Stuhlschläge und brennende Tische

WWE 2K19 im Test für PlayStation 4

Stuhlschläge und brennende Tische: WWE 2K19 im Test für PlayStation 4 Stuhlschläge und brennende Tische: WWE 2K19 im Test für PlayStation 4 Foto: 2K Sports
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Tombstone Piledriver, Chokeslam oder Powerbomb - Die Wrestling-Fans der Welt dürfen wieder frohlocken: WWE 2K19 ist auf dem Markt und lässt euch in die Rollen von Superstars wie AJ Styles, Ronda Rousey oder dem legendären Undertaker schlüpfen. Zum inzwischen sechsten Mal ist dafür die Spieleschmiede 2K verantwortlich.

Direkt bei der Steuerung fällt auf: Das Studio setzt auf Bewährtes. Per Knopfdruck springt ihr vom dritten Seil auf Gegner oder schlagt diese mit einem Stuhl zu Boden. Bodyslam, Suplex und andere Griffe führt ihr mit den Analogsticks aus. Eine Formel die nach wie vor gut funktioniert.

So auch das bekannte und durchaus fordernde Konter-System. Im richtigen Moment habt ihr nur Zehntelsekunden Zeit, um eine gegnerische Attacke zu kontern – oft der Schlüssel zum Sieg. Entwickelt ihr kein Gefühl für Konter, schmeißt ihr das Spiel bald in die Ecke.

Darüber hinaus mischen sich kleine Minispiele in die Kämpfe bei denen bestimmte Tasten gedrückt oder Analogsticks bewegt werden müssen. Leider ist das nicht so spaßig und einfach wie es klingt – besonders beim Aufgabe-System. Spielt ihr einen Wrestler, der nur auf Aufgabe-Griffe setzt, kann euch das schnell den Spaß nehmen.

Ronda Rousey, The Rock oder Batista - alle sind dabei!

Neben einem Karrieremodus, in dem ihr euch durch NXT, Smackdown und Raw bis zu Wrestlemania kämpft, gibt es ein besonderes Szenario: Dabei spielt ihr die Karriere von WWE-Star Daniel Bryan nach. Das macht zwar Spaß, doch Freiheiten habt ihr dabei nicht. Keine Interaktionsmöglichkeiten, sondern nur Kampf an Cutszene an Kampf. Selbst in den Matches müsst ihr eine Reihe von vorgegebenen Handlungen ausführen, ansonsten gehen viele Bonusinhalte flöten.

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Das macht die eigentlich schön aufbereitete Geschichte, mit dem Superstar, der in den Zwischensequenzen selbst über seine Karriere spricht, oft nervig. Und dann gibt es da noch den neuen Türme-Modus. Dabei kämpft ihr euch unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise Sieg nur per Aufgabe, gegen eine bestimmte Anzahl von Gegner. So soll vor allem Langzeitmotivation kreiert werden.

Darüber hinaus bietet euch WWE 2K19 zahlreiche verschiedene Matches. Ihr kämpft im Käfig, schmeißt Gegner durch brennende Tische, klettert auf und springt von Leitern oder versucht euch im Team mit Freuden. Natürlich funktioniert all dies auch im enthaltenen Online-Modus. Für die Matches bietet euch 2K eine ganze Palette von Superstars. Natürlich sind auch Legenden und Altstars wie The Rock, Brock Lesnar, Ric Flair, The Macho Man oder Batista mit dabei. Viele müsst ihr jedoch zunächst frei spielen oder durch Punkte, die ihr für Matches bekommt, kaufen.

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Musik top, Optik flop

Optisch fehlt bei WWE 2K19 doch einiges. Die Superstars sehen ihren realen Bildern zwar ähnlich, die Qualität der Gesichter geht allerdings weit auseinander - besonders bei den Damen. Ein Auge fürs Detail beweist das Spiel bei den Einläufen der Wrestler vor ihren Kämpfen. Die typischen Bewegungen, Aktionen oder das Geplänkel auf dem Weg zum Ring sind sehr präzise nachgestellt. Als Bonbon trumpft WWE 2K19 musikalisch mit allen Einlauf-Songs der Superstars auf. Kenner und Fans werden sich sofort heimisch fühlen.

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Fazit

WWE 2K19 ist das beste Spiel der Reihe von 2K. Überragend ist es aber nicht. Wirkliche Innovation sucht man vergebens. Wer (wie ich) seit etwa 15 Jahren durch die Wrestling-Spiele wandert, dem fehlt einfach etwas Neues. Es gibt den typischen Karrieremodus, der wie so oft leider viel zu schnell durchgespielt ist.

Das Szenario mit Daniel Bryan hingegen macht Spaß und ist für Fans wirklich eine feine Sache, aber mehr als aneinander gereihte Kämpfe mit Zwischensequenzen findet ihr auch hier nicht. Langzeitmotivation gibt es nur für Menschen, die gerne alles freispielen.

WWE 2K19 bekommt von uns 13 von 18 fehlgeschlagenen Kontern, 358 von 400 emotionslosen Gesichtern und 78 von 100 Stuhlschlägen in den dicken Stiernacken serviert.

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