Auf einen letzten Kampf

Tekken 7 im Test für die Playstation 4

Auf einen letzten Kampf: Tekken 7 im Test für die Playstation 4 Auf einen letzten Kampf: Tekken 7 im Test für die Playstation 4 Foto: Bandai Namco Entertainment

Die über 20 Jahre anhaltende Fehde zwischen Heihachi Mishima und seinem Sohn Kazuya findet mit Tekken 7 ein filmreifes Ende. 1995 prügelten sich die beiden erstmals auf der Konsole und schufen damit eine Legende im Beat 'em up Genre. Wir haben das finale Kapitel der Mishima-Saga getestet. Hier unser Eindruck.

Alles startet mit einem epochalen Intro. Darin sehen wir muskelbepackte Hünen, die sich gegenseitig verkloppen und ganze Wolkenkratzer zerstören. Dabei ist die Story so hanebüchen wie die eines Beat em Ups nicht anders sein kann. Kurz erklärt: Die beiden größten Militärunternehmen stehen sich im globalen Krieg gegenüber. Auf der einen Seite Heihachi Mishima, auf der anderen sein Sprössling Kazuya. Beide haben das Ziel ihren Gegenüber ein für alle Mal zu vernichten.

Tekken goes Hollywood

Als Spieler begleiten wir im Storymodus die einzelnen Charaktere und übernehmen an einigen Punkten die Steuerung. Dabei sind die Übergänge zwischen den Filmsequenzen und den spielbaren Szenarien fließend. Kein nerviger Ladebildschirm, sondern gleich rein ins Getümmel. Das gefällt uns!

Erzählt wird die Geschichte von einem Journalisten, dessen Familie Opfer des Krieges wurde. Dabei wird gekonnt nochmal der ganze Handlungsstrang der Tekken-Saga in mehreren Kapiteln zusammengefasst, sodass man sich auch als Neuling gut abgeholt fühlt. Dabei merken wir aber auch wie filmlastig der Modus ist. Denn es gibt gleich einige Kapitel, in denen wir als Spieler überhaupt nicht gefragt sind. Wirklich Spaß macht das nicht. Da hilft auch das schön-inszenierte Gekloppe inklusive großem Showdown nicht. Als Spieler wollen wir doch selber Hand anlegen. Das wird uns hier aber größtenteils verwehrt. Darüber hinaus ist die Hauptstory nach gut 2 Stunden bereits durch. Für den Abschluss einer solch großen Saga in unseren Augen einfach zu wenig.

Tekken 7 - image/jpeg

Besser hätten es die 28 Charakter-Episoden machen können, durch die einige Kämpfer nochmal beleuchtet werden. Doch die einzelnen Episoden bestehen lediglich aus einem kurzen Eingangstext, einem Standard-Kampf sowie einem kurzen, meist unterhaltsamen, Clip zum Abschluss. In Kombination mit der spärlichen Hauptstory auch eher eine Enttäuschung. Vorbei sind die Zeiten, als noch zum Freispielen eines Charakters Zeit genommen wurde und der gesamte Arcade-Durchlauf einer bestimmten Figur von Nöten war. Aber seien wir mal ehrlich. Wirklich wichtig sind in Tekken doch die Kämpfe. Und die sind weiterhin top-notch!

Spüre meine Wut!

Das Kampfsystem ist in seiner Form komplett ausgereift. Jeder Charakter hat seinen eigenen Kampfstil und ist dadurch einzigartig. Sogar die Tastenkombinationen der Moves unterscheiden sich von Kämpfer zu Kämpfer. Ein Umstand von dem sich so mancher Konkurrenz-Titel eine Scheibe abschneiden kann. Mit den Aktionstasten steuern wir die einzelnen Gliedmaßen unseres Kraftprotzes und sorgen mit Kombinationen für richtige Prügel-Gewitter. Je nach Charakter sind entweder Schläge, Tritte oder gar Griff-Moves am effektivsten. Der Boxer Steve ist beispielsweise gar nicht in der Lage zu Kicken, während King seinen Gegnern mit einer Verkettung verschiedener Wrestling-Griffe den Gar ausmacht.

Auch nach 20 Jahren wartet die Serie noch mit Neuheiten auf. Größter Geniestreich bei Tekken 7 sind die neuen Rage-Art-Moves. Sobald die eigene Energie einen kritischen Level erreicht, lässt sich mit der R1-Taste diese Spezial-Attacke aktivieren. Ruckzuck ist der Power-Balken des Gegners um ein Drittel reduziert und macht den Rest des Kampfes nochmal spannend. Besonders in Online-Fights ersparen sie dem einen oder anderen Controller den Wurf gegen die Wand.

Online ist das neue Offline

Da wären wir auch schon beim Herzstück des Brawlers. Ob in Ranglisten-Matches oder Turnieren. Das gnadenlose Demolieren eines echten Gegners macht immer noch am meisten Freude. Besonders dann, wenn dieser im Nachgang Flüche durch sein Headset brüllt. Umso schöner, dass man dafür auch noch mit Preisgeldern und Rangbeförderungen belohnt wird. Der eigene Rang ist letztlich auch der essenzielle Motivator zum Spielen. Er stellt quasi den Level dar, der je nachdem wie viele Kämpfe gewonnen bzw. verloren werden steigt oder eben sinkt.

Es gibt insgesamt 36 spielbare Charaktere. Darunter zehn Debütanten wie etwa dem italienischen Exorzisten Claudio, dem Monster-Mutant Gigas oder Stargast der Street Fighter Serie Akuma. Ihnen weichen mussten unter anderem das Kraftpaket Marduk und der Polizist Lei. Die neuen Kämpfer sind allesamt gut gebalanced und fügen sich problemlos in das Roster ein. Für Abwechslung ist also gesorgt.

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Wem das Charakter-Design nicht zusagt, kann sich im Customizing-Bereich austoben. Wie wäre es mit einem neuen Haarschnitt für Law, oder einer fancy Sonnenbrille für Heihachi? Alles möglich! Wirklich schrill wird es aber erst, wenn ihr beginnt eurem Charakter einen Jenga-Turm auf den Kopf zu setzen, der auch noch Steine verliert, wenn ihr Schaden nehmt. Finanziert werden die neuen Accessoires übrigens durch die Ingame-Währung, die während der Kämpfe verdient wird.

Fazit

Rein spielerisch ist Tekken 7 vielleicht der beste Teil der Serie. Immerhin schafft es Bandai Namco mit Hinzufügen der neuen Rag-Art-Moves das Spielerlebnis nochmal aufzuwerten. Die Kämpfe machen Laune und besonders das Messen mit Online-Gegnern garantiert echten Langzeitspaß. Etwas enttäuschend bleibt der Storymodus in Erinnerung, der trotz cooler Action eher wie ein etwas zu kurz geratener Spielfilm wirkt. Damit verpasst der Brawler aber nur die Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Für jeden Fan der Serie und Liebhaber von Beat ’em up Games sprechen wir hiermit eine klare Kaufempfehlung aus. Das letzte Kapitel der Mishima-Saga bekommt von uns 9 von 10 Kombo-Hits, 88 % Chance auf kritische Treffer und 4 von 5 erfolgreiche Rage-Art-Attacken.

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