Sic Magna Parvis - Großes aus kleinem Ursprung

"Uncharted 4: A Thief's End" im Test für PlayStation 4

Sic Magna Parvis - Großes aus kleinem Ursprung: "Uncharted 4: A Thief's End" im Test für PlayStation 4 Sic Magna Parvis - Großes aus kleinem Ursprung: "Uncharted 4: A Thief's End" im Test für PlayStation 4 Foto: SCE
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Auf dieses Spiel haben die rund 40 Millionen Besitzer einer PS4 gewartet: "Uncharted 4: A Thief’s End" ist endlich da! Mit dem vierten Teil der Serie schließt Entwickler Naughty Dog ihr persönliches Kapitel um Nathan Drake ab.

Mehrfach wurde der Blockbuster bereits verschoben um "dem Spiel den letzten Schliff zu geben". Was dabei herausgekommen ist, ist ein Meisterwerk und ein Meilenstein der Videospielgeschichte. Wieso? Die Antworten liefert der Test.

Und keine Sorge: Spoiler lassen wir außen vor, damit ihr das große Finale voll und ganz genießen könnt!

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Der lange Weg einer Legende

Wir schreiben das Jahr 2007. Erst zwei Jahre zuvor brachte Entwickler Naughty Dog das Rennspiel "Jak X" heraus und schickt sich nun an, ein ganz neues Feld zu beackern. Weg vom Jak und Daxter, weg von bunter Comicgrafik und hin zu haarsträubenden Kletterpartien und heißen Feuergefechten.

Doch anfangs überzeugt der erste Teil der Saga "Uncharted: Drakes Schicksal" selbst die Kritiker nicht wirklich und fliegt bei vielen Spielern noch als Randnotiz unter dem Radar. Das soll sich nur zwei Jahre später gehörig ändern: Beim ersten Trailer zu "Uncharted 2: Among Thieves" klappen die Kinnladen allen voran aufgrund der visuellen Brillianz gleich millionenfach auf den Boden und die versammelte Gamer-Gemeinschaft horcht endlich auf.

Überragende Wertungen und mehr als sechs Millionen verkaufte Exemplare beschließen das zweite Kapitel und sprechen für sich. Klar, dass die folgenden Teile ebenso heiß begehrt sind und mit hohen Erwartungen konfrontiert werden. Doch auch "Uncharted 3: Drakes Deception" und das PS-Vita-exklusive "Uncharted: Golden Abyss" können mehr als überzeugen.

Jetzt, im Jahr 2016 und fast 5 Jahre nach dem dritten Teil folgt das letzte Meisterstück, die Krönung der Serie: "Uncharted 4: A Thief’s End".

Die Geschichte zweier Brüder

Kern der Handlung ist die Geschichte der beiden Drake Brüder: Der kleine Nathan und sein großer Bruder Samuel sind bereits seit Jugendjahren abenteuerlustig und agieren gerne auf der Grenze zur Legalität. Nachdem die beiden seit vielen Jahren getrennt waren, schließen sie sich ein letztes Mal zusammen, um einen Schatz zu finden, von dem sie bereits in ihrer Kindheit geträumt haben.

Doch Sam Drake muss ein wenig Überzeugungsarbeit leisten, um seinen kleinen Bruder mit ins Boot zu holen, denn dieser hat nach den vielen Abenteuern die wir mit ihm erlebt haben Waffe und Klettergurt an den Nagel gehängt. Außerdem wieder mit dabei sind natürlich auch Victor Sullivan und Elena Fischer. 

Was in den folgenden Stunden folgt, darüber möchten wir an dieser Stelle nicht weiter sprechen. Doch eines ist sicher: das Spiel lebt, wie schon die Vorgänger, von der packenden Geschichte. Und eben diese zu verraten würde dem Titel seinen wesentlich Flair nehmen.

Wer, genau wie wir, als Aufwärmprogramm die Nathan Drake Collection gespielt hat, der wird sich heimisch fühlen. Kennern der Serie bietet Uncharted 4: A Thief‘s End Gänsehautmomente und beantwortet viele Fragen. Gamer, die nicht in den Genuss der Vorgänger gekommen sind und direkt ins neueste Abenteuer stürzen wollen, denen legen wir wärmstens Zusammenfassungen der vorherigen Teile an - auf Youtube werdet ihr entsprechend fündig (beispielsweise hier).

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Nathan Drake macht Batman und Spiderman Konkurrenz

An der Spielmechanik hat sich im neusten Teil der Uncharted-Serie nicht viel verändert. Einzig das Kletterseil ist eine echte Neuerung: Damit schwingen wir uns über Abgründe und überraschen Gegner mit Angriffen aus der Luft. Die Kletterpartien in "Uncharted: A Thief’s End" sehen nicht nur besser und authentischer aus denn je, sondern sind im Vergleich zu den älteren Titeln erheblich flüssiger und eingängiger - da kommt durchaus eine Prise "Batman"-Feeling auf, wenn sich Nathan mit seinem Greifhaken mal wieder quer durch die Gegend zieht.

