Die Toten Hosen, Apecrime, Ásgeir, Kasabian und mehr!

Reingehört: Neue Alben vom 5. Mai 2017

Die Toten Hosen, Apecrime, Ásgeir, Kasabian und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 5. Mai 2017 Die Toten Hosen, Apecrime, Ásgeir, Kasabian und mehr!: Reingehört: Neue Alben vom 5. Mai 2017 Foto: Cover

Neue Alben braucht das Land: Wir haben für euch querbeet reingehört und verraten euch, was sich für die Beschallung des Trommelfells am besten eignet.

Die Toten Hosen - Laune der Natur

Ach wat herrlich: Die Hosen sind wieder da, so als wären sie nie wirklich weg gewesen. Stolze 5 Jahre sind seit dem letzten Studio-Album vergangen, und Herr von und zu Campino geht langsam aber sicher auf die 55 Lenze zu. Wir werden halt alle nicht jünger, ne?

Aber keine Sorge: Das Alter merkt man weder Campino, noch der Band an, denn auf "Laune der Natur" liefern sie einige der frischesten und besten Songs ihrer jüngeren Schaffenszeit - teils mit erstaunlicher Härte rocken sie uns munter zurück in die Tage von "Bonnie & Clyde", "Hier kommt Alex" und "Alles aus Liebe".

Dass alle Zeichen auf Sturm stehen, beweist gleich der Opener "Urknall": Mit Vollgas voraus, denn "wir wollen zurück auf den Bolzplatz". Da pogen wir glückselig in den Armen über den Staub selbiger - und wischen uns still und heimlich eine Träne der Glückseligkeit aus dem Gesicht.

Doch das war es noch lange nicht: Im "Wannsee" tauchen die Hosen in Reggae-Gefilde ab, "Pop & Politik" ist rotzig frecher Gute-Laune-Punk, "Die Schöne und das Biest" unser heimliches Highlight der Scheibe und bei "ICE nach Düsseldorf" drehen wir gerne eine Extrarunde nach der nächsten. Selbst der wesentlich handzahmere, aktuelle Radio-Hit "Unter den Wolken" bietet Ohrwurm-Qualitäten und auch die leise Hymne "Alles passiert" kann sich hören lassen. Kurz: 5 von 5 Sterne! Ganz großes Kino!

Apecrime - EXIT

Abgesagte Tour, gelöschte Videos und verwirrte Fans: Die YouTube-Stars Apecrime haben in den letzten Monaten für viel Aufsehen und einige böse Blicke gesorgt. Den ganzen Tohuwabohu wollen wir an dieser Stelle einfach mal beiseite schieben und uns auf das konzentrieren, was vor uns liegt: Ein Album namens "EXIT", der Ausgang der Band aus dem Comedy-Business hin zu ernstzunehmenden Musikern.

Ganze 13 Songs umfasst das Album, eine Mischung aus Hip Hop und kraftvollen, deutschen Lyrics - eingebettet in kreative Klangteppiche zwischen Saxophon, coolen Samples, derben Beats und leisen Gitarrenklängen. Überraschung: Selbst für jemanden, der noch nie etwas von ApeCrime gehört hat, dürfte der Sound für akutes Ohrenaufstellen sorgen. Daumen hoch und 4 von 5 driftende Yoda-Suckers.

San Cisco - The Water

Beschwingte gute Laune flattert mit "The Water" ins Haus, dem neuen Album der australischen Indie Pop Band "San Cisco". Die Mischung aus eingängigen, süß klingenden Songs mit zahlreichen Funk- und Soul-Einflüssen ist der perfekte Begleiter in den Sommer 2017!

Gleich der Opener "Kids Are Cool" packt euch an den Händen und rennt mit euch die Strandpromenade hinab in Richtung Glückseligkeit. Die Synthies von "Sunrise" beschwören die 80er herauf und "That Boy" versteckt ein leises und gekonntes "8-Bit"-Piepsen im Hintergrund, während im Vordergrund die Fische schwimmen - und euch an den Haken nehmen.

"The Water" ist ein wirklich großartiges, kleines Indie-Album, welches ihr unbedingt mal antesten solltet: Der ideale Stoff für lange Gartenpartys im Sommer, Chillen am Strand und im Cabrio über die Autobahn fahren. 4 von 5 Sternen!

Ásgeir - Afterglow

In Island ist es nicht nur kalt, die Menschen haben auch komische Namen. Dieser hier hört auf Ásgeir Trausti Einarsson und gehört zumindest im hohen Norden zu den populärsten Musikern. Angeblich steht sein Debütalbum von 2012 in jedem zehnten Haushalt Islands - was bei einer Bevölkerung von über 300.000 Leuten gar nicht mal so wenig, wie zuerst gedacht ist.

"Afterglow" heißt sein neues, internationales Album, auf dem seine anschmiegsame Stimme wie ein Bayonett durch ruhige RnB-Songs schneidet und sich auch gerne mal im besonnenen Klangkleid verliert. Von verträumten Klavier-Parts in "Afterglow" über groovige Gitarrenparts in "Stardust" bis hin zu hohen Synthie-Klangwellen in "Here Comes the Wave in" - diese Scheibe lädt nicht nur zum süßen Träumen ein, sondern weckt euch auch immer wieder mit ungewöhnlichen Arrangements auf.

