Robin Schulz, Foo Fighters, Miley Cyrus und mehr!

Reingehört: Neue Alben vom 29. September 2017

Robin Schulz, Foo Fighters, Miley Cyrus und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 29. September 2017 Robin Schulz, Foo Fighters, Miley Cyrus und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 29. September 2017 Foto: Cover

Neue Alben braucht das Land: Wir haben für euch querbeet reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

Kaum liegt man mal zwei Wochen flach, schon wird man mit einer irrwitzigen Anzahl neuer Alben begrüßt. Egal ob Electro, Pop, Charts oder Rock - in der letzten Zeit erschienen gleich einige Sahnestücke! Die interessantesten Neuerscheinungen stellen wir euch hier vor.

Die letzten Ausgaben von "Reingehört" findet ihr hier:

Reingehört: Neue Alben vom 8. September 2017, u.a. mit Queens of the Stone Age und CRO
Reingehört: Neue Alben vom 18. August 2017
, u.a. mit Avicii und Kesha
Reingehört: Neue Alben vom 4. August 2017
, u.a. mit Alice Cooper und Arcade Fire
Reingehört: Neue Alben vom 21. Juli 2017, u.a. mit Lana del Ray und Mura Masa

Robin Schulz - Uncovered

Herr Schulz hat mittlerweile so viele Awards gewonnen, dass man kaum mehr mit dem Zählen nachkommt. Eines ist sicher: Trotz seiner weltweiten Popularität wird der DJ aus Osnabrück nicht träge, oder gar faul. Entstanden ist das neue Album auf seinen pausenlosen Konzertreisen quer über den Globus, knappe 13 Monate haben die Arbeiten an den 18 brandneuen Tunes gedauert.

Drei davon kennt ihr bereits zuhauf aus dem Radio: Die Gold-prämierte David Guetta- und Cheat Codes-Kollaboration “Shed A Light”, das Platin-Wunder “OK” (feat. James Blunt) sowie die seit September durch die Radios rotierende Single “I Believe I’m Fine” (feat. HUGEL).

Und der Rest vom Fest? Ja, der kann sich ebenso gut hören lassen! Pop knutscht Deep House - und das solange, bis man sich dezent gelangweilt vom Bett in die Puschen rollt. Was einzeln hervorragend funktioniert, liefert als Gesamtwerk dann doch zu viel des immer gleichen Taktes, der gleichen Stil-Elemente - unverwechselbar Schulz halt. Dennoch gefallen Songs wie “Sounds Easy” (feat. Ruxley), oder das laut “Ich geh mal an der Strandpromenade chillen” rufende “Tonight And Every Night”.

Kurz: Die komplette Stunde sollte man sich nicht antun, aber in wohl dosierten Einzeldosen bleiben die Songs weiterhin großes Pop-House-Kino für die Ohren - und den Dancefloor. 3 von 5 Sternen mit dickem Plus dahinter!

Foo Fighters - Concrete and Gold

Das Problem bei einer Kritik der Foo Fighters ist, dass man sie einfach nicht “Scheiße” finden kann. Das wäre so, als würde man Ghandi “Scheiße” finden, oder Microschweine, oder einen Vanille-Shake mit Schoko-Streuseln. Unmöglich!

Wirkliche Fans der Band wissen eh, dass die goldenen Zeiten der Band seit Beginn des neuen Jahrtausends vorbei sind. Auf jedem Album finden sich seitdem 3 bis 4 gute Songs, die auch mal länger im Gehör bleiben - der Rest ist Ausschussware, den selbst Dave Grohl bei seinen Konzerten auf dem Friedhof der Kuschelsongs vergraben lässt.

“Concrete and Gold” macht da keine Ausnahme, ist aber - zum Glück! - auch als Gesamtwerk hundert mal besser, wie das “Wir touren mal fix durch ganz Amerika”-Konzeptalbum “Sonic Highways” aus dem Jahr 2014. Ganz vorne mit dabei lief “Run” ja bereits durch alle Radiostationen und ist tatsächlich einer der coolsten und besten Songs, den die Band seit ihren frühen Tagen auf die Saiten geschrubbt hat.

Und wo wir bei “The Sky Is A Neighbourhood” zuerst noch an einen verkappten James Bond Song denken mussten, steht mittlerweile fest: Das Teil bleibt im Gedächtnis und ist ein verdammter Ohrwurm! Aber der Rest? “La Dee Da” ist noch ganz nett, “The Line” ist richtig stark und der abschließende Titelsong “Concrete and Gold” - naja, schwermütig, langweilig und alles andere als goldig. Da bleiben letztendlich leider nur 3 von 5 Sterne mit dickem Plus dahinter übrig. Rockt dennoch!

