Von Bierzelt-Stimmung und Kotzhügel-Flair

Darum ist das Oktoberfest die Hölle auf Erden

Von Bierzelt-Stimmung und Kotzhügel-Flair: Darum ist das Oktoberfest die Hölle auf Erden Von Bierzelt-Stimmung und Kotzhügel-Flair: Darum ist das Oktoberfest die Hölle auf Erden Foto: Shutterstock

Am 16. September ist das Münchener Oktoberfest 2017 gestartet und lockt nun wieder zahlreiche Besucher aus aller Welt in die bayrische Hauptstadt. Unsere Autorin bleibt allerdings lieber zuhause. Denn für sie ist die Wiesn die größte deutsche Peinlichkeit seit der Jack-Wolfskin-Jacke.

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In meiner Heimatstadt Bad Bentheim hat diesen September das große Stadtschützenfest stattgefunden. Das passiert nur alle 6 Jahre, ist also ein Riesending. Trotzdem hat sich über die Stadtgrenzen hinaus keine Sau dafür interessiert. Mit Recht. Ist halt ein Schützenfest. Anders sieht es allerdings mit dem Münchener Oktoberfest aus. Im Grunde ist das genau das gleiche, wie das Bentheimer Stadtschützenfest (besoffene Leute, begeisterte Traditionalisten, die das Ganze viel zu ernst nehmen, ihr wisst schon), allerdings sind sämtliche Medien einen Monat lang voll davon.

Zu einem gewissen Grad ist das verständlich, immerhin ist das Münchener Oktoberfest das größte Volksfest der Welt und lockt jedes Jahr zwischen 6 und 7 Millionen Besucher an. Aber trotzdem ist das Oktoberfest MEGA KACKE. Ob ich schon mal da war, fragt ihr euch? Natürlich nicht! Ob ich mir eine solche Aussage dann überhaupt erlauben kann, überlegt ihr? Absolut, denn die Fakten sind auf meiner Seite.

Zum Beweis folgen hier 5 Gründe, warum das Oktoberfest die Event-gewordene Vogelgrippe ist.

1. Es ist zu voll!

Was ist schlimmer als riesige besoffene Menschenmassen? Riesige besoffene Menschenmassen, die in einem müffelnden Plastikzelt gefangen sind! 300.000 Menschen drängen sich während der Wiesn jeden Tag auf das Festgelände, um sich endlich literweise Bier in den Schlund kippen zu dürfen. Bevor es soweit ist, muss aber erstmal auf den Einlass gewartet werden. Und dann auf ein freies Klo. Und dann auf die gebrannten Mandeln. Und die Haxe. Und natürlich auf den süßen Moment, wenn endlich alles vorbei ist.

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2. Es ist zu teuer!

Knappe 11 Euro kostet dieses Jahr eine Maß auf der Wiesn, so viel wie noch nie zuvor. Wer zwischendurch mal ein Wässerchen trinken möchte, der ist mit schnapperhaften 8 Euro dabei. Ach, du wolltest gar keinen ganzen Liter? Dann geh doch woanders hin, das hier ist das Oktoberfest, da trinkst du gefälligst ein ganzes Bierfass und frisst ein ganzes Schwein!

Besonders erbärmlich ergeht es all jenen, die für das Spektakel von außerhalb anreisen und sich für ein gemütliches Übernachten im Freien auf dem legendären Kotzhügel zu fein sind. Denn zum Oktoberfest explodieren die Hotelpreise im ohnehin schon astronomisch teuren München dann vollends. Für ein Hostel-Bett im Großraum-Schlafsaal zahlt man dann gerne an die 100 Euro die Nacht und mit der AirBnB-Vermietung ihrer WG-Zimmer holen sich Studenten ganze Quartalsmieten wieder rein. Aber hey, hauptsache saufen!!!

3. Es gibt einen Kotzhügel!!

Genauso wie das hemmungslose Saufen gehört auch das ausgiebige Kotzen zum Oktoberfest, wie der Schweinsdarm zur Weißwurst. Standesgemäß durchgeführt wird dieser obligatorische Programmpunkt auf dem sogenannten Kotzhügel an der Westseite des Festgeländes, auf dem man seinen Magen am besten auf allen Vieren krabbelnd in eine von einem Vorgänger sorgfältig ausgehobenen kleinen Grube entleert. Und dabei das Lächeln nicht vergessen! Denn genauso wie die Brechenden gehören auch die schadenfroh fotografierenden Gaffer zum Kotzhügel dazu – und im Grunde sind die fast noch eine Stufe erbärmlicher.

4. Es gibt einfach kein Entkommen!

Wie schön es wäre, wenn man sich dem Ganzen entziehen könnte, indem man München im September einfach meidet. Das kann man aber nicht, denn die blau-weiße-brezlige Oktoberfest-Freude nimmt inzwischen Jahr für Jahr das ganze Land komplett ein. Düsseldorf, Dresden, Berlin – sogar nach Helgoland karren die Fischkutter seit 2008 jedes Jahr die Maßkrüge für die zünftige Wiesn-Party. Kein Wunder also, dass wir Deutschen im Ausland grundsätzlich mit Dirndl, Lederhosen und debil-besoffenem Grinsen dargestellt werden. Bayern ist Deutschland und Deutschland ist Bayern und sowieso sind wir im Herzen alle volltrunkene Seehofers. Apropos...

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5. ...Horst Seehofer ist auch da

So ein Fest steht und fällt ja bekanntermaßen schnell mit seinen Gästen (die wiederum ebenfalls mal stehen und mal fallen, aber das ist eine andere Geschichte). Großer Wiesn-Fan und Stammgast ist zum Beispiel CSU-Maskottchen Horst Seehofer, der dieses Jahr mit einer neckischen Forderung um die Ecke kam: „Wiesn“ solle doch endlich auch in den Duden aufgenommen werden! „Oktoberfest“ steht allerdings schon drin und damit ist die Obergrenze für aufgenommene Synonyme nun wirklich erreicht. Sorry, Horst.

Solltet ihr trotz dieser absolut stichhaltigen Gegenargumente immer noch einen Wiesn-Ausflug planen, dann schaut vorher wenigstens in diese Galerie rein, in dem das Portal Ladenzeile.de euch alle wichtigen Fun Facts zum Oktoberfest zusammengestellt hat. Aber sagt hinterher nicht, wir hätten euch nicht gewarnt!

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