Das große Comeback

Assassin's Creed Origins im Gamescom Preview

Das große Comeback: Assassin's Creed Origins im Gamescom Preview Das große Comeback: Assassin's Creed Origins im Gamescom Preview Foto: Ubisoft
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Mehr als drei Jahren hat Ubisoft am neuen Assassin’s-Creed-Spiel Origins gearbeitet. Und der erste Eindruck von der Gamescom ist: Es hat sich gelohnt.

Mein Adler gleitet durch die Luft und identifiziert zwischen großen Steinsäulen mein Ziel. Ich muss einen jungen Mann befreien, der von einer Diebesbande entführt wurde. Die wiederum nutzt ihn, um seine Schwestern zu erpressen. Die stehen als Priesterinnen der Königin Kleopatra besonders nahe. Ich verlasse also die in dem Fall wortwörtliche Adlersicht und mache mich auf den Weg.

Was soll mir als Assassin’s-Creed-Veteranen schon passieren, der seit zehn Jahren alle Spiele in sich aufgesogen hat? Mit meinen Waffen fühle ich mich gut gerüstet, um es mit jedem aufzunehmen. Ich klettere eine Mauer hoch. Da sind ein paar Wachen, die ich besser vorher schon mit dem Adler markiert hätte. Mein Fehler. Aber Überraschungen sind für mich alten Assassinen kein Problem. Denke ich.

Walk like an Egyptian Assassin's Creed Origins - Screenshots 35 Fotos

Aber die Wachen sind nicht nur überaus aufmerksam. Das Kampfsystem ist anders. Nicht nur ein wenig anders. Sondern total anders. So anders, dass ich mich wie Rocky Balboa im Kampf gegen Ivan Drago fühle. Ich muss mächtig einstecken, und meine Gesundheit nähert sich dem kritischen Bereich. Denn das, was ich so dermaßen verinnerlicht habe, funktioniert nicht mehr. Früher konnte ich bei einem Angriff kontern, und dann "gib‘ ihm und gib‘ ihm hart!". Dann läuft es schon. Nur jetzt läuft es eben nicht mehr.

Das neue Kampfsystem ist sehr viel fordernder

Die Gegner scheinen nicht nur zäher zu sein als vorher. Sie benutzen Schilde und wenn mehrere zusammenkommen, dann umkreisen sie mich und greifen von allen Seiten an. Was ist hier los? Was ist passiert? Ich habe auch einen Schild, um Angriffe zu blocken. Ich kann mich wegdrehen und schnell den Abstand vergrößern - sprich ausweichen. Und ein wenig fühle ich mich wie bei "Witcher 3".

Ubisoft hat sich offenbar von dem polnischen Erfolgstitel inspirieren lassen. Das Ergebnis ist, dass die Kämpfe nun fordernder sind. Ich muss mich konzentrieren, das richtige Timing für meine Angriffe wählen und die Umgebung im Blick behalten. Ausweichen bringt nun mal nichts, wenn da eine Mauer steht, gegen die ich renne. Dafür kann ich recht schnell zwischen den Waffen wechseln: Bin ich weit genug weg, wähle ich meinen Bogen. Dann verkürze ich den Abstand, schlage mit dem Sichelschwert zu und blocke den Angriff des nächsten Gegners.

Das klingt im Nachhinein so einfach, tatsächlich aber erfordert es etwas Übung. Und anfangs hatte ich darum in Assassin’s Creed Origins mehrere Begegnungen mit den altägyptischen Totengottheiten Anubis und Osiris: Es folgte der gewohnte Hinweis, dass ich desynchronisiert sei.

Das neue Kampfsystem sticht zunächst am stärksten heraus im neuen Teil der Erfolgsserie von Ubisoft. Neben der opulenten, detailverliebten Grafik. Das ist bei Assassin’s Creed jetzt nichts Neues, aber auf einem 4K-Bildschirm und mit einem Protoytpen der Xbox One X sieht Origins mächtig gut aus. Es fehlt natürlich der Vergleich zur PS4 Pro, auf der das Spiel vermutlich kaum schlechter aussieht. Dennoch bin ich erst einmal verliebt in die Optik – und dass als jemand, der zunächst Vorbehalte bei dem altägyptischen Setting hatte.

In der kurzen Gameplay-Session habe ich bereits erfahren, dass der neue Held Bayek in einer Beziehung ist. Auf Facebook aber hätte sie den Status: Es ist kompliziert. Denn die Dame seines Herzens steht im treuen Dienst von Kleopatra, der wir begegnen. Ich vermute darum, dass uns im Laufe des Spiels auch Julius Cäsar über den Weg laufen wird. Und die Detektiv-Spiele aus den Vorgängern finden sich ebenfalls wieder. Aber nun sind sie besser in die Hauptmission integriert.

Aus dem Weg Lara Croft und Indiana Jones!

Das andere, was heraussticht: Pyramiden. Wir können sie betreten und in bester Tomb-Raider-Manier Physik-Rätsel lösen, um weiterzukommen. Das ist so cool inszeniert, das macht so viel Spaß, und es erinnert so sehr an Assassin’s Creed II samt den Gräbern verstorbener Ordensbrüder, die man erkunden konnte.

Unser erster Eindruck von Assassin’s Creed Origins ist darum: Ubisoft könnte man damit ein grandioses Comeback einer faszinierenden Spiele-Reihe schaffen. So weit bin ich ganz angetan. Aber der große Test wird erst zeigen, welche Rolle Bayek in den zehnjährigen Gesichte der Serie tatsächlich spielen wird.

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