Daddeln bis der Arzt kommt

Playstation Now: Sonys Streamingdienst im Test

Daddeln bis der Arzt kommt: Playstation Now: Sonys Streamingdienst im Test Daddeln bis der Arzt kommt: Playstation Now: Sonys Streamingdienst im Test Foto: SIE

Jetzt werden sogar Games getreamed! Nach Netflix, Spotify und Co. probiert sich nun auch Sony an einem Flatrate-Modell. Playstation Now nennt sich der neue Service, bei dem PS3- und PS4-Spiele on Demand auf Konsolen und PC gestreamt werden. Wir haben es getestet.

Alles kommt wieder - auch das Abo! Gab es um die Jahrtausendwende mal eine Zeit als Raubkopien ganze Branchen lahmlegte, so sprudeln heute verschiedenste Abo-Anbieter auf den Markt. Alle bieten sie Medien im Monatsabo an: Filme, Serien, Sport, Musik, Hörbücher und jetzt auch Games. Mit Playstation Now leistet Sony im Videospiel-Segment Pionierarbeit - seit Ende August ist der Service nun auch in Deutschland für PlayStation 4 und PC (!) verfügbar.

Das Netflix für Playstation Spiele

Optisch im Kachelformat, wie wir es von Netflix bereits kennen, werden die Spieletitel in verschiedenen Kategorie-Strecken wie Action, Sport oder Shooter präsentiert. In der obersten Strecke finden wir die Top-Games. Dort sind Flaggschiffe wie Last of Us, Red Dead Redemption oder aber auch kurioserweise der Farming Simulator zu finden. Alle Spiele lassen sich bequem in eine Favoritenliste aufnehmen.

Unser Setup: eine 120 MBit/s Internetverbindung. Zunächst versuchen wir es über WLAN und starten mit Evolve einen der anspruchsvolleren PS4-Titel - dass der Online-Titel mittlerweile "tot" ist und kaum mehr gespielt wird, interessiert uns dabei erstmal nicht.

Das Starten von "Evolve" dauert nur Sekunden. Schade: Bereits bei der Eingangs-Cut-Scene ruckelt es. Das Warnsignal am Bildschirmrand blinkt auf. Das bedeutet, dass wir das Spiel lieber pausieren und speichern sollten. Zuerst aber ignorieren wir den Hinweis. Noch während des Tutorials sammeln sich allerdings mehr und mehr Ruckler, bis es einfach unspielbar wird. Wir brechen ab. LAN-Kabel dran. Neustart.

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Siehe da, mit dem Ethernetkabel ist plötzlich alles wunderbar flüssig. Ganz wie beim VOD-Streaming gibt es lediglich in Cut-Scenes hin und wieder einen Downgrade in der Auflösung. Das Spiel selber läuft aber flüssig und ohne Eingabe-Delay weiter. Es ist vom “normalen” Spielen quasi nicht zu unterscheiden. Doch warum funktioniert es so gut?

Ganz einfach: Anders als beim Streamen von Filmen, wird bei PS Now nicht etwa das Spiel selber, sondern lediglich das Bildsignal im Hintergrund heruntergeladen. Gespielt wird auf einem Sony-Server, bei dem sich das Game lediglich von Deutschland aus steuern lässt. Was wir also auf dem Bildschirm sehen ist nichts weiter als ein Video - ein Livestream unseres eigenen Spieles. Dieses System ist letztlich für die erstaunlich guten Performance-Werte verantwortlich.

Erstmals ist auch das Streamen vom PC aus möglich. Dafür wird lediglich ein Client benötigt, der im Vorfeld heruntergeladen werden muss. Das optische Ergebnis gleicht dem der PS4. Gesteuert werden kann nur mit dem Pad.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil von PS Now ist das Sparen von Festplattenspeicher, da keiner der Titel heruntergeladen wird. Auch von Updates werden wir als Spieler verschont. Sowas wie den typischen, exorbitant großen Day-One-Patch gibt es nicht. Ganz wie beim Auto-Leasing. Einsteigen und losfahren, den Rest übernehmen andere. Für Komfort ist also gesorgt.

