles zerstört!"

Während Daniela noch plärrt bekommt Leonie bereits ihre Gewinner-Rose überreicht und steht ihrer Konkurrentin in emotionalen Soap-Zitaten in nichts nach: "Oh Gott, hab ich mir das gewünscht". Und auch Leonard will mit einsteigen und erhöht um ein dramatisches "Du bist genau das, was ich schon so lange suche."

Und so stehen sie da, Leonard und Leonie, das Traumpaar, die Meister der schmierigen Hohl-Floskeln und blicken erwartungsvoll ihrer gemeinsamen Zukunft im Dschungelcamp und bei "Das perfekte Promi-Dinner – Bachelor Spezial" entgegen. Ist das schön. Wir weinen nicht, wir hatten nur was im Auge!