"Unser Star für Oslo"

Der Anti-Bohlen wird am Ende schwach

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In der ersten Zusammenarbeit zwischen ARD und ProSieben überhaupt ging Dienstagabend die erste Casting-Show "Unser Star für Oslo" über die Bühne. Alle Beteiligten war anzumerken, wie sehr man sich vom berühmten Vorbild "DSDS" abgrenzen wollte. Dies gelang zwar über weite Strecken, war aber gelegentlich etwas anstrengend. Ziel der Casting-Shows ist es bekanntlich, den deutschen Kandidaten für den "European Song Contest" zu ermitteln. Eine nationale Aufgabe sozusagen. Und die Jury mit Stefan Raab, Yvonne Catterfed und Marius Müller-Westernhagen wurde nicht müde zu dokumentieren, wie sehr ernst sie das alles nimmt. Und weil die Verantwortung ja so groß ist, legte sich die Jury richtig ins Zeug.

Raab philosophierte über Kopf- und Bruststimme, gab Tipps zum Timbre und kritisierte "auf unheimlich hohem Niveau" kleine Pannen bei der Intonation. Westernhagen ("Mensch, ist das schwer jetzt!") machte sich zu jedem Kandidaten akribisch Notizen und versicherte vor jeder Bewertung, dass er wirklich niemanden beleidigen wolle. "Das ist mein Job, Leute. Ich bin Advisor", klagte er dem Publikum sein Leid. Ein bisschen anstrengend. Und Yvonne Catterfeld? Nun, die war auch dabei.

Die Kandidaten? Nun, die meisten waren richtig gut. Katrin Walter sang "Nobody knows" von Pink und klang fast besser als das Original. Leider stand die Kölnerin noch etwas steif auf der Bühne. Der smarte Cyril Krüger ("Hotel California") hat das Zeug zum Mädchenschwarm, die junge Meri Voskanian gefiel als leicht hyperaktives Mädchen von nebenan. Beste Noten von der Jury bekam jedoch die flippige Schülerin Lena Meyer-Landrut, die mit ihrer schrillen Nummer "My Same" von Adele selbst Stefan Raab "flashte". Kerstin Freking rutschte auch eine Runde weiter.

Gute Kandidaten, leicht krampfige Jury: Der Start von "Unser Star für Oslo" ging durchaus in Ordnung. So dachte man bis ca. 23.30 Uhr. Denn dann bewies Raab, dass er es mit Respekt und Verantwortung vielleicht doch nicht so ganz ernst nimmt.

In seiner Live-Show "TV Total" zeigte der Entertainer Kandidaten, die es nicht in die Show geschafft haben. Dies geriet erwartungsgemäß zu einer Freakshow im miesesten DSDS-Stil. Dies sollte sich Raab künftig dringend sparen. Oder sich vorher nicht selbst als verantwortungsbewussten Anti-Bohlen feiern.

Gute Quote

Da ist Musik drin: 16,5 Prozent werberelevante Zuschauer verfolgen am Dienstagabend die erste Ausgabe von "Unser Star für Oslo". Insgesamt 2,62 Millionen (ab 3) vor den Bildschirmen sehen eine Show, in der ganz klar eines im Mittelpunkt steht: die Musik. Direkt im Anschluss erzielt "TV total" starke 15,5 Prozent (14-49 Jahre).

Gesellschaft: Das sind Raabs erste Fünf für Oslo Gesellschaft: Das sind Raabs erste Fünf für Oslo Gesellschaft: Das sind Raabs erste Fünf für Oslo Gesellschaft Das sind Raabs erste Fünf für Oslo 11 Fotos Unser Star für Oslo: Lena Meyer-Landrut mischt Raabs Show auf Unser Star für Oslo: Lena Meyer-Landrut mischt Raabs Show auf Unser Star für Oslo: Lena Meyer-Landrut mischt Raabs Show auf Unser Star für Oslo Lena Meyer-Landrut mischt Raabs Show auf 8 Fotos Kooperation ARD-ProSieben: Stefan Raab - der Grand-Prix-Retter Kooperation ARD-ProSieben: Stefan Raab - der Grand-Prix-Retter Kooperation ARD-ProSieben: Stefan Raab - der Grand-Prix-Retter Kooperation ARD-ProSieben Stefan Raab - der Grand-Prix-Retter 5 Fotos

Quelle: rpo