Für die Faustkämpfe gilt übrigens derselbe "Wow"-Faktor: Mechanisch wird mit einem "Hau"- und einem "Konter"-Knopf auf Sparflamme gekocht, auf dem Bildschirm überzeugt das Ergebnis aber rundum.

Auch die nicht zu kurz kommenden Schusswechsel gehen flüssig von der Hand. Einziger Malus ist und bleibt das Deckungssystem, welches sich an einigen Stellen weiterhin wie ein störrischer Esel verhält: Wenn Nathan bei einer Rolle von einer Deckung zur nächsten plötzlich doch aufsteht und sich den gegnerischen Kugeln preisgibt, hagelt es durchaus einige Flüche.

Vor allem wenn man in der letzten Zeit viele Stunden in "The Division" verbracht hat, muss man sich an diese kleinen Macken etwas gewöhnen. Zudem haben wir sowohl auf dem normalen, also auch auf dem schweren Schwierigkeitsgrad einige sehr knifflige Schusswechsel erlebt, die uns kurz frustriert haben.

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Ein gut gemeinter Rat: Vor allem auf den höheren Schwierigkeitsstufen lohnt sich ein etwas behutsameres Vorgehen. Vorzupreschen und sich in die Getümmel zu stürzen endet meist mit einem vorzeitigen Ableben der Drake Brüder. Sehr cool: nahezu jede Begegnung mit Feinden kann alternativ auch schleichend angegangen werden - so viel hat man aus "The Last of Us" gelernt.

So muss Technik

"Mein Gott sieht das geil aus!" – diesen Satz habe ich während meines Tests des Spiels beinahe inflationär benutzt. Es ist schier unglaublich, was Naughty Dog aus der Konsole rausholt. Bisher konnte nur "The Order: 1886" in Ansätzen diese Grafikpracht auf den Bildschirm zaubern – und das auch nur in sehr kleinen, schlauchartigen Levels.

Ganz anders sieht es bei Uncharted aus: Mit Jeeps erkunden wir große, komplett frei begehbare Areale, wir laufen über sehr belebte Märkte und tauchen in wunderschönen Gewässern umher. Eigentlich möchte man ein Foto nach dem anderen schießen, sich rahmen lassen und an die Wand hängen. Praktisch das Naughty Dog den Fotomodus bereits im Spiel integriert hat - inklusive unzähliger Filter, die sich sogar über das laufende Spiel ziehen lassen.

Es sind vor allem die Details, die für den Wow-Effekt sorgen. Staub weht physikalisch korrekt mit dem Wind mit, Deckungen zersplittern in tausende kleine Einzelteile und die Animationen, vor allem der Gesichter, beeindrucken jedes Mal auf's Neue. Die Akribie, die hinter der unglaublichen Technik des Spiels steckt, zeigt sich auch an den extrem detaillierten Spielumgebungen: Der Marmorfußboden glänzt und spiegelt die Umgebung, der Wind weht durch unsere Haare und die nasse Kleidung klebt wie eine zweite Haut an unserem Körper. Wahnsinn.

Begleitet von orchestralen Klängen und ständigen Neuinterpretationen des Hauptthemas des Spiels ergibt sich ein Gesamtbild, das sich mit jedem Spielfilm messen kann. Dazu kommen die hervorragenden schauspielerischen Leistungen, die Drake und sämtliche Nebenfiguren so lebendig wirken lassen, dass wir uns zukünftig wohl keine Sorge mehr um das "Uncanny Valley" machen müssen.

Nicht nur für Solisten

Klar, Uncharted steht für eine tolle Geschichte, Abenteuer und Erkundung, doch auch der Multiplayermodus erfreut sich großer Beliebtheit und wird bei dem ganzen Hype um den Einzelspielermodus gerne und zu Unrecht in den Schatten gestellt.

In klassischen Shooter-Spielmodi geht es hier zur Sache. Dabei funktioniert die Spielmechanik genauso gut, wie als in der Hauptgeschichte des Spiels. Die Matches sind kurz und knackig, außerdem gibt es viele (teils sehr lustige) Unlockables.

Bei dieser Spott-Animation hier zum Beispiel macht Nathan seinem Namensvetter, dem Rapper Drake, alle Ehre:

Tipps und Tricks für den Mehrspielermodus hat Sony in diesem Video für euch parat:

Fazit

Was ein Ritt! "Uncharted 4: A Thief’s End" hält alles, was es verspricht. Eine packende Geschichte, bombastische Technik und eine noch komplexere und allgemein rundere Spielmechanik, als wir es bereits aus den genialen Vorgängern gewohnt sind.

Jeder Besitzer einer Playstation 4 sollte unbedingt zuschlagen. Kaum ein Spiel ist aus unserer Sicht mit diesem Meisterwerk auf einem Level. Ein perfekter Abschluss der Serie.

"Uncharted 4: A Thief’s End" erhält von uns 94 % Spielspaß, 10 von 10 kultige Easter-Egss und 5 von 5 glitzernde Schätze.

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