Cheer Club an der California State University Long Beach

Mein halbes Jahr als Cheerleader an einer amerikanischen Uni

Cheer Club an der California State University Long Beach: Mein halbes Jahr als Cheerleader an einer amerikanischen Uni Cheer Club an der California State University Long Beach: Mein halbes Jahr als Cheerleader an einer amerikanischen Uni Foto: Lisa Harings
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Study at the Beach 2016: Wer bloggt hier? Study at the Beach 2016 Wer bloggt hier? Zum Artikel » Während ihres Auslandssemesters in Kalifornien ist unsere Kollegin Lisa dem Cheerleader-Team ihrer Uni beigetreten, um herauszufinden, wie das Leben eines Cheerleaders wirklich aussieht.

Einer meiner Lieblingsfilme aus meiner Teeniezeit ist „Girls United“. Der Film spiegelt ganz klischeeartig wieder, was es heißt ein Cheerleader zu sein. Als ich herausfand, dass meine Uni in den USA auch ein Cheerleader-Team hat, bin ich diesem beigetreten, um herauszufinden, was es bedeutet ein Cheerleader am College zu sein.

Die Aufnahmeprüfung

An meiner Uni in Long Beach gibt es zwei Teams: Ein athletisches Team und einen Cheerleader-Club. Der Club ist eher die entspanntere Variante, während das athletische Team professionelle Vorerfahrung voraussetzt. Dort muss man sogar Vortanzen bzw. -turnen und zeigen, was man kann. Ich habe zwar einige Jahre Turn- und Tanzerfahrung, habe mich aber für den Club entschieden, da man hier keine Vorerfahrung braucht und somit auch keine Aufnahmeprüfung wie im Film hat!

Auch wenn Jungs immer gern im Team gesehen sind, da sie die nötige Kraft mitbringen, sind sie bei uns leider Mangelware. Es gibt einen einzigen Kerl, den wir dafür aber über alles lieben! Jared ist aus Singapur und hat dort schon reichlich Vorerfahrung als Cheerleader. Er stemmt unsere Mädels gerne mal alleine in die Luft und macht mit ihnen Kunststücke. Jared ist allerdings ein internationaler Student, der - so wie ich - das Team diesen Sommer wieder verlassen muss.

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Training und Auftritte

Unsere Trainings sind eine gute Mischung aus anstrengend und witzig. Wir trainieren drei Mal pro Woche. Meist sind aber nicht alle da, so dass es oft nur einen Tag gibt, an dem wir richtig üben können. Dienstags üben wir Stunts in einer großen Turnhalle. Stunts heißt: Drei Mädels werfen ein Mädel in die Luft oder stemmen sie hoch. Das sieht ungefähr so aus:

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Die zwei vorderen Positionen heißen Base, die hintere hat den Backspot-Job und das Mädel, das hochgeworfen wird, nennt man Flyer. Es ist super wichtig, dass man die Bewegungen zeitgleich koordiniert und aufeinander abstimmt, da sonst der Flyer abstürzen kann.

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Mittwochs haben wir einen speziellen Mattenraum zur Verfügung. Der Mattenboden ist gefedert, so dass man hier Sprünge, Flickflacks und Überschläge üben kann.

Freitags ist der Tag, an dem wir unsere Cheertänze proben. Das sind keine richtigen Tänze, sondern mehr kurze Tanzsequenzen kombiniert mit Cheerrufen, mit denen wir unsere Mannschaften anfeuern. Mein Favorit: „A-W-E, S-O-M-E, awesome, awesome, awesome are we!“

Auftritte, aber keine Wettbewerbe

Im Gegensatz zu dem athletischen Team unserer Uni trainieren wir nur für die Spiele der Clubmannschaften. Unsere Mannschaften treten gegen Mannschaften anderer Unis an. Dabei feuern wir nicht nur Teams beim Basketball an, sondern auch beim Volleyball, Fußball, Lacrosse, Rugby und sogar Breakdance! Das athletische Cheerleader-Team hingegen tritt bei den athletischen Mannschaften auf, deren Spiele auch teilweise im Fernsehen übertragen werden. Außerdem fährt das Team auch im Gegensatz zu uns zu Cheerleader-Wettbewerben, um gegen andere Cheerleader-Mannschaften anzutreten.

Campus, Kurse & Co.: Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach Campus, Kurse & Co. Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach Zum Artikel »

Ein bis zwei Mal pro Semester gibt es größere Auftritte, für die wir ganze Choreographien einstudieren. Diese bestehen aus richtigen Tänzen zu Musik, Cheerposen, Anfeuern des Publikums und Stunts.

Die größeren Auftritte sind meist für Charity-Events. Dieses Jahr haben wir beispielsweise einen Auftritt bei einem 24-Stunden-Lauf, an dem Menschen teilnehmen, die Angehörige oder Freunde durch Krebs verloren haben.

Für unsere Auftritte, egal ob groß oder klein, tragen wir unsere Cheerleader-Uniformen. Die Uniformen bestehen aus Pompoms, Rock, Top, Trainingsjacke, Schleife und weißen Cheerleader-Schuhen und natürlich einer Menge Make-Up und Haarspray ;-)

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Zusammenhalt und Freundschaften unter Cheerleadern

Wenn ich eines gelernt habe bei meinem Cheer-Team, dann dass es super wichtig ist, im Team zu arbeiten und sich aufeinander verlassen zu können. Régene, unsere Teampräsidentin, macht uns dementsprechend auch immer klar, wie wichtig es ist, bei Stunts aufeinander zu achten: Wenn eine Stuntgruppe ihr Flyer-Mädel fallen lässt, muss sie gemeinsam 50 Liegestütze machen.

Man lernt sich dadurch unheimlich gut kennen und lernt einander zu vertrauen und sich gegenseitig zu motivieren. Denn so einfach die Bewegung von unten auch aussehen mag, das Mädchen, das fliegt, braucht manchmal eine Portion Extra-Ermutigung!

Außerhalb unserer Trainings treffen wir uns mit den Mädels aus dem Team auch gerne Mal zum Essen, Sleepover-Mädelsabende oder einfach zum Feiern.

Ich habe ein paar echt super Freundinnen in meinem Team gefunden. Gerade mit meiner Stuntgruppe bin ich eng zusammen gewachsen.

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Das halbe Jahr hat mich echt bereichert und ich habe gemerkt, wie unfassbar anstrengend Cheerleading als Sport sein kann. Ich habe einige blaue Flecken und Prellungen gesammelt ;-)

Gleichzeitig ist es eine super tolle Möglichkeit, um neue Freundinnen zu finden. Meine Uniform wird definitiv den Weg mit mir zurück nach Deutschland antreten, damit ich die Zeit immer in Erinnerung behalte!

Lisa Harings (24) schreibt auf TONIGHT.de darüber, wie sie es geschafft hat, ihr Auslandssemester komplett alleine auf die Beine zu stellen und teilt all die Momente, Eindrücke und verrückten Erlebnisse, die ihr in ihrem Auslandssemester und auf dem Weg dorthin begegnen werden. Alle Texte von Lisa findet ihr auf TONIGHT.de/travel!