Miley Cyrus - Younger Now

Chö und auf Wiedersehen du schnödes Skandal-Girl, willkommen zurück Country-Girl: Die liebe Miley besinnt sich auf die Wurzeln ihrer Familie, verpackt ihre Stimme mit einer dicken Portion Courtney Love und versucht sich auf ihrem neuesten Album an Country.

Ja, richtig gelesen: Ein Großteil der neuen Songs kommt vom Feld, oder vom Heuboden einer Scheune im Sonnenuntergang. Selbst Country-Legende Dolly Parton ist am Start - und legt zusammen mit Miley einen verdammt eingängingen Countrysong mit Hippie-Attitüde auf’s Parkett. “Rainbowland” heißt das gute Stück, herrlicher Stoff zum Schunkeln, aber auch mit einigen kritischen Untertönen versehen.

Living in a rainbowland
Where you and I go hand in hand
Oh, I'd be lying (I'd be lying), if I said this was fine
All the hurt and the hate going on here

Stolze 11 Tracks schafft das neue Album “Younger Now”, darunter auch einer der Sommerhits des Jahres: “Malibu”. Habt ihr sicher schon x-mal im Radio gehört - und dabei leise mitgesummt und die Finger über das Lenkrad eures Autos tippen lassen. Tolles Teil!

Alles in allem kommen wir also nicht darum herum mal ein dickes Lob für Miley auszusprechen: Der Imagewandel scheint ihr nicht nur persönlich gut zu stehen, sondern ist auch ein Heilmittel für ihre Musik. Das nächste Mal darf’s gerne noch etwas kantiger werden, dann steht einem wirklich (!) großen Album nichts mehr im Weg. Bis dahin muss sie sich noch mit 4 von 5 Sternen mit kleinem Minus dahinter begnügen.

Neues Album "Younger Now" erscheint am 29. September: Miley Cyrus ist wieder langweilig und es ist geil Neues Album "Younger Now" erscheint am 29. September Miley Cyrus ist wieder langweilig und es ist geil Zum Artikel »

The Killers - Wonderful Wonderful

Nach einem schwachen “Battle Born” soll es wieder bergauf gehen mit den “Killers”, die auf “Wonderful Wonderful” so viel kitschigen Bombast-Pop-Rock zünden, dass wir uns zur Vorbeugung einer Überzuckerung schonmal Marshmallows in die Ohren drücken.

Der neue Star im Song-Ring hört auf den Titel “The Man” - und dieser geht ab, lässt selbst Opa aus dem Schaukelstuhl aufstehen und an der Luftgitarre zupfen. Der Bass beim Opener “Wonderful Wonderful” lässt alte Killers-Fans kurz grinsen: Ja, genau DAS haben wir vermisst.

“Rut” versprüht eine dicke Portion “Phil Collins”, mit “Run For Cover” gibt’s darüber hinaus noch einen wahnsinnig guten 80s Song obendrauf, vom Bass auf 180 beschleunigt, von derben Synthies zurück in die Zeit der Neon-Stirnbänder gewummert.

Für ein eigenständiges Album wird jedoch zu viel kopiert, zu wenig selbst erdacht. Böse Stimmen könnten davon sprechen, dass sich die Band “anbiedern” will, andere nehmen “Wonderful Wonderful” einfach als gutes, neues Album der Killers mit, welches ansprechenden Stoff für die nächsten Live-Auftritte liefern wird. 3 von 5 Sterne mit dickem Plus dahinter.

Macklemore - GEMINI

Wer war eigentlich nochmal Macklemore? Ach ja, richtig! Der Typ der 2013 mit “The Heist” die Rap-Schallmauer durchbrochen hat und mit dem für deutsche Hörer unaussprechlichen “Thrift Shop” (“Sssffffrift Schopp”) sogar einen Grammy absahnte. “Can’t Hold Us” und “Same Love” waren nicht weniger populär und wurden auch hierzulande im Radio rauf und runtergenudelt.

Seitdem ist einige Zeit vergangen - und Macklemore selbst ist irgendwie aus der Öffentlichkeit verschwunden. Mit GEMINI könnte sich dies nun wieder ändern: Alleine der Song “Glorious” (feat. Skylar Grey) freut sich auf Spotify zum Zeitpunkt dieser Zeilen über knapp 160 Millionen Aufrufe. Kein Wunder: Im Kern höft sich das Teil beinahe genauso an, wie “Can’t Hold Us”, nur halt mit einem weiblichen Refrain.

Mit 16 Songs und einer Laufzeit von einer Stunde ist viel dran an GEMINI, darunter aber auch viel “Filler, no Killer”. Beim ersten Durchhören herausstechen tun der Opener “Ain’t Gonna Die Tonight” (feat. Eric Nally), “Willy Wonka” (feat. Offset), das groovige “Levitate” (feat. Otieno Terry) und das epische “Over It” (feat. Donna Missal).

