Mit dem Shinkansen nach Kyoto

Reise nach Japan: Marcels Tagebuch (3)

Mit dem Shinkansen nach Kyoto: Reise nach Japan: Marcels Tagebuch (3) Mit dem Shinkansen nach Kyoto: Reise nach Japan: Marcels Tagebuch (3) Foto: Marcel W.
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Eine Reise ans andere Ende der Welt? Marcel hat den Schritt gewagt und entführt uns auf einen spannenden Trip quer durch Japan. Im dritten Teil führt Marcel uns nach Kyoto und Nara, sowie in ein schräges "Ninja Restaurant".

Wer die ersten Teile verpasst haben sollte, findet diese hinter den folgenden Links:

Reise nach Japan (2): Hachiko, Judo und große Buddhas
Reise nach Japan (1): Von der Idee bis zum Abflug: "Tokyo, wir kommen!"

Und jetzt lassen wir Marcel am besten wieder für sich selbst sprechen: Auf nach Kyoto!

Marcels Fotos eines unvergesslichen Trips ans andere Ende der Welt Reise durch Japan 81 Fotos

513 Kilometer in zwei Stunden

Gepackt, Gefrühstückt, ausgecheckt und ab zum Bahnhof Tokyo. Im Bahnhof kauften wir unsere Tickets für den Shinkansen. Der Shinkansen ist sozusagen der japanische ICE, nur sauberer, schneller und vor allem pünktlicher.

Die Fahrt war extrem angenehm: Selbst in der 2. Klasse hatten wir viel Beinfreiheit und die Zugfahrt fühlt sich in etwa so an, als würde man auf Wolken gebettet über die Gleise surfen - erstaunlich und verblüffend, bei so einer Geschwindigkeit. Anfahren, sowie Bremsen sind kaum spürbar und die Strecke von 513 Kilometern war binnen 2 Stunden und 18 Minuten bewältigt - genial!

Vom Bahnhof in Kyoto waren es nur zwei Station bis zu unserem nächsten Hotel. Einer der Ausgänge der Station lag direkt am Eingang vom Hotel, was wirklich perfekt war. Das Hotel “Sakura Terrace” liegt zentral in Kyoto, die namensgebende "Terrasse" bietet einen atemberaubenden Blick auf die Stadt. Da das Hotel erst im Jahr 2012 aufgemacht hat, wirkte alles noch sehr frisch und neu. So lässt es sich gutgehen!

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Auch die Größe des Zimmers ließ keine Wünsche offen: Insgesamt war es etwas größer als das Zimmer, welches wir in Tokyo belegt hatten. Ebenfalls gut zu wissen: Das Hotel liegt nur zwei Kilometer von der Zentrale von Nintendo entfernt. Die tüchtigen Mannen rund um Mario, Yoshi und Zelda lassen sich jedoch nicht von Touristen über die Schulter schauen, weswegen wir uns den Weg - so kurz er auch gewesen sein mag - gleich gespart haben. Schade!

Wer selbst einmal eine Absteige in Kyoto suchen sollte: Hinter diesem Link findet ihr die offizielle Seite des Hotels.

Tempeltour in Kyoto

Nachdem wir alles verstaut hatten ging es mit dem Bus zum Kinkakuji Tempel, hierzulande besser bekannt als “Goldener Pavillon” und eines der populärsten Postkartenmotive. Im Gegensatz zu Tokyo erreicht ihr die meisten Ziele in Kyoto übrigens besser mit dem Bus, als mit der Metro. 

Der Anblick des Tempels ist wirklich toll und mit seiner Spiegelung im See davor ist es kein Wunder, dass der Kinkakuji zu den meist fotografierten Sehenswürdigkeiten in Kyoto zählt. Im See schwimmen viele bunte Koy-Karpfen: So viele auf einem Haufen hatte ich bislang nie gesehen.

