Campus, Kurse & Co.

Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach

Campus, Kurse & Co.: Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach Campus, Kurse & Co.: Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach Foto: Lisa Harings
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Study at the Beach 2016: Wer bloggt hier? Study at the Beach 2016 Wer bloggt hier? Zum Artikel » Lisa (24) verbringt ihr Sommersemester 2016 in den USA an der California State University Long Beach. Auf TONIGHT.de schreibt sie wöchentlich über Erlebnisse, Eindrücke und Tipps zu ihrem Auslandssemester.

Die Uni hat begonnen und ihr fragt euch sicherlich (genau wie ich vor meiner Reise), wie das amerikanische Unileben eigentlich so aussieht. Ich möchte ja ungern in Klischees sprechen – aber stellt euch die typischen amerikanischen College-Filme vor und schon habt ihr ein ungefähres Bild.

Der Campus der CSULB

Unser Campus ist gigantisch. Und wenn ich gigantisch sage, dann meine ich auch gigantisch. Wir wohnen zwar nur fünf Minuten zu Fuß entfernt - aber auf dem Campus selbst läuft man 30 Minuten, wenn man vom einen ans andere Ende möchte. Daher sind viele Studenten auch auf ihren Skateboards und Cityrollern unterwegs, um schneller von A nach B zu kommen.

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Mitten auf unserem Campus steht unsere riesige Walter Pyramid. Sie hat 18 Stockwerke und beinhaltet mehrere Basketball- und Volleyball-Hallen, in denen die Heimspiele der Unimannschaften stattfinden. Das Wahrzeichen der Uni beinhaltet außerdem ein Fitnesscenter und ein Konferenzzentrum. Gleich nebenan befinden sich draußen die Felder für Sportarten wie Softball, Baseball, Football, Tennis, Fußball und Co. Auf unserem Lacrosse-Feld wurde übrigens American Pie gedreht!

Wer sich fit halten möchte, kann entweder einem der verschiedenen Sportclubs beitreten oder sich im Fitnessstudio im Recreation & Wellness Center anmelden. Das Center beinhaltet neben dem Fitnessstudio eine Kletterhalle, eine Schwimmhalle und verschiedene Wellnessangebote.

Kulturfans kommen an der Cal State Long Beach voll auf ihre Kosten. Das Bob Cole Conservatory of Music veranstaltet zum einen regelmäßig große Konzerte, auf denen nicht nur große Künstler wie David Garrett, sondern auch die Musikstudenten selbst auftreten. Im daneben liegenden Carpenter Performing Arts Center gibt es neben Konzerten oft Tanz-Aufführungen. Außerdem zeigt auch das University Art Museum regelmäßig Ausstellungen von Künstlern.

Wer Lust auf ein bisschen Entspannung hat, kann einen Spaziergang durch den japanischen Garten machen. Ja, wir haben einen japanischen Garten auf dem Campus… Der Garten ist der ganze Stolz der Uni und wird entsprechend gehegt und gepflegt. Nicht nur die Yoga-Kurse der Uni finden dort statt, auch Hochzeiten werden hier gerne gebucht.

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Meine Kurse in diesem Semester

In Deutschland studiere ich Kommunikations- und Multimediamanagement. Hier in Long Beach versuche ich so viele ähnliche Kurse wie möglich zu belegen, die ich mir dann nachher in Deutschland anrechnen lassen kann. Ich habe sechs Kurse, mit denen ich insgesamt auf 12 Units (= 24 Credits) kommen muss, um mein Studentenvisum behalten zu dürfen.

Ich belege zwei Kurse aus dem Film & Eletronic Arts-Department, einen Journalism-Kurs, Yoga, Surfen und den Women's Chorus.

In "Diverse Media: Writing & Production" (Filmkurs) lernen wir alles über Videoproduktion für Social Media und müssen sogar unseren eigenen YouTube-Channel kreieren und mit selbstgedrehten Videos befüllen. Vielleicht bekommt ihr demnächst mal einen Einblick ;-) Der zweite Filmkurs nennt sich "Mass Media & Popular Culture" und beschäftigt sich mit dem Einfluss von Massenmedien auf die amerikanische Popkultur. Das ist total interessant, denn wenn man die Medienwelt in den USA versteht, weiß man, warum die Medienwelt in Deutschland so ist, wie sie ist.

Der Journalism-Kurs, den ich als drittes Fach für die deutsche Uni belege, nennt sich "Introduction to Mass Communication" und vermittelt Inhalte über Massenmedien – selbsterkärend eigentlich.

Unser Women's Chorus wird sowohl während als auch am Ende des Semesters Auftritte mit allen Chören und dem Sinfonieorchester der Universität haben – das wird riiiesig!