Sicher kein weiterer Meilenstein im Sinne eines “The Heist”, aber genau der richtige Stoff für alle, die “ihren” Macklemore vermisst haben. 3 von 5 Sterne mit dickem Plus dahinter!

Demi Lovato - Tell Me You Love Me

Popstar ist kein Wort mehr, welches man gerne in den Mund nimmt. Bei der 25-jährigen Demi Lovato haben wir jedoch kein Problem damit: Ihre Stimme ist pures Gold, und der Katalog an bisherigen Releases trotz ihres jungen Alters beachtlich. Tatsächlich ist “Tell Me You Love Me” bereits ihr sechstes Album - Wahnsinn!

Eingeleitet wird die neue Scheibe gleich von einem spannenden Duo: Der Party-Track “Sorry Not Sorry” und das eher nachdenkliche “Tell Me You Love Me” liefern eigentlich ein starkes Fundament für ein tolles Pop-Album. Wenn, ja wenn da nicht wieder zu viele Songs wären, die kein Mensch braucht: “Daddy Issues” ist komplett bescheuert und wird von einem furchtbaren Beat genährt, “Cry Baby” hätten selbst die Spice Girls Ende der 90er Jahre gelangweilt im Kamin verbrannt und “Games” ist irgendwie alles, nur kein richtiger Song. Und wenn dann noch Lil Wayne gelangweilt ein “Lonely” herunter säuselt, würde man sich am liebsten gleich die Schrotflinte unter das Kinn halten.

Kurz: Schade um ihre wirklich tolle Stimme, aber insgesamt bietet “Tell Me You Love Me” viel zu wenige gute Songs, um als Gesamtwerk überzeugen zu können. 2 von 5 Sterne mit kleinem Plus dahinter!

Chris Rea - Road Songs for Lovers

Er malt gerne, liebt Blues und Autos und hat sowohl italienische, als auch irische Wurzeln: Chris Rea, der Mann mit der rauchigen Kettensägenstimme, der Star hinter Songs wie “Josephine”, “The Road to Hell” und “On the Beach”. Mit 66 Jahren ist er zwar sicher noch nicht am Ende seines Schaffens angelangt, aber er gehört doch zu den “Oldies” - von denen in letzter Zeit gleich einige nochmal ein neues Album auf ihre alten Tage rausgehauen haben.

Richtig, “Road Songs for Lovers” bietet keine schnöde Best-of-Zusammenstellung, oder irgendein experimentelles Gedöns, sondern stolze 12 brandneue Songs, allesamt dem Thema “Reisen” verpflichtet. Schon zum Start hält er fest “I’m happy on the Road” - und wir gehen gerne mit ihm auf die musikalische Reise.

Dabei lässt sich gleich festhalten: “Road Songs for Lovers” ist ein ruhiges Album geworden - und auch seine Stimme ist nach all den gesundheitlichen Problemen nicht mehr die Beste. Macht alles nichts! Das Album versprüht so schönen, kreativen und starken Blues-Pop, dass es eine wahre Wonne ist. Anspieltipps: “Money”, das famose “Last Train”, “Nothing Left Behind” und das jazzige “Beautiful” - ein wunderbarer Schlussakt für ein wunderbares Album. 5 von 5 Sterne mit kleinem Minus dahinter!

Außerdem neu am Start: Jennifer Rostock, Savas & Sido und mehr!

Jennifer Rostock rockt sich ganz hervorragend durch ihr neues Album “Worst of Jennifer Rostock”, welches übrigens kein (wie der Titel es vermuten lässt) Best-of-Album ist, sondern tatsächlich 14 neue Songs bereithält und durchaus empfehlenswert ist.

Savas & Sido liefern ein großartiges Duett-Album namens “Royal Bunker”, Wyclef Jean hat “Carnival III: The Fall and Rise of a Refugee” am Start. Rockige und gerappte Töne schlagen die Prophets of Rage mit ihrem gleichnamigen Album an. Der Name ist kein Zufall: Das Album fußt auf der Arbeit von gleich drei Mitgliedern von Rage Against the Machine, darunter Sänger Tim Commerford, Gitarrist Tom Morello und Schlagzeuger Brad Wilk.

Außerdem interessant: Schauspieler Bill Murray und der deutsche Cellist Jan Vogler sind mittlerweile gute Freunde und haben mit “New Worlds” ein ganz besonderes, klassisches Album aufgenommen, welches die literarischen Ergüsse von Hemingway, Miller und Twain gekonnt mit der Musik von Bernstein, Bach und Beethoven verbindet.

Electro-Fans hören mal in “Kölsch - 1989” und “Eric Copeland - Goofballs” rein. Rock-, Punk- und Metal-Fans hingegen werden mit “Kitty, Daisy & Lewis - Superscope”, “Wolf Alice - Visions Of A Life” und “The Bronx - V” glücklich.

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