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Vom Goldenen Pavillon ging es weiter zum Ryoanji Tempel. Dieser hat den (zumindest laut Reiseführer App) bedeutendsten Zen Garten in ganz Japan. Das Besondere an diesem Zen Garten: Im Garten liegen insgesamt 15 Steine kreuz und quer, aber aus keinem Blickwinkel sind alle gleichzeitig zu sehen.

Was uns der Gestalter damit sagen wollte, darüber kann ich nur mutmaßen: Ist es eine Botschaft wie "Egal wie du dich drehst, du kannst nicht alles sehen" oder, so Martins Gedanke, soll unser Blick eher auf die vielen kleinen Steine gelenkt werden... und die großen Steine lenken nur ab? Es ist schon erstaunlich, welche Gedanken so ein Zen Garten in einem selbst auslösen kann!

Das Ninja Restaurant

Nachdem wir unser Zen gefunden hatten, ging es mit dem Bus wieder Richtung Innenstadt, genauer gesagt zum Ninja Restaurant. Die Bewertungen, die wir uns im Vorfeld durchgelesen haben, klangen vielversprechend und dementsprechend hatten wir hohe Erwartungen, die ganz klar erfüllt wurden.

Am Eingang wurden wir von einem weiblichen Ninja empfangen. Der Weg zum Restaurant führte durch mehrere Gänge und ging immer tiefer hinab. Um Zugang zu bekommen, mussten wir laut ein Code Wort rufen (das verrate ich hier an der Stelle natürlich nicht). Nach unserem Ruf wurde das Tor geöffnet und weitere Ninjas zeigten uns den Weg zu unserem Platz. Sehr cool gemacht!

Das ganze Essen ist, wie soll es auch anders sein, ebenfalls “Ninja Food”. Angefangen von “Ninja Sternen” bis zum “Ninja Salad”, jedes Gericht war sehr detailliert zubereitet und lecker. Überraschend gut gefallen hat mir das "Tomaten Bier": Ich bin eigentlich kein Fan von Tomatensaft, aber in Kombination mit dem japanischen Gerstengetränk ist die Mixtur einfach grandios!

Zwischendurch wurden uns noch ein paar Zaubertricks gezeigt, die echt verblüffend waren und uns mit offenem Mund zurück ließen. Dieser Besuch hat sich echt gelohnt: Wenn ihr vor Ort seid, solltet ihr dem Ninja Restaurant einen Besuch abstatten!

Hier der Link zur offiziellen Seite des Ninja Restaurants in Kyoto.

Nara, Stadt der Rehe

Am folgenden Tag ging es nach Nara, die ehemalige Hauptstadt Japans. Von 710 bis 784 war Nara unter dem Namen Heijō-kyō bekannt und ist heutzutage in rund 30 Minuten ohne Umstieg per Zug von Kyoto aus erreichbar.

Neben dem gigantischen Holztempel "Tōdai-ji", ist Nara allen voran für seine frei durch die Stadt laufenden Rehe bekannt. Die charmanten Viecher sind über die Jahre sehr zutraulich geworden, was allerdings auch kein Wunder ist: Schließlich wissen die Rehe mittlerweile sehr gut, dass die ganzen Touristen Futter kaufen können.

Auch ich habe ein kleines Paket dieser “Kekse” erworben. Kaum hatte ich das Paket in der Hand, war ich bereits ringsum umzingelt von Rehen. Man hätte meinen können, dass sie seit Tagen nichts bekommen haben. War ziemlich witzig!

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Der Tōdai-ji Tempel ist wirklich groß und sieht einfach toll aus. Im selbigen befindet sich - wie in Kamakura - ein weiterer Daibutsu, die weltgrößte Buddha-Statue aus Bronze. Ist man auf der Suche nach Glück oder hat einen Wunsch auf dem Herzen, so kann man sich durch dessen Nasenloch zwängen.

Keine Sorge: Niemand muss auf die Statue klettern und Buddha in der Nase popeln: Anstelle dessen dürft ihr "symbolisch" durch ein Loch in einer Holzsäule krabbeln, welches die gleichen Ausmaße annimmt wie die äußeren Atemwege des Daibutsu.