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B-Titel zu Triple-A-Preisen

Da eine reibungslose Performance bei den Spielern in der Regel ohnehin als selbstverständlich gilt, steht und fällt der Erfolg von PS Now wohl mit dem Angebot. Der Katalog des Services weist aktuell über 450 Titel auf - 70 davon für die PS4.

Große Spiele-Reihen wie Battlefield, Call of Duty oder FIFA fehlen gänzlich und auch aktuelle Titel wie Tekken 7, Prey oder Outlast 2 fanden ihren Weg bisher nicht in den Service. Dafür sind auffallend viele Spielereihen enthalten. Beispielsweise Uncharted, Bioshock oder God of War. Wer also den Einstieg in eine Reihe verpasst hat, der ist hier gut bedient. Zudem gibt es scheinbar Kooperationen mit einer handvoll Publishern wie 2K, Warner Bros, oder Telltale, die besonders viele Titel bereitstellen und sogar eine eigene Kachel-Strecke haben.

Zusammengefasst müssen wir aber feststellen, dass sich das Angebot auf Spiele des unteren Preissegmentes limitiert.

Der Abo-Preis bewegt sich dagegen in die genau entgegengesetzte Richtung. Mit 16,99 Euro ist Playstation Now einer der teuersten Anbieter im On Demand-Geschäft. Rabatte gibt es aktuell keine. Im Vergleich zum amerikanischen Jahresabo von 99,99 Dollar ist PS Now hier in Deutschland doppelt so teuer.

Sony setzt also Akzente und positioniert sich deutlich in der Premiumecke. Im Vergleich: Das Playstation-Plus-Abo kostet trotz jüngster Preiserhöhung lediglich 59,99 Euro im Jahr. Da es (noch) kein Kombiangebot aus PS Plus und PS Now gibt, werden Spieler jährlich doppelt zur Kasse gebeten. Kostenpunkt: 260 Euro. Wer dazu noch je einen Musik- und Videodienst für 10 Euro nutzt, kommt so jährlich auf 500 Euro.

Eine kostenlose Testversion von PS Now gibt es auch. Diese ist auf sieben Tage begrenzt und bedarf einer hinterlegten Kreditkarte. Das Abo selber kann aber auch mit den sonst gängigen Zahlungsmethoden (zum Beispiel Paypal) bezahlt werden.

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Fazit

Wir sind beim Thema "Playstation Now" etwas zwiegespalten. Das gute zuerst: Sony stellt uns Spielern ganz zwanglos einen neuen Service zur Verfügung. Die Nutzung des Interfaces funktioniert ganz intuitiv und ist benutzerfreundlich. Wirklich überzeugend ist die technische Komponente: Spiele starten sowohl auf der PS4 als auch auf PC schnell und reibungslos. Durch das Streamen von PS3-Titeln kommen wir als Spieler in den Genuss älterer Perlen wie Red Dead Redemption oder Bioshock. Die alte Konsole ist damit quasi obsolet.

Auf der anderen Seite sind die spielbaren Titel größtenteils älteren Jahrgangs. Bedenken wir den Preis für den Service, so müssen wir ganz schön schlucken. Besonders, weil dieser in den Staaten nur halb so hoch ist. Der Fakt, dass sich PS Plus und PS Now nicht kombinieren lassen, hinterlässt ebenfalls einen faden Beigeschmack.

Also ganz deutlich: Als eines von mehreren nebenher laufenden Abos ist der neue Service einfach nicht gedacht. Wer sich aber monatlich mehreren Vollpreis-Titeln widmet und gerne die eine oder andere Spielereihe nachholen möchte, der ist mit Playstation Now gut beraten.

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