Da vergeben wir doch gerne 4 von 5 Sterne!

Kid Ink - 7 Series

Kein Album, sondern "nur" eine 8 Songs umfassende "EP" gibt es von Kid Ink zum Start in die Sommer-Monate: Der amerikanische Hip Hop Künstler gibt dabei in allen Belangen Vollgas, spritzt uns zuerst ordentlich mit dem "Supersoaka" ab, und steigert sich dann von Song zu Song: "No Strings" (feat. Starrah) und "F With U" (feat. Ty Dolla $ign) sind astreiner Chill-Hip-Hop und beide absolut Radio-kompatibel - was wir nicht negativ meinen, denn in allzu "poppige" Gefilde driften die Tracks nie ab.

Unser Highlight der Platte versteckt sich ganz am Ende der Scheibe: "Swish" (feat. 2 Chainz) gräbt sich tief ins Gehör und lässt die süßen Popos auf jeder guten Party gen Sonnenuntergang wackeln. Astreiner Hip Hop Stoff! 5 von 5 Sternen!

Kasabian - For Crying Out Loud

Rock, Funk, House, Disco, surrende Gitarrenwände, stylishe Piano-Parts: Das neue Album vom Quartett aus Lancaster lässt sich gar nicht so einfach auf ein Genre herabfahren. Sicher ist: Der Sound ist der perfekte Gastgeber für jede Studentenparty, bei der Bier in Litern fließt und die Kollegen ihre dicken Horn- gegen Sonnenbrillen eintauschen wollen.

Bereits der Opener "Ill Ray (The King)" fängt fast traditionell an, rockig verspielt, aber irgendwie nichts besonderes - bis der Titel dann auf einmal die Kurve bekommt, einen wahnsinnigen Piano-House-Part auffährt und mit Vollgas davon brettert. Das fühlt sich so an, als würde ein rockender Nerd in einem VW-Bus neben einem halten, um dann mit flammenden Reifen und 250 Km/h davonzubrettern, während bunte Regenbogen aus dem Auspuff ballern.

Die restlichen 11 Songs werden nie langweilig, sind immer funky, immer cool und immer hörenswert. Da brauchen wir gar nicht laut werden um den "5 von 5 Sterne"-Stempel draufzupacken. Tolles Teil!

Johannes Oerding - Kreise

Auf seinem fünften Album "Kreise" experimentiert Johannes Oerding gerne und viel - leider manchmal etwas zu viel, denn was dem Album an einigen Stellen fehlt ist Stringenz. Nicht jedes Experiment glückt, nicht jeder Song weiß auf den ersten Blick zu gefallen.

Doch das ist nicht weiter schlimm: Bei 14 Tracks darf es gerne den ein oder anderen Ausreißer nach unten geben, wenn auf der anderen Seite so tolle Songs wie "Hundert Leben" dabei herauskommen. Hier plappert Oerding endlich wieder munter drauflos, verbindet gekonntes Song-Writing mit eingängigen Melodien. Da sieht man sich schon laut im Takt klatschend vor der Bühne stehen und eine süße Sommerträne aus den Augenwinkeln wischen.

Weitere Highlights sind das sanfte "Freier Fall", das verspielte und mit einem kritischen Unterton unterlegte "Love Me Tinder", sowie das nachdenkliche "Stein für Stein". 3 von 5 Sternen mit kleinem Plus dahinter!

At the Drive-in - in•ter a•li•a

Noch so eine Band, an der wir erkennen wie alt wir schon geworden sind: Die amerikanischen Post-Hardcore-Jungs von "At the Drive-in" waren Ende der 90er, Anfang des neuen Jahrtausends großes Punk-Kino, zerbrachen dann aber bereits 2001. Seit 2012 können sich die Jungs anscheinend wieder riechen - und nun folgt mit "in•ter a•li•a" das erste Album seit 17 (!!!) Jahren.

Ok, also schnell ein paar versiffte Tennis-Socken angezogen, die Shorts gelockert, das Skateboard ausgepackt und das erste Sixpack gekillt. Langsam wieder in Stimmung kommen! "No Wolf Like The Present" zieht uns gleich auch die alten Ohrenpopel aus dem Gehör. Einmal gut durchpusten. Passt!

Wer Bock auf eine Zeitreise hat, wird auch vom Rest nicht enttäuscht werden: "Tilting At The Univendor", "Governed By Contagions", "Holtzclaw" - hier donnert euch eine Gitarrenbreitseite nach der nächsten vor die Fresse, perfekt frisiert von Cedric Bixlers astreiner Stimme, die uns zuletzt in seinem "Nebenprojekt" Antemasque verzückt hat - da klangen die Gitarren noch etwas harmonischer, aber man kann halt nicht alles haben.

Also: Daumen hoch, 4 von 5 Sternen zur Seite gelegt und 8 von 10 geschrottete Skateboards untendrunter. Herrlicher Stoff!

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