Dieser Aufgabe habe ich mich natürlich gleich gestellt: Voller Motivation stellte ich mich in die lange Schlange (es waren sehr viele Schulen unterwegs) und beobachtete das Treiben. Die meisten sind durchgekommen, waren aber deutlich kleiner als ich. Kurz vor dem Loch angekommen, sah ich wie groß dieses wirklich ist... beziehungsweise, wie "wenig groß". Mit dem Kopf und Armen versuchte ich da durchzukommen und merkte schnell: "So wird das nichts!”.

Also wieder raus und diesmal mit den Füßen seitlich voran, was schon erheblich besser funktionierte. Als ich zur Hälfte in dem Loch steckte (nein, ich bin nicht stecken geblieben) merkte ich, wie mich jemand an meinen Füßen herauszog. Somit bin ich mit der Hilfe eines netten Amerikaners schließlich doch noch durch Buddhas Nasenloch gekommen. Am Ende gab es sogar noch Applaus von mehreren Leuten die sich das Schauspiel angeschaut haben. Meine Art sich da durchzuwuseln ist wohl nicht alltäglich. Gesundheit!

Vom Tempel aus ging es nach einer kleinen Stärkung zum Isuien Garten. Der wunderschön gestaltete Park inklusive kleinem See und Wasserlauf befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Todaiji-Tempel und eignet sich daher gleich dazu, mitbesichtigt zu werden. Durch die Anlage führen diverse Wegweiser, als perfektes Foto-Motiv eignet sich der See, da das Gelände einen super schönen Hintergrund bietet. Eine kleine Ruhe-Oase weit ab vom städtischen Trubel in Nara!

Neben dem Isuien Garten befindet sich direkt der Yoshikien Garten. Der Eintritt ist für ausländische Touristen nach einem kurzen Beantworten von ein paar Fragen kostenlos. Der Garten ist zwar nicht so groß wie der vorherige, aber auch hier alles sehr schön gestaltet.

Gyoza und Sake

Am Abend ging es wieder zurück nach Kyoto und wir suchten das Restaurant "Senmonten" auf: Zuerst mussten wir mehrere, enge Gassen durchqueren, bis wir endlich davor standen. Von Außen ist das Lokal sehr unscheinbar (rot-weißes Zeichen an der Glastür!) und auch von innen ist das Senmonten sehr klein gehalten: Gerade mal zwei Tische bieten kaum Platz für viele Leute. Die restlichen Plätze befinden sich an der Bar, wo uns auch das sehr freundliche Personal - übrigens erstaunlich versierte Englisch-Sprecher - empfingen.

Ob Glück oder Zufall, wir mussten nur wenige Minuten warten, bis wir einen der zwei Tische bekommen haben. Viel Auswahl bietet das Senmonten nicht, dafür haben sich die Köche auf eine einzige Speise konzentriert: Gyoza! Das asiatische Teiggericht ist verwandt mit unserer "Maultasche", wird aber von einer Seite kräftig angebraten. Gefüllt sind die Teigtaschen entweder mit Fleisch oder mit Gemüse/Tofu. Die dazugehörige Sauce mischt man sich selber.

Als Getränke gab es neben dem obligatorischen Wasser (wird im nahezu jedem Restaurant kostenlos gereicht), japanisches Bier, chinesischen Raoshu-Sake und Cola. Insgesamt war das Essen wirklich super lecker: Die Portionen von 10 Gyozas pro Teller fallen recht klein aus, aber nach mehreren Tellern wird man auch satt. Lustig: Wer den Rekord der am meisten verzehrten Gyozas brechen kann, bekommt kostenlos einige Gyozas obendrauf. Schließlich kann man nie genug Gyozas haben!

Und so endete ein weiterer Tag mit wunderbaren Eindrücken, ein wenig Zen für die Seele und einer dicken Portion Gyoza für den Magen.

Weiter geht's im vierten Teil, dann unter anderem mit einem Auflug zum "Tempel der tausend Tore" und der Fahrt von Kyoto nach Osaka.

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