Der alte Mann und das Gear

"World of Warcraft: Legion" startet durch

Der alte Mann und das Gear: "World of Warcraft: Legion" startet durch Der alte Mann und das Gear: "World of Warcraft: Legion" startet durch Foto: Screenshot

Am 11. Februar 2005 stellte Blizzard die Online-Welt mit World of Warcraft nachhaltig auf den Kopf. Mehr als 11 Jahre später wagt sich unser Redakteur Daniel zurück nach Azeroth, um sich im nun veröffentlichten, sechsten Add-on "Legion" gegen die anrückenden Dämonenhorden zu stellen.

Dass sich in 11 Jahren einiges verändert hat, überrascht wenig. Visuell wirkt das erste Aufeinandertreffen mit dem heiß geliebten Online-Rollenspiel aus meinen seligen Universitätszeiten zuerst sehr bekannt - immerhin hat die im Hintergrund werkelnde Grafikmaschinerie stolze 11 Jahre auf dem Buckel. Augenblickliche Gänsehaut gibt es beim Lauschen des Soundtracks: Wenn in der Horden-Hauptstadt Orgrimmar die Posaunen und Pauken drauflos poltern, fühle ich mich augenblicklich wieder "daheim".

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, wieviel sich wirklich verändert hat: Sowohl Spieler- als auch Gegner-Modelle wirken merklich plastischer und detaillierter. Wer sich auf sein geflügeltes Reittier schwingt, wird von einer Aussicht quer über ganz Azeroth verwöhnt - bereits aus dem nördlichen Brachland lässt sich nun Berg Hyjal und der riesige Weltenbaum Nordrassil erblicken, Allianzler blicken von Sturmwind aus bis ins Schlingendorntal im Süden und bis zum Schwarzfels im Osten.

Blizzard zeigt erste Bilder zum neuen Add-on World of Warcraft: Legion 52 Fotos

Die alte Engine hat für Blizzard noch weitere Vorteile: Mittlerweile lässt sich der ganze Bildschirm mit Zaubereffekten und riesigen Gegnerhorden vollkleistern, ohne dass Spieler mit betagter Hardware derbes Ruckeln in Kauf nehmen müssten. Und beim ersten Blick auf die neuen Gebiete des Add-ons "Legion" zeigt sich, dass auch in Sachen Texturen und visueller Fidelität durchaus noch einiges im betagten Online-Rollenspiel steckt. Daumen hoch!

Legion-Start um Mitternacht ohne Probleme

Wo bei dem Release der letzten Add-ons noch ganze Serverfarmen vom Andrang der Fans überwältigt wurden, gestaltete sich der Launch von "Legion" um Punkt 00:01 Uhr hiesiger Zeit entspannt: Ohne Verzögerungen wurden die neuen Inhalte aktiviert und mit viel Espirt stellten sich die so spät noch anwesenden WoW-Fans den anrückenden Dämonenhorden.

"Azeroth steht in Legion am Rande der Zerstörung. Der Hexenmeister Gul’dan hat eine gewaltige Dämonenarmee heraufbeschworen, die mächtiger ist als jeder Gegner, dem sich Horde und Allianz bislang stellen mussten.

Um den zerstörerischen Kreuzzug der Legion aufzuhalten, müssen die Verteidiger Azeroths die Mysterien der Verheerten Inseln lösen, legendäre Artefaktwaffen finden und meistern und in den Ordenshallen gleichgesinnte Champions hinter sich versammeln. In ihrer Verzweiflung schließen sie einen verbotenen Pakt mit den ausgestoßenen Dämonenjägern der Illidari, durch Teufelsenergie verderbte Anhänger des gefürchteten Verräters Illidan.

Sollten die Helden Azeroths versagen ... werden Königreiche brennen."

Hier der offizielle Launch-Trailer:

Holprige Rückkehr: Viel zu lernen man hat!

Mein Tauren Druide "Delian" hat eine lange Pause hinter sich: Zusammen mit dem knuffigen Bären habe ich viele Dungeons besucht, habe unzählige Quests erledigt und bin sicher mehrere tausend virtuelle Kilometer quer durch Azeroth gereist.

Heute erkenne ich den alten Bären kaum mehr wieder: Die Ausrüstung, mein wertvolles "Gear" ist längst überholt, die Talente komplett zurückgesetzt, die Taschen vollgepackt mit nutzlosem Zeug - und auch auf der Bank herrscht Chaos pur.

Also erstmal langsam machen, einlesen und ausprobieren: Mit einem Klick sind die Taschen aufgeräumt. Die neuen Talentbäume sind angenehm entschlackt und benötigen kein stundenlanges Studium einschlägiger Internetseiten mehr - außerdem wechselt ihr zukünftig per Klick und ohne Kosten von einer Talentspezialisierung zur nächsten. Keine Lust mehr Bär? Klick! Schon darf ich als Moonkin durch die Welt ziehen, oder den Druidenheiler auspacken.

Gamescom 2016 | Donnerstag, 18. August 2016 Gamescom 2016 // Do 18.08.16 Messe Köln 217 Fotos

Praktisch: Jeder Legion-Käufer erhält einen kostenlosen Charakter Boost auf Level 100 - damit entfällt lästiges Leveln in der "alten Welt" und ihr könnt direkt mit den neuen Inhalten durchstarten. Die entsprechende Ausrüstung zum Start gibt es natürlich obendrauf. Alternativ könnt ihr eure alte Charaktergarde also links liegen lassen und euch an einer ganz neuen Klasse ausprobieren. Super!