Super cool ist vor allem aber Surfen! Ja, auch dieser Kurs bringt tatsächlich Punkte! Jeden Dienstagmorgen um 7 Uhr packen wir unsere Surfboards aufs Auto und fahren bei Sonnenaufgang nach Huntington Beach, um dort surfen zu gehen. Das ist einfach nur mega genial.

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Die Klassenräume sehen übrigens original aus wie im Film. Jeder hat seinen eigenen Stuhl mit Tischlehne und die Kurse sind mit etwa 25 Leuten recht klein. Das heißt: Dein Dozent kennt dich beim Namen und es gibt tatsächlich auch Noten fürs Mitmachen ;-) Und nicht nur dafür, auch für den Besuch des Kurses gibt's Punkte. Wer krank ist, braucht ein Attest, sonst gibt's Punktabzug. Darüber hinaus gibt es jede Woche Hausaufgaben, Quizze und Abgaben, für die man ebenfalls über das Semester Punkte sammelt.

Sport – Die wohl wichtigste Freizeitaktivität an der Uni

Sport ist ein großes Thema an unserer Uni – die Basketballspiele werden beispielsweise live im Fernsehen übertragen! Jeder geht dorthin, es gibt Hot Dogs, Popcorn und alle jubeln und feiern. Cheeleader tanzen und turnen und es herrscht eine Mega-Stimmung. An der Uni gibt es einfach einen ganz anderen "Spirit" als ich es aus Deutschland kenne. Einmal wurden wir von amerikanischen Freunden gefragt, was denn unser Uni-Maskottchen sei. Als ich ihnen erzählte, dass wir nicht mal ein Uni-Team haben, waren sie ganz entsetzt…

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Jeder an der Uni ist in irgendeiner Weise sportlich aktiv und oft trifft man Studenten auch abends noch bei den verschiedensten Sportarten. Man kann hier eigentlich alles machen, was man möchte: Basketball, Football, Tennis, Salsa, Yoga, Pilates, Segeln, Golf, Cheerleading, Surfing…

Um Sport zu machen, kann man drei verschiedene Möglichkeiten nutzen:

  1. Man tritt einem Club bei
    Es gibt für fast alle Sportarten einen Club hier. Ich bin dem Cheerleading-Club beigetreten und habe nun drei Mal pro Woche Training. Während der Trainings üben wir Stunts, Akrobatik, Turnen und die Cheertänze. Am Wochenende sind wir bei Spielen, um unsere Mannschaften anzufeuern.

  2. Man belegt einen Kurs
    Es gibt hier ebenfalls für fast jede Sportart auch einen entsprechenden Kurs, den man belegen und entsprechend dafür auch Units sammeln kann (ja, es gibt sogar einen "Backpacking"-Kurs!). Da es sich allerdings um richtige Unikurse handelt, muss man auch entsprechende Leistungsnachweise erbringen und Prüfungen bestehen. Ich belege beispielsweise den Surfing- und Yoga-Kurs.

  3. Man meldet sich im Fitnessstudio an
    Als dritte Möglichkeit kann man sich im Recreation & Wellness Center anmelden und für rund 37 Dollar im Monat dort trainieren.

Und sonst so?

Typisch amerikanisches Unileben an der California State University Long Beach - image/jpeg Tja, sieht wohl so aus, als ob wir unsere ganze Freizeit auf dem Campus verbringen, oder? Zum größten Teil ist das tatsächlich auch so. Viele amerikanische Studenten sind Pendler oder wohnen auf dem Campus, so dass sich der Hauptteil des Unilebens dort abspielt. Deswegen tut die Uni hier alles dafür, dass es einem möglichst gut auf dem Campus gefällt. Das Essensangebot ist beispielsweise riesig. Ob Starbucks, Subway oder Carl's Jr. – man hat die Wahl zwischen Fast Food, gesundem Essen und Cafés. Es gibt außerdem Chillout-Areas mit Sesseln und Fernsehern, Billiardtischen, eine Bowlingbahn und Gaming-Räume … achja, und einen Pool. Es gibt nichts, was man auf dem Campus vermissen könnte!

Lisa Harings (24) schreibt auf TONIGHT.de darüber, wie sie es geschafft hat, ihr Auslandssemester komplett alleine auf die Beine zu stellen und teilt all die Momente, Eindrücke und verrückten Erlebnisse, die ihr in ihrem Auslandssemester und auf dem Weg dorthin begegnen werden. Alle Texte von Lisa findet ihr auf TONIGHT.de/travel!

Wer, Wie, Was, Warum und Wo? Alles zu Lisas Auslandssemester: "Das größte Abenteuer meines Lebens!" Wer, Wie, Was, Warum und Wo? Alles zu Lisas Auslandssemester "Das größte Abenteuer meines Lebens!" Zum Artikel »