Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf

Mary J. Blige bringt den Soul in die Stadt

Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf: Mary J. Blige bringt den Soul in die Stadt Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf: Mary J. Blige bringt den Soul in die Stadt Foto: RP/Franziska Hein
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Gemessen an ihren verkauften Platten ist Mary J. Blige ein Weltstar. Trotzdem kamen nur 1800 Fans in die Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf, um sie live zu erleben. 50 Millionen Platten hat die 44-Jährige in den letzten zwei Jahrzehnten weltweit verkauft. Die R'n'B-Sängerin ist gerade auf Welttournee mit ihrem im vergangenen Jahr erschienen Album "The London Sessions". Die Fans, die gekommen waren, erlebten eine große Show und viele intime Momente mit der US-Amerikanerin. Mehrfach betonte Blige, wie wichtig ihr die Zuneigung des Publikums sei. Zwei Stunden sang sie dann für ihre treuen Fans.

Den Anfang gestaltete sie mit einem Medley ihrer älteren Hits. Das erinnerte bisweilen an den Sound der 90er Jahre, das war ihr Jahrzehnt. Als ersten Song sang sie "Just fine". Damit war ihr die Hingabe des Publikums sicher. Kaum jemanden hielt es lange auf dem Tribünen-Sitzplatz. Die allermeisten kamen bald von den Rängen in den Innenraum direkt vor die Bühne. Genug Platz war dort noch.

Blige widmete den Abend vor allem den starken Frauen im Publikum. Sie erteilte eine Lektion in Sachen Liebe. "Mit diesem Wort spiele ich nicht", sagte sie, bevor sie einige ruhigere Nummern sang. Nach einer Stunde leitete Blige, die sich oft am Bühnenrand bewegte, zu ihrer aktuellen Platte über. Sie sang "Therapy" und danach "Doubt". Das sei der wichtigste Song ihres neuen Albums, sagte sie. "Believe the best of yourself", lautete ihre Botschaft ans Publikum. Glaube an dich. Sanft und soulig, dann wieder stark, fast schon rockend, sang sie mit geschlossenen Augen - das war eindringlich. Vor der Bühne hielt jemand ein Feuerzeug mit leuchtender Flamme in die Luft. Auch das war wie in den 1990ern.

Stark waren die souligen Songs, wenn man einfach in Bliges Stimme hineinhören durfte. Dann stimmte auch der Sound, der sonst zu laut abgemischt war. Gerade bei den schnelleren rhythmischen Nummern schepperte es in den Ohren, wenn Blige mit der Stimme in die Höhe ging. Die Inszenierung hingegen passte und war nicht übertrieben. Die Bühnenshow setzte auf eine aufwendige Beleuchtung, aber ohne große Lichteffekte. Und Blige verschwand nur einmal kurz von der Bühne, um von einem weißen in ein rotes Outfit zu wechseln.

Zum Finale setze Blige mit "One" an - dem Song aus dem Album "The Breakthrough", den sie 2005 mit U2 aufgenommen hatte. Großartig war auch "Without you", das sie zum Schluss sang. Alle, die auch noch auf den Song "Family Affair" gewartet hatten, wurden von Mary J. Blige nicht enttäuscht. Den Hit aus dem Jahr 2001 gab die Sängerin als einzige Zugabe.

Quelle: RP