Um wirklich alle Neuerungen zu erfassen, müsste ich euch hier einen ganzen Roman auftischen: Praktischerweise hat Blizzard mitgedacht und zeigt allen Rückkehrern hinter diesem Link alle Neuigkeiten. Komplette Neueinsteiger surfen am besten hier vorbei.

Nur so viel in aller Kürze: Viele Fertigkeiten wurden komplett entfernt, Haus- und Reittiere werden mittlerweile von allen Charakteren geteilt, Mitspieler dürfen auch von anderen Servern an eure Seite kommen. In Dungeons erhaltet ihr stets maßgefertigte Beute für euren Helden, im PvP spielt die Ausrüstung zukünftig kaum mehr eine Rolle.

Schlachtzüge sind nun auf eine variable Anzahl von 10 bis 30 Spielern begrenzt und per Transmogrifikation könnt ihr euch das Aussehen eurer Klamotten und Waffen aus den bislang erhaltenen Vorlagen selbst zusammenbasteln. Habe ich erwähnt, dass es Haustierkämpfe im Pokémon-Stil gibt?

Von Dämonenjägern und Artefakten

Ok, kapiert: Blizzard hat viel umgekrempelt, viel entschlackt und einiges komplett gestrichen. Gut so. Aber was bringt "Legion" denn jetzt wirklich neues auf den Tisch? Nun, zum einen wäre da natürlich der neue Kontinent: Die Verheerten Inseln werden in den kommenden Wochen und Monaten zum Spielplatz für alle Charaktere ab Level 100.

Die Wahl eines Startgebiets boten bereits vorige Add-ons, diesmal aber habt ihr die Wahl zwischen gleich vier sehr unterschiedlichen Zonen: Azsuna (verfluchtes Land mit Nachtelfen-Geistern und dem Kampf zwischen Königin Azshara und dem blauen Drachenschwarm), Val'sharah (perfekt für alle Druidenfans!), der Hochberg (höchstes Gebirge von Azeroth und einstige Heimat von Neltharion, alias "Todesschwinge") und Sturmheim (Nordend-Fans freuen sich über die Rückkehr der Vrykul) fordern den Abenteurer in euch heraus.

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Der Clou: Erstmals in der Geschichte von WoW skalieren die Gegner mit eurem Level. Dabei ist es sogar möglich unterschiedliche Herausforderungen für mehrere Spieler zu bieten: Seid ihr in einer Gruppe unterwegs, richtet sich das Gegner-Level weiterhin nach eurem eigenen Level. Ein Charakter auf Level 101, der mit einem Freund auf Level 110 spielt? Kein Problem!

Zum anderen wäre da die neue Klasse: Der Dämonenjäger spielt sich dank Doppelsprung und Gleitfertigkeit extrem mobil, kann als einzige Klasse jedoch "nur" auf zwei unterschiedliche Talent-Bäume zugreifen. Verdient eure zukünftigen Erfahrungspunkte entweder als fieser Schadensausteiler, oder schaut, wie sich der geflügelte Rächer als Tank anstellt.

Übrigens: Zum Dämonenjäger zugelassen sind nur Nachtelfen (Allianz) und Blutelfen (Horde). Schade - ich hätte mir durchaus einen kleinen Dämonenjäger-Goblin gewünscht. Aber das stößt sich wohl mit der Hintergrundgeschichte. Sei's drum!

Last but not least: Die Artefakt-Waffen und Ordenshallen samt Anhängern bringen eine weitere Möglichkeit für euch nicht nur der Geschichte zu folgen, sondern euren Charakter individuell anzupassen.

In den Handlung von "Legion" seid ihr nicht mehr nur einer von vielen Helden, sondern DER Held eurer Klasse. Mit der Aufnahme eurer - je nach gespielter Klasse verschiedener - Artefaktwaffe geht es auf zum munteren "Dämonen-in-den-Arsch-treten".

Außerdem mit dabei: 10 neue Dungeons laden zum munteren Erforschen ein, überschütten euch mit Loot und sind endlich wieder stärker in die Handlung eingebettet. Schlachtzugfans hingegen müssen sich noch etwas gedulden: Der "Smaragdgrüne Alptraum" eröffnet seine Pforten erst am 21. September.  

Fazit

Egal ob absoluter Anfänger oder Rückkehrer, es war nie so einfach sich in der riesigen "World of Warcraft" zurechtzufinden. Auch wenn die schiere Masse an Möglichkeiten etwas einschüchternd wirken mag: Viele der einst komplexen Systeme wurden dermaßen vereinfacht und übersichtlich gestaltet, dass es selbst für die Leute, die noch nie Hand an ein Online-Rollenspiel gelegt haben, einfacher denn je fällt dem Abenteuer zu folgen.

Sei es als Pandaren-Mönch, der einfach bequem alleine questen will, sei es als mutiger Todesritter, der einen Dungeon nach dem nächsten nach Loot abgrast, sei es als neuer Dämonenjäger, der sich erstmals als Tank für einen kompletten Gildenschlachtzug einschreibt: Jeder Spielertyp wird bedient und findet seine passende Stelle in der virtuellen Welt.

Kurz: Blizzard hat mit Legion alles richtig gemacht und dabei das Wunder vollbracht ein über 10 Jahre altes Spiel nicht nur ordentlich herauszuputzen, sondern praktisch neu zu erfinden. Dass muss man auch erstmal schaffen.

Jetzt lautet die Frage: Wie lange und wie groß ist der Hype um "Legion"? Das müssen die kommenden Wochen und Monate zeigen! Bis dahin ziehe ich gerne mit meinem "Bären" los, um unzählige Dämonen in den Staub der Verheerten Inseln zu kloppen. 

Weitere Infos zu "World of Warcraft: Legion" findet ihr auf der offiziellen Homepage.

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