Madonna im November in Köln

Queen of Pop sucht die Schlagzeilen

Madonna im November in Köln: Queen of Pop sucht die Schlagzeilen Madonna im November in Köln: Queen of Pop sucht die Schlagzeilen Foto: ap

Möchte Madonna dieser Tage möglichst häufig Schlagzeilen machen, um ihr neues Album zu promoten? Diesen Eindruck könnten Fans zumindest bekommen. Sie vergleicht im Interview Europas derzeitiges Verhalten mit dem der Nazis, stürzte bei den "Brit Awards" von der Bühne und klagt über Schlaflosigkeit. Doch ist diese PR wirklich gut, oder sollte die Queen of Pop vielleicht doch langsam mal zwei Gänge runterschalten?

Überschreitet Madonna gezielt die Grenzen?

Es geschah alles ziemlich schnell: Madonna, die nach 20 Jahren zum ersten Mal wieder bei den Brit Awards auftrat, performte ihren Song "Living for Love" in einem XXL-Cape, lief die Treppe zur Bühne hoch und breitete ihre Arme aus, um den Umhang abzustreifen, der sich plötzlich in den Hörnern des Minotaurus-Kostüms ihres Tänzers verfing. Sie stolperte und stürzte rückwärts die Treppen hinunter - Autsch - das ist wahrscheinlich mit das Peinlichste, was einem Pop-Star passieren kann. Doch wer wäre Madonna, wenn sie diesen Sturz nicht einfach belächeln würde? "The Show must go on" - später am Abend postete sie auf Instagram "mein wunderschönes Cape war zu eng, aber nichts kann mich aufhalten, und die Liebe hat mich wirklich empor gehoben" #LivingForLove.

Fremdenhass in ganz Europa

Dieses Thema wollte sie schnell aus der Welt räumen und sorgte gleich im Interview mit der BBC für neue Schlagzeilen: Sie zieht einen unverschämten Nazi-Vergleich. "Frankreich war einmal ein Land, das Leute jeder Hautfarbe akzeptierte. Es war ein Ort, an den Künstler flohen. Es war ein Land, das jeden willkommen hieß und das Freiheit in jeder Form unterstützte", so Madonna. "Nun ist dieser Geist völlig verschwunden. Wir leben in verrückten Zeiten. Es fühlt sich an, wie Nazi-Deutschland. All diese Menschen, die Intoleranz. Das Level der Intoleranz wird wirklich beängstigend." Diese Tendenzen meint Madonna in ganz Europa erkannt zu haben. "Das geschieht in ganz Europa, aber vor allem in Frankreich. Ich denke, dass Antisemitismus ein neues Hoch erreicht. Die Leute reagieren extrem ängstlich in diesem Bereich." Ob das ein kluger Schachzug kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums (6. März) war? Ich bezweifle es. Doch auch hier muss man sich fragen, inwiefern ihre Aussagen in der Öffentlichkeit Ausdruck persönlicher Überzeugungen sind oder wieder lediglich PR-Zwecken dienen.

 

Where did my sock bitch go?

Ein von Madonna (@madonna) gepostetes Foto am 1. Mär 2015 um 19:07 Uhr

Möchtegern lasziv räkelt sie sich auf dem Bett, lutscht an ihrem Daumen, spitzt ihre Zunge, um das Mikrofon abzuschlabbern und bringt mit einem festen Griff ihre Brüste in Position - der Instagram-Account der 56-Jährigen könnte nicht mehr Elfmeter-Vorlagen bieten, um sich die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen. Langsam reicht's Lady. Werd' doch endlich mal erwachsen.

Wer allerdings immer noch nicht genug hat: Die Queen of Pop ist am 4. November in der Kölner Lanxess Arena um 19.30 Uhr für ein Konzert